Anleger bieten der Drohkulisse zwischen Washington und Teheran weiterhin die Stirn und verschwenden an potenzielle Risiken und Nebenwirkungen derzeit weniger Gedanken. Der Markt hat sich an das permanente Krisenrauschen im Nahen Osten offensichtlich gewöhnt. Vielmehr scheinen immer mehr Investoren aus Sorge die Rallye verpassen zu können, vor die Seitenlinie zu treten. Nach Veröffentlichung neuer US-Inflationsdaten könnten Marktteilnehmer vorerst durchatmen. Als Zünglein an der Waage für die Rekordstimmung fungiert die anhaltende Zuversicht auf Diplomatie im Iran-Krieg, gepaart mit der Hoffnung auf geldpolitische Lockerungsfantasien. Übergeordnet dürfte die Gratwanderung zwischen Gewinnoptimismus und Risikobewusstsein den Handel weiterhin prägen. Angesichts ambitionierter Kurshöhen sollten sich Anleger weiterhin auf mögliche Gewinnmitnahmen einstellen.
US-Inflation etwas niedriger als im Juni – Geldpolitischer Druck bleibt erhalten
Die US-Inflation ist im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat laut Angaben des US-Arbeitsministeriums um 3,4 Prozent gestiegen und damit so stark wie im Vorfeld von Ökonomen erwartet. Im Juni hatte die Teuerungsrate noch bei 3,5 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat zog die Inflation um 0,1 Prozent an, nachdem diese im Vergleichszeitraum noch um 0,4 Prozent zurückging. Das eigentlich angepeilte Zwei-Prozent-Ziel der Fed liegt damit weiterhin außer Reichweite. Der sogenannte Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) hatte zuletzt bei 3,7 Prozent gelegen und sich damit weiterhin hartnäckig präsentiert. Zudem müssen Anleger in Zukunft auch mit weniger Informationen in Bezug über die zukünftige Geldpolitik auskommen. Wenn es nach Fed-Chef Kevin Warsh geht, sollen sich Währungshüter in Zukunft seltener äußern. Somit dürften die Anleger weniger geldpolitische Signale erhalten. Gleichzeitig könnte die Publikation der Teuerungsraten zusätzlich an Gewicht gewinnen.
„Fed-Watch-Tool“ signalisiert Chance von rund 64 Prozent für weitere Zinspause auf September-Sitzung
Das „Fed-Watch-Tool“ der CME Group signalisiert aktuell und damit unmittelbar nach Veröffentlichung der US-Inflationsdaten eine Chance von 63,9 Prozent, dass es am 16. September und damit auf der nächsten planmäßigen US-Notenbanksitzung zu einer Zinspause kommt. Dagegen stehen 36,1 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in Summe eines Viertelprozentpunkts. Aktuell notiert das sogenannte Zinsband in den USA bei 3,50 bis 3,75 Prozent.
US-Konjunkturdaten in zweiter Wochenhälfte im Fokus
Am Donnerstag rücken um 14:30 Uhr die US-Erzeugerpreise in den Blickpunkt der Anleger, welche ebenfalls geldpolitische Impulse senden könnten. Der Freitag steht zudem ganz im Zeichen der US-Einzelhandelsumsätze als auch vorläufigen Daten zum Verbrauchervertrauen aus dem Hause Uni Michigan.
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Quelle: TradingView



