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Buchumschlag mit Robert T. Kiyosaki und dem Titel "Rich Dad's Investment Guide", mit einem deutschen Untertitel darüber, wo die Reichen wirklich investieren, sowie auffälligen Illustrationen von Bullen und Bären.

Rich Dad’s Investment Guide

Von
Celine
| 27. Juli 2023 |
Literatur

von Robert T. Kiyosaki ist eine Fortsetzung seines weltbekannten Bestsellers Rich Dad Poor Dad und baut auf den Konzepten auf, die er in seinem ersten Buch eingeführt hat. Man könnte es als typisches Money-Mindset-Buch bezeichnen, dem in diesem Fall der literarisch-erzählerische Teil aus Rich Dad Poor Dad vollständig fehlt. Das machte es mir etwas schwieriger, hier eine gute Bewertung abzugeben, denn wie so viele empfand auch ich Rich Dad Poor Dad ab der Mitte des Buches als immer zäher.

Die Kapitel sind kurz und knapp gehandelt und werden in einer Art Dialogform vorgetragen. Es wirkt ab und an fast schon wie ein Q&A, indem Kiyosaki sich selbst eine häufig gestellt Frage vornimmt und diese kurz in Passagen von einer halben Seite bis zu 2-3 Seiten erläutert. Literarisch ähnelt es einem Gespräch mit einer vertrauten Person und wird viel weniger wie ein sorgfältig ausgearbeiteter Ratgeber mit klarem rotem Faden.

"Es geht darum, die Kontrolle über dein Leben und dein Geld zu übernehmen. Wenn du das tust, wirst du mehr Entscheidungen treffen können, die dir helfen, deine finanziellen Ziele zu erreichen." 

Robert T. Kiyosaki

Ich würde nicht behaupten, dass die Themen willkürlich aufeinander aufbauen, aber sonderlich stringent ist es dennoch nicht. Darüber hinaus wirkt auch das etwas breitere Layout mit gleichzeitig voll ausgenutzter Textfläche auf den ersten Blick anstrengend. Zusätzlich negativ muss ich hervorheben, dass es keine(!) neuen Inhalte über die vorherigen Bücher hinaus gibt, die in diesem Buch zu finden sind. Das Wissen wird eben aber auch nicht angenehmer, besser oder gar aus einem anderen Blickwinkel aufgearbeitet, es wirkt vielmehr wie aufgewärmt. Was unterm Strich aber nicht bedeutet, dass es nicht dennoch wertvolles Wissen ist.

Dennoch rezensiere ich bekanntlich Bücher und muss mir das Große Ganze anschauen und da konnte mich dieses Buch nicht vollends überzeugen, hat mich aber auch nicht vollkommen enttäuscht. Es war eine gute Mitte, aber eben auch nicht mehr.

Zunächst beginnt der Autor damit, die Bedeutung von finanzieller Bildung zu betonen und warum es wichtig ist, eine finanzielle Ausbildung zu bekommen, um Investitionsentscheidungen treffen zu können. Dabei betont er stets den Unterschied zwischen finanzieller und akademischer Bildung wie auch bereits in seinen vorherigen Werken. Weiterhin ist ihm wichtig darzulegen, dass Investitionen Risiken bergen und dass es entsprechend wichtig ist, diese Risiken zu verstehen, bevor man investiert.

Eine Person liest ein Buch am Meer mit Klippen im Hintergrund.

Kiyosaki ist kein Mensch, der an dieser Stelle eine breite Diversifikation empfehlen würde. Er analysierte vielmehr, wie die wirklich reichen Personen ihr Geld investiert haben und da spielte gezielte Risikoabschätzung und Konzentration eine viel wichtigere Rolle. Was man an dieser Stelle aber niemals vergessen sollte ist der Survivorship-Bias. Denn durch besonders hohes Risiko und eine Konzentration auf bestimmte Investitionen kann man selbstverständlich zu stattlichem Vermögen kommen, aber eben auch genauso gut bankrottgehen und dann aus der Betrachtung eines Robert Kiyosaki herausfallen, denn er hat sich eben nur die angeschaut, die es auch geschafft haben.

