Am deutschen Aktienmarkt könnte sich eine richtungsweisende Woche abzeichnen. Anleger zeigen sich derzeit unentschlossen. Während einige Investoren zu Gewinnmitnahmen tendieren, prüfen andere neue Engagements. Unter dem Strich fehlt es an klarer Überzeugung und nachhaltiger Risikobereitschaft.
Zu groß sind die schwelenden Unsicherheiten. Neben den Fragezeichen rund um die geldpolitische Ausrichtung der US-Notenbank belasten auch ungelöste geopolitische Konflikte das Sentiment.
Mit großer Spannung fiebern Marktteilnehmer hierzulande dem offiziellen Arbeitsmarktbericht und den Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten entgegen. Auch die weiter an Fahrt aufnehmende Berichtssaison könnte immer wieder für wichtige Impulse sorgen.
DAX
Geopolitische Unwägbarkeiten: Konflikte im Nahen Osten und in Grönland bleiben schwelend
Wegen der Spannungen zwischen den USA und dem Iran bleiben die geopolitischen Risiken schwelend. So dauere das diplomatische Ringen um eine Lösung zwischen beiden Ländern weiter an, hieß es. US-Präsident Donald Trump hatte in jüngster Vergangenheit der Führung in Teheran immer wieder mit einem Militärschlag gedroht. Medienberichten zufolge erwäge Trump zudem einen weiteren Flugzeugträger in die Region zu senden. „Wir haben eine Flotte, die unterwegs ist, und eine weitere könnte folgen“, zitiert „Axios“ den Präsidenten aus einem Interview.
Am vergangenen Freitag waren Vertreter aus dem Iran und den USA im Golfstaat Oman zusammengekommen, um neue Verhandlungen zu starten.
Nicht zu vergessen bleibt auch der Grönland-Konflikt, welcher weiterhin schwelend ist. Der US-Präsident und NATO-Generalsekretär Rutte hatte sich Ende Januar auf eine Vereinbarung über Grönland geeinigt, sodass auch zunächst keine zusätzlichen Zölle für einige europäische Länder verhängt worden waren. Wie ein konkreter Deal rund um die Arktisinsel aussehen soll, blieb offen.
US-Arbeitsmarktdaten voraus – Ökonomen erwarten Stellenaufbau
Im Fokus der Anleger stehen am heutigen Nachmittag die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls), welche Investoren nach geldpolitischen Signalen abklopfen sollten (14:30 Uhr). Besagte Daten sollten eigentlich am vergangenen Freitag veröffentlicht werden, wurden wegen des partiellen US-Haushaltsstreits aber verschoben.
Fachleute schätzen, dass in der größten Volkswirtschaft der Welt im vergangenen Monat insgesamt 70.000 neue Jobs geschaffen worden sind, nach 50.000 Einheiten im Vormonat.
Die separat ermittelte Arbeitslosenquote wird auf 4,4 Prozent geschätzt und damit auf keine Veränderung gegenüber dem Dezember.
EU-BIP und US-Inflationsdaten am Freitag im Fokus
Auf der Agenda stehen am Freitag zudem Daten zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 11:00 Uhr.
Mit der Veröffentlichung frischer US-Verbraucherpreisdaten steht ein weiteres Highlight auf dem Plan (14:30 Uhr). Ökonomen erwarten eine Januar-Rate in Höhe von 2,5 Prozent, nach 2,7 Prozent im Dezember (im Vergleich zum Vorjahresmonat).
Die Kernrate der Teuerung, welche als Maßband für die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Hinblick auf die Inflationsbeurteilung fungiert, wird auf 2,5 Prozent geschätzt (zuvor: 2,6 Prozent).
Berichtssaison setzt sich weiter fort
Im Fokus der Anleger stehen heute die Ergebnisse des abgelaufenen Quartals von Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0) und der Deutschen Börse (ISIN: DE0005810055).
Am Donnerstag rücken die Zahlen von Mercedes-Benz (ISIN: DE0007100000) und Siemens (ISIN: DE0007236101) in den Blickpunkt.



