Die Hoffnung auf ein Abkommen zwischen Washington und Teheran im Nahostkonflikt könnte Marktteilnehmer aus der Reserve locken, auch wenn Restzweifel über einen tatsächlichen Friedensdeal bestehen bleiben.
In der neuen Handelswoche dürften somit neben den geopolitischen Entwicklungen im Iran-Konflikt verstärkt die Inflations- und Zinssorgen in den Fokus der Anleger rücken. Aus Sicht des Wirtschaftskalenders sollte es insbesondere mit neuen Preisdaten spannend werden.
Feiertagsbedingt bleiben die Börsenpforten an der Wall Street an Pfingstmontag wegen "Memorial Day" allerdings geschlossen.
Trotz Aussicht auf möglichen Friedensdeal im Iran-Konflikt: Restzweifel dürften bestehen bleiben
Anleger könnten den jüngsten Hoffnungen zwar einen gewissen Vertrauensvorschuss gewähren, für echte Vorschusslorbeeren dürfte es angesichts der fragilen Lage aber noch zu früh sein. Entsprechend dürfte die Skepsis unter Anlegern weiterhin vorhanden bleiben. Zu oft waren Investoren zuletzt von vermeintlichen Fortschritten ausgegangen, ehe neue Drohungen oder geopolitische Rückschläge folgten. Entscheidend dürfte sein, ob den politischen Signalen diesmal tatsächlich belastbare Vereinbarungen folgen.
Trump hatte dem Sender CBS gesagt, dass die USA und der Iran einem Abschluss eines Abkommens ein großes Stück näher gekommen seien. Der US-Präsident sei überzeugt, dass das finale Abkommen den Iran daran hindern werde, Atomwaffen zu erwerben, hieß es. Auch die Straße von Hormus soll im Rahmen eines Abkommens mit dem Iran wieder geöffnet werden. Die finalen Details der Vereinbarung würden noch ausgehandelt und in Kürze veröffentlicht.
Allerdings hatte Trump danach die Hoffnungen auf ein rasches Abkommen mit dem Iran wieder gedämpft. So habe Trump seine Vertreter angewiesen, in puncto Deals nichts zu überstürzen, hieß es. US-Außenminister Marco Rubio hatte am Montag in Neu-Delhi erklärt, dass ein „ziemlich solides Angebot“ auf dem Tisch liege.
Zahlreiche Konjunkturdaten werden am Donnerstag erwartet – US-Preisdaten im Fokus
Wichtige Inflationsdaten stehen mit der Kernrate der persönlichen Konsumausgaben am Donnerstag auf der Tagesagenda (14:30 Uhr).
Zur gleichen Uhrzeit werden zudem die zweiten Schätzungen zur BIP-Wachstumsrate für die USA als auch die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter erwartet.
Bereits am vergangenen Freitag ist Kevin Warsh zum neuen Fed-Vorsitzenden offiziell angetreten. Damit löst er Jerome Powell nach acht Jahren von der Spitze ab. Spannend dürfte sein, inwiefern Warsh der durch den Iran-Krieg drohenden Inflationswelle den Kampf ansagen will. Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach auf Zinssenkungen gepocht. Zweifel rund um die Unabhängigkeit der Notenbank könnten neue Unsicherheiten schüren.
Wie das Fed-Watch-Tool der CME Group signalisiert, rechnen derzeit 98,1 Prozent der Marktteilnehmer auf der kommenden Fed-Notenbanksitzung am 17. Juni mit einer Zinspause und 1,9 Prozent mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Das Zinsband selbst liegt derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent.
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