Anleger fiebern der nächsten Rekordmarke entgegen. Der Markt hat die Nahostkrise zwar nicht vergessen, jedoch gelernt, mit ihr besser umzugehen. Die Gelassenheit der Marktteilnehmer sollte allerdings nicht mit Entwarnung verwechselt werden. Auch wenn die Börsen inzwischen eine gewisse Resilienz gegenüber dem permanenten Krisenrauschen im Nahen Osten entwickelt haben, bleibt vor allem die Straße von Hormus ein neuralgischer Punkt für die Finanzmärkte. Für Anleger ist es ein Drahtseilakt zwischen Friedensfantasie und geopolitischem Glatteis. Die jüngsten Energiepreisspitzen und die damit im Zusammenhang stehenden Inflationssorgen fungieren als Bremsklotz auf dem Weg zum Rekordhoch. Mit großer Spannung dürften Investoren nun der Veröffentlichung neuer US-Inflationsdaten zur Wochenmitte entgegenfiebern.
DAX
Quelle: TradingView
Iran-Konflikt als Unsicherheitsfaktor – Friedenshoffnungen zwischen Washington und Teheran dürften bestehen bleiben
Der Iran-Konflikt dürfte weiterhin eines der zentralen Gesprächsthemen am Markt bleiben. Laut US-Präsident Donald Trump sei die Straße von Hormus frei von Minen, zugleich würde sie von den USA kontrolliert werden. Der Iran hatte sich zu den Darstellungen allerdings nicht geäußert. Auf eine nachhaltige Diplomatie zwischen Washington und Teheran warten Marktteilnehmer nach wie vor vergeblich.
US-Inflation könnte etwas an Dynamik verlieren – Anleger hoffen auf geldpolitische Lockerungsfantasie
Im Blickpunkt stehen am Mittwoch insbesondere die US-Inflationsdaten, welche Anleger nach geldpolitischen Hinweisen abklopfen sollten. Ökonomen erwarten eine Teuerungsrate von 3,4 Prozent für den Monat Juli (im Vergleich zum Vorjahresmonat), nach 3,5 Prozent im Juni.
Die Kernrate der Teuerung, welche die Treiber Energie und Lebensmittel ausblendet, könnte Schätzungen zufolge bei 2,5 Prozent notieren und damit 0,1 Prozentpunkte tiefer als im Vormonat.
Laut „Fed-Watch-Tool“ der CME Group rechnen derzeit 48,1 Prozent der Marktteilnehmer mit einer Zinspause auf der Sitzung am 16. September und 51,9 Prozent mit einer Zinserhöhung in Summe eines Viertelprozentpunkts. Sollte die Teuerung geringer ausfallen als gedacht, könnte dies die Zinssorgen tendenziell lindern. Das Zinsband selbst liegt derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent.
Weitere US-Konjunkturdaten im Blick: Zwischen Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätzen
Die US-Erzeugerpreise (14:30 Uhr) könnten am Donnerstag ebenfalls in Sachen Inflationsentwicklung von Bedeutung sein.
Den Freitag runden die Einzelhandelsumsätze (14:30 Uhr) als auch vorläufige Daten zum Verbrauchervertrauen aus dem Hause Uni Michigan (16:00 Uhr) ab.
Berichtssaison neigt sich auch hierzulande dem Ende zu – Zwischenzeitliche Impulse denkbar
In der laufenden Berichtssaison stehen heute die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsquartals von Gea Group (ISIN: DE0006602006), am Mittwoch von E.ON (ISIN: DE000ENAG999), Hannover Rueck (ISIN: DE0008402215) nebst Brenntag (ISIN: DE000A1DAHH0) sowie am Donnerstag von RWE (ISIN: DE0007037129), Thyssenkrupp (ISIN: DE0007500001) und Hello Fresh (ISIN: DE000A161408) im Blickpunkt.