Robert Kiyosaki teilt seine Investitionsstrategie in drei Kategorien ein: Aktien, Immobilien und die eigene unternehmerische Tätigkeit. Vor allem letztere kommt meiner Meinung nach bei vielen Finanzbuchautoren deutlich zu kurz. Der Hebel kann nämlich enorm sein und ist durch keine Spekulation aufzuwiegen. Jeder einzelne dieser Bereiche wird erläutert, mitsamt der Risiken und Chancen, die sie bieten. Leider zeigt sich auch hier an vielen Stellen wieder der US-Fokus des Autors, aber das kennt man bereits aus seinen vorherigen Büchern.
Cashflow ist für Kiyosaki King. Vielleicht heißt deswegen auch sein Brettspiel genau so. Entsprechend anders beurteilt er Vermögenswerte und legt einen Fokus auf die Ausschüttungen.

"Eine Investition ist nur dann eine Investition, wenn sie positive Cashflows generiert."

Robert T. Kiyosaki

Im Vergleich zu Rich Dad Poor Dad ist Rich Dad’s Investment Guide wesentlich praxisorientierter. Für mich aber nicht unbedingt ein positiver Punkt, denn insbesondere der erzählerische Part hat mir beim ersten Buch richtig gut gefallen, meine Jugend geprägt und ist mit Grund dafür, dass ich bereits in jungen Jahren einen etwas anderen Weg eingeschlagen habe.
Während Rich Dad Poor Dad hauptsächlich die Grundlagen der finanziellen Bildung erklärt, geht Rich Dad's Investment Guide tiefer in die verschiedenen Möglichkeiten der Investition ein und gibt konkrete Empfehlungen – leider mit US Fokus.
Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Büchern ist, dass Rich Dad's Investment Guide weniger autobiografisch ist. Während Rich Dad Poor Dad Kiyosakis persönliche Geschichte und die Geschichte seines reichen Vaters erzählt, ist Rich Dad's Investment Guide mehr auf die Investmentstrategien selbst fokussiert.

Inhaltlich ist das Buch ist in fünf Teile unterteilt. Im ersten Teil geht es um die Grundlagen der Investition, einschließlich der Bedeutung von finanzieller Bildung, der Rolle von Risiko und Unsicherheit, der Bedeutung des Cashflows und der verschiedenen Arten von Investitionen.

"Es ist wichtiger, wie viel Geld du behältst, als wie viel du verdienst."

Im zweiten Teil widmet sich Kiyosaki den verschiedenen Arten von Investitionen, einschließlich Aktien, Immobilien, Rohstoffe und unternehmerische Tätigkeiten. Er erklärt, wie jeder dieser Bereiche funktioniert, welche Chancen und Risiken sie bieten und welche Faktoren bei der Entscheidung, in sie zu investieren, berücksichtigt werden sollten.


"Die Fähigkeit, Risiken einzuschätzen, ist der Schlüssel zum Erfolg in der Investition."

"Um ein erfolgreicher Investor zu sein, musst du lernen, deine Angst vor dem Scheitern zu überwinden."

Robert T. Kiyosaki

Der dritte Teil des Buches befasst sich mit der Analyse von Investitionen und der Durchführung von Due-Diligence-Prüfungen. Kiyosaki erklärt, wie man die finanzielle Leistung eines Unternehmens oder einer Immobilie analysiert und bewertet und wie man Informationen über potenzielle Investitionen sammelt und nutzt.

"Die meisten Menschen scheitern in der Investition, weil sie denken, dass es einfach ist. Es ist nicht einfach."
"Erfolg in der Investition hängt von drei Faktoren ab: Wissen, Erfahrung und Persönlichkeit."

Robert T. Kiyosaki

Im vierten Teil gibt Kiyosaki praktische Ratschläge zur Portfolio-Diversifikation und zur Minimierung von Risiken. Er erklärt, wie man ein diversifiziertes Portfolio aufbaut und warum es wichtig ist, das Risiko zu minimieren, indem man in verschiedene Anlageklassen investiert.

"Eine gute Investition ist eine, die auf deinen Werten und deinem Wissen basiert."

Robert T. Kiyosaki

Im fünften und letzten Teil des Buches geht es um die Bedeutung von finanzieller Bildung und um die Schritte, die man unternehmen sollte, um ein erfolgreicher Investor zu werden. Kiyosaki betont, dass finanzielle Bildung ein lebenslanger Prozess ist und dass es wichtig ist, sich ständig weiterzubilden, um erfolgreich zu sein.

"Wenn du es schaffst, dein Geld für dich arbeiten zu lassen, anstatt für dein Geld zu arbeiten, bist du auf dem Weg zur finanziellen Freiheit."

"Die meisten Menschen denken, dass