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Wochenrückblick DAX und Wall Street: Zwischen KI-Zweifeln und Zinssorgen

Nachdem der Preisdruck in den USA im September stärker ausfiel als gedacht, müssen sich Anleger wieder verstärkt auf geldpolitische Unwägbarkeiten einstellen.
Timo Emden in einem dunklen Anzug und mit Krawatte posiert vor einem schlichten grauen Hintergrund und blickt mit neutralem Blick in die Kamera.
Timo Emden
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16.10.2026, 11:50 Uhr
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Zuletzt aktualisiert am 16.10.2026, 11:58 Uhr

Anleger haben das jüngste KI- und Zinsgewitter aus den USA offensichtlich mit einem blauen Auge überstanden. Kevin Warsh liefert den Märkten rhetorischen Rückenwind. Ob aus den Aufwinden ein tragfähiges Grundgerüst für eine Erholung entsteht, bleibt fraglich. Die aktuelle Schaukelbörse unterstreicht nach wie vor die undurchsichtige Gemengelage. Zwischen Zinsfragen, KI-Zweifeln und Krisenherden fehlt den Anleger weiterhin der entscheidende rote Faden. Wer an den Märkten nach Orientierung sucht, findet vor allem immer wieder neue Fragezeichen. Die vergangenen Handelstage waren insbesondere geprägt durch neue US-Inflationsdaten, welche zur Wochenmitte publik wurden. Impulse gab es zudem auch durch den Startschuss der US-Berichtssaison.

DAX

US-Inflation steigt auf 3,7 Prozent im September

Wie das US-Arbeitsministerium am Mittwochnachmittag mitteilte, stiegen die US-Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,7 Prozent an und damit stärker als von Ökonomen im Vorfeld gedacht (3,6 Prozent). Im August hatte besagte Rate noch bei 3,4 Prozent gelegen. Die Teuerung liegt damit weiterhin deutlich außerhalb der eigentlich von der US-Notenbank Federal Reserve angepeilten Spanne von 2,0 Prozent.

Die Kernrate der Inflation, welche die Treiber Energie und Lebensmittel ausblendet, stieg im gleichen Zeitraum ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent an.

Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze in den USA stärker als gedacht

Auch die US-Erzeugerpreise waren am Donnerstag mit 1,3 Prozent im Monatsvergleich deutlich stärker ausgefallen als erwartet (0,5 Prozent). Die US-Einzelhandelsumsätze konnten zudem ebenfalls im gleichen Zeitraum laut dem Census Bureau des Handelsministeriums um 0,8 Prozent zulegen, nach (revidiert) 1,3 Prozent im Vormonat. Hintergrund für den Anstieg waren insbesondere höhere Benzinpreise.

Fed-Chef Kevin Warsh lindert Sorgen in Sachen KI

„Derzeit erleben wir strukturelles Wachstum und eine enorme Investitionswelle“, so Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag in Bangkok. Auf der Frühjahrstagung vom Internationalen Währungsfonds (IWF) nebst Weltbank nimmt er den Märkten damit ein Stück weit die Sorgen, dass sich die Investitionen in die Künstliche Intelligenz nicht lohnen könnten.

Mittlerweile rechen 85,1 Prozent der Marktteilnehmer wieder mit einer Zinspause auf der Oktober-Sitzung und nur noch 14,9 Prozent mit einer entsprechenden Zinserhöhung in Summe eines Viertelprozentpunkts auf eine Spanne von 4,00 bis 4,25 Prozent.

Dow Jones Industrial Average Index

Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung im Sinne des §85 WpHG dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Timo Emden

Chefmarktanalyst
CapTrader
Timo Emden analysiert seit über zehn Jahren die internationalen Kapitalmärkte und ordnet für CapTrader täglich die Entwicklungen an Aktien-, Renten- und Rohstoffmärkten ein.
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