Nachdem die am Wochenende geführten Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA ohne Durchbruch beendet wurden, dürften Anleger zu Wochenbeginn enttäuscht reagieren. Auch ein Nicht-Ergebnis ist für die Börse ein Ergebnis. Investoren dürften sich nun zunehmend auf eine weitere Hängepartie und damit eine verlängerte Phase erhöhter Risikoaversion einstellen.
In einem aus Sicht des Wirtschaftskalenders vergleichsweise überschaubaren Handelswoche gilt es dennoch immer wieder potenzielle Impulsgeber im Auge zu behalten. Insbesondere stehen verschiedene Fed-Notenbanker dabei im Fokus.
Nahostkonflikt lässt Anleger vorerst nicht los – Treffen zwischen USA und Iran vom Wochenende ohne Einigung
Ab heute 16:00 Uhr deutscher Zeit will Donald Trump bzw. die US-Marine keine Schiffe mehr durch die Straße von Hormus passieren lassen, falls diese einen iranischen Hafen anvisieren oder von dort kommend die Meerenge verlassen wollen. In diesem Zusammenhang versucht Trump, die Kontrolle über das strategische Nadelöhr zurückzugewinnen. Derzeit entscheidet der Iran nach Zahlung einer Gebühr, wer die Meerenge passieren darf.
Insgesamt dürfte im Iran-Konflikt das Kernproblem weniger ein konkretes Negativszenario, sondern vielmehr die Bandbreite möglicher Entwicklungen sein. Von diplomatischer Lösung bis hin zur weiteren Eskalation liegt alles auf dem Tisch.
Ohne belastbare Fortschritte in besagtem Krieg dürfte jede Erholung anfällig bleiben. Auf der Suche nach Orientierung bekommen Marktakteure nahezu nur Fragezeichen.
US-Erzeugerpreise und verschiedene China-Daten im Blick
Bereits heute Nachmittag steht die Veröffentlichung der US-Erzeugerpreise auf der Agenda (14:30 Uhr). Anleger sollten besagte Daten im Hinblick auf die Inflationsentwicklung im Auge behalten.
Wie die bereits am Freitag veröffentlichten US-Inflationsdaten zeigten, lag der Preisdruck im März (gegenüber dem Vorjahresmonat) bei 3,3 Prozent und damit höher als erwartet (3,2 Prozent), nach 2,4 Prozent im Februar, was dem stärksten Anstieg seit Mai 2024 entspricht. Dabei sind die Auswirkungen des Iran-Krieges bereits in den Daten erkennbar gewesen. Insbesondere das Plus der Preise für Öl und Gas hätten die Teuerung getrieben, hieß es.
Zur Wochenmitte gilt es am Abend zudem die Publikation des „Beige Book“ um 20:00 Uhr im Auge zu beachten.
Am Donnerstag rücken Reden durch John Williams (New York 14:35 Uhr) und am Freitag Thomas Barkin von dem Notenbankableger aus Richmond (18:15 Uhr) in den Mittelpunkt.
Planmäßig will die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am 29. April über das zukünftige Leitzinsniveau entscheiden. Laut „Fed-Watch-Tool“ der CME Group liegt die Chance für eine Zinspause derzeit bei 96,4 Prozent.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag rücken last but not least chinesische Konjunkturdaten in den Fokus (04:00 Uhr). Die BIP-Wachstumsrate, Daten zur Industrieproduktion als auch zum Einzelhandel sollten nach konjunkturellen Hinweisen abgeklopft werden.
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