Die größte Sorge der Anleger ist derzeit ein weiter anziehender Ölpreis und die damit nicht absehbaren Risiken für die Weltwirtschaft. Die Hoffnung auf die Freigabe strategische Ölreserven könnte zumindest kurzfristig als Beruhigungspille für die Märkte wirken.
Abgelenkt werden von den Entwicklungen im Iran-Konflikt dürften Anleger allerdings durch die Publikation wichtiger US-Wirtschaftsdaten, wie etwa den Inflationsdaten zur Wochenmitte.
Militärische Eskalation hält weiter an: Geopolitische Risiken dämpfen Risikoappetit
Wegen der militärischen Eskalationen im Iran-Krieg ist der Ölpreis (WTI) erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs wieder über die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke gestiegen. Donald Trump hatte die steigenden Energiepreise als notwendigen Preis für Sicherheit und Frieden verteidigt.
Die Straße von Hormus gilt derzeit als nahezu nicht mehr passierbar. In der Regel werden täglich ca. 20 Prozent des weltweiten Ölhandels durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman transportiert.
Eine Woche nach Kriegsausbruch hatte Israel erstmals ein Öllager in Teheran bombardiert und somit den Druck auf den Ölpreis zusätzlich erhöht. Grundsätzlich scheint ein Ende der militärischen Auseinandersetzung zwischen den Kriegsparteien derzeit nicht in Sichtweite. Der US-Präsident hatte jüngst eine bedingungslose Kapitulation des Iran gefordert. Ein Abkommen mit Teheran zur Beendigung des Krieges schloss er aus.
US-Inflationsdaten zur Wochenmitte im Blickpunkt
Die US-Inflationsdaten rücken am Mittwoch in den Fokus der Anleger (13:30 Uhr). Neben den Verbraucherpreisen (inklusive der Treiber Energie und Lebensmittel) steht auch die Kernrate der Teuerung im Blickpunkt, welche besagte Treiber ausblendet und nicht zuletzt als bevorzugtes Inflationsmaß für die Fed-Notenbank fungiert.
Ökonomen erwarten für die US-Verbraucherpreisrate einen Wert von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach ebenfalls 2,4 Prozent im Januar. Für die Kernrate wird zugleich ein Status quo erwartet (2,5 Prozent).
Zahlreiche US-Wirtschaftsdaten am Freitag im Blick – US-Geldpolitik dürfte zunächst in den Hintergrund rücken
Am Freitag wartet auf Anleger um 13:30 Uhr gleich eine ganze Fülle verschiedener Wirtschaftsdaten. Erwartet werden die zweiten Schätzungen zur BIP-Wachstumsrate für die USA, die Kernrate für die persönlichen Konsumausgaben und die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter.
Die Handelswoche runden die sogenannten „JOLTs“ (Jop Openings and Labour Turnover Survey) sowie vorläufige Daten zur Michigan Verbraucherstimmung ab.
Die US-Geldpolitik dürfte angesichts der dynamischen Entwicklungen im Iran-Krieg möglicherweise derzeit nur eine untergeordnete Rolle spielen. Bereits am 18. März will die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zum zweiten Mal in diesem Jahr zusammenkommen, um über das Leitzinsniveau zu entscheiden. Lediglich 3,6 Prozent der Marktteilnehmer rechnen laut Angaben des „Fed-Watch-Tools“ der CME Group derzeit mit einem Zinssenkungsschritt in Höhe eines Viertelprozentpunkts und 96,4 Prozent mit einer Zinspause.
Dow Jones Industrial Average Index

West Texas Intermediate (WTI)




