Die Märkte stehen vor einem „Hitzetest“ aus Geopolitik, Geldpolitik und KI-Fantasie. Während die geopolitische Akte geöffnet bleibt und die Notenbanken den Anlegern weiterhin keine klare Orientierung bieten, rückt zunehmend die Frage in den Fokus, wie lange die KI-Euphorie die hohen Bewertungen noch rechtfertigen kann.
Die Hoffnung auf eine finale diplomatische Lösung im Iran-Konflikt lebt weiter, doch von echter Entwarnung kann keine Rede sein. Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran dürften von den Märkten weiterhin aufmerksam verfolgt werden. Zugleich erinnern die jüngsten Entwicklungen daran, wie fragil der laufende Verhandlungsprozess bleibt.
Zudem dürften Anleger die Nachwirkungen des jüngsten Fed-Notenbanksitzung verarbeiten. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass die US-Notenbank auf ihrem Drahtseilakt zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsstützung die Balance verlieren könnte.
Dow Jones Industrial Average Index
Trotz erneuter Drohung durch Trump: Einigungen in erster Verhandlungsrunde zwischen USA und Iran
Laut Angaben der Vermittler aus Katar und Pakistan sei es das Ziel, innerhalb von 60 Tagen ein endgültiges Abkommen zu erreichen. Geeinigt wurde sich in der ersten Runde etwa auf die Einrichtung eine Kommunikationskanals zur Straße von Hormus. „Vorfälle und Kommunikationspannen“ sollen somit verhindert werden, hieß es von Pakistan und Katar. Zudem werde es unter anderem Arbeitsgruppen zu dem iranischen Atomprogramm respektive den westlichen Sanktionen geben.
US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag während der Verhandlungen erneut Drohungen ausgesprochen, welche aber nicht zum Abbruch der Gespräche führten.
Die geldpolitischen Entwicklungen dürften insbesondere nach der Fed-Sitzung vom vergangenen Mittwoch wieder stärker in den Fokus rücken. Wie erwartet hatte der US-amerikanische Währungshüter das Zinsband bei einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen, allerdings die allgemeine Zinserhöhungsfantasie für das laufende Jahr erhöht.
Einkaufsmanager dies- und jenseits des Atlantiks im Blick
Am Dienstag rücken zunächst verschiedene Einkaufsmanager (S&P Global) in den Fokus der Anleger. Erwartet werden für die deutsche Seite die Werte für die Bereiche Dienstleistung, verarbeitendes Gewerbe und „Gesamt“ (09:30 Uhr). Die Pendants für die Eurozone folgen um (10:00 Uhr) und für die US-amerikanische Seite um 15:45 Uhr.
US-Preisdaten könnten am Donnerstag geldpolitische Impulse liefern
Im Blickpunkt dürften am Donnerstag insbesondere neue Daten zur Kernrate für die persönlichen Konsumausgaben stehen (14:30 Uhr), welche wichtige Inflationssignale und damit auch geldpolitische Hinweise abgeben könnten (14:30 Uhr). Zur gleichen Uhrzeit werden auch die Auftragseingänge sowie die US-BIP-Wachstumsrate publik.
Der Michigan-Verbraucherstimmungsindex sowie die fünfjährigen Inflationserwartungen der Verbraucher runden die Handelswoche am Freitag ab (16:00 Uhr).
Zu beachten gilt es auch immer wieder Fed-Vertreter, welche vor die Öffentlichkeit treten. Erwartet wird etwa heute Gouverneur Christopher Waller (15:00 Uhr), am Donnerstag John Williams (21:40 Uhr/ New York) sowie am Freitag Austan Goolsbee vom Notenbankableger aus Chicago (00:30 Uhr).




