Solange geopolitische Risiken, Inflationssorgen und die Geldpolitik keine klarere Richtung vorgeben, dürfte die Zurückhaltung an den Märkten anhalten. Die Börse dürfte sich an geopolitische Krisen zwar gewöhnt haben, doch die Sorge vor einem langwierigen Konflikt im Nahen Osten belastet die Risikobereitschaft der Anleger deutlich stärker als eine kurzfristige Eskalation. Zugleich dürften Investoren wieder verstärkt ihre Blicke auf die Inflationsentwicklung, welche wieder an Dynamik gewinnen und den Notenbanken zusätzlichen Handlungsdruck bescheren könnte.
Im Blickpunkt der neuen Handelswoche dürften somit erneut die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten sowie die weiter an Fahrt aufnehmende US-Berichtssaison stehen.
Dow Jones Industrial Average Index

Iran-Konflikt: Kampfhandlungen dürften Anleger verunsichern – USA zeigen sich offen für Diplomatie
Trotz der jüngsten Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat sich Washington offen für einen Dialog gezeigt. Laut Angaben von Außenminister Marco Rubio seien die USA offen für Diplomatie, allerdings nur unter der Bedingung, dass Teheran eine Vereinbarung auch ernsthaft einhalte. Sollten sich die militärischen Spannungen weiter verschärfen, dürfte dies zur allgemeinen Unsicherheit beitragen.
EZB will am Donnerstag über Leitzinsniveau entscheiden – Christine Lagarde im Blick
Von Interesse dürfte am Donnerstag sein, wie die europäischen Kollegen der EZB über das zukünftige Leitzinsniveau entscheiden werden (14:15 Uhr). Ab 14:45 Uhr wird zudem Präsidentin Christine Lagarde vor der Öffentlichkeit erwartet.
Spannend dürfte sein, ob die Währungshüterin sich zu Aussagen in Bezug auf die Inflationsentwicklung angesichts des Iran-Krieges hinreißen lässt und damit auch geldpolitische Signale sendet. Der sogenannte Einlagesatz liegt derzeit bei 2,25 Prozent, nachdem der EZB-Rat im Juni eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte beschlossen hatte.
US-Geldpolitik dürfte weiterhin eines der Gesprächsthemen bleiben
In den USA will die Notenbank Federal Reserve (Fed) nächste Woche Mittwoch (29.07.) über das zukünftige Zinsniveau entscheiden. Aktuell liegt das Zinsband bei einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. 85,6 Prozent der Marktteilnehmer rechnen laut Angaben des „Fed-Watch-Tools“ der CME Group mit einer Zinspause und 14,4 Prozent mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Vor einem Monat hatten noch insgesamt 38,5 Prozent mit einer Erhöhung gerechnet.
Einkaufsmanager runden Handelswoche ab – US-Berichtssaison könnte wichtige Impulse senden
Vorläufige Einkaufsmanager (S&P Global) für die Sektoren Dienstleistung, verarbeitendes Gewerbe und „Gesamt“ werden am Freitag um 15:45 Uhr erwartet.
Ihre Aufmerksamkeit sollten Anleger zudem wieder auf die US-Berichtssaison richten. Am Dienstag stehen die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsquartals etwa von General Motors (ISIN: US37045V1008), am Mittwoch von der CME Group (ISIN: US12572Q1058), Alphabet (Class A)/(ISIN: US02079K3059) nebst Tesla (ISIN: US88160R1014) sowie am Donnerstag von Intel (ISIN: US4581401001) und am Freitag von American Express (ISIN: US0258161092) im Blickpunkt.



