Die Gemengelage an den Finanzmärkten bleibt weiterhin von großer Unsicherheit geprägt. Statt des großen Wurfs im Irankrieg verdichtet sich der geopolitische Nebel über den Märkten. Während diplomatische Fortschritte ausbleiben, dominieren militärische Spannungen. Die Börse handelt derzeit weniger Fakten, sondern vor allem Eskalationsrisiken. Aufflackernde Hoffnungen auf Verhandlungen werden postwendend durch neue Angriffe und Drohkulissen zunichtegemacht.
Solange die Straße von Hormus im Fokus militärischer Risiken steht, dürfte der Ölpreis ein anhaltender Störfaktor für die Aktienmärkte bleiben. Im Fokus der laufenden Handelswoche sollten vor allem die "NFPs" stehen.
Zu beachten gilt, dass die US-Börsenpforten wegen Karfreitag am letzten Handelstag der Woche geschlossen bleiben.
Nahostkonflikt geht bereits in die fünfte Woche – Ausweitung der militärischen Spannungen denkbar
Rund vier Wochen dauert die militärische Eskalation im Nahen Osten nun an. Anleger fürchten eine weitere Verschärfung der Lage. US-Präsident Donald Trump hatte jüngst Spekulationen über eine mögliche Bodenoffensive im Iran verstärkt. „Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen“, heißt es in einem Interview gegenüber der Financial Times. „Es würde auch bedeuten, dass wir eine Weile dort bleiben müssten.“ Über der Insel im Persischen Golf werden rund 90 Prozent der iranischen Erdölexporte abgewickelt.
Kopfzerbrechen bereiten dürfte Anleger nach wie vor der hohe Ölpreis, welche die Inflation befeuern und damit zulasten der allgemeinen Zinssenkungsfantasien gehen könnte.
Ende April (29.04.) will die US-Notenbank laut Plan zusammenkommen, um über das zukünftige Leitzinsniveau zu entscheiden. Dem „Fed-Watch-Tool“ der CME Group zufolge rechnen 96,4 Prozent der Marktteilnehmer mit einer Zinspause und 3,6 Prozent mit einer Zinserhöhung in Höhe eines Viertelprozentpunkts.
„JOLTs“ könnten am Dienstag ersten Vorgeschmack auf NFPs liefern
Der Wirtschaftsdatenkalender verspricht in den kommenden Tagen immer wieder potenzielle Impulsgeber.
Am Dienstag werden etwa die sogenannten „JOLTs“ (Jop Openings and Labor Turnover Survey) erwartet (16:00 Uhr), welche einen ersten Vorgeschmack auf die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) liefern könnten.
Neben den US-Einzelhandelsumsätzen (14:30 Uhr) stehen am Nachmittag die ISM-Einkaufsmanager für das verarbeitende Gewerbe im Blick (16:00 Uhr).
Für Mittwoch wird für gewöhnlich zwei Tage vor Veröffentlichung der US-Jobdaten die ADP-Beschäftigungsänderung erwartet (14:15 Uhr).
Das Pendant zum ISM-Einkaufsmanager für den Sektor des verarbeitenden Gewerbes folgt um 16:00 Uhr.
US-Arbeitsmarktdaten: Ökonomen erwarten Stelleaufbau gegenüber dem Vormonat
Für Freitag stehen die US-Arbeitsmarktdaten auf der Agenda (14:30 Uhr). Ökonomen rechnen mit einem Stellenplus außerhalb der US-Landwirtschaft in Höhe von 55.000 Einheiten, nachdem im Februar noch 92.000 Stellen abgebaut wurden. Die Arbeitslosenquote dürfte bei 4,4 Prozent verweilen und damit unverändert im Vergleich zum Vormonat.
US-Aktienanleger dürften folgerichtig allerdings erst am darauffolgenden Montag (Ostermontag) auf besagte Wirtschaftsdaten reagieren können.
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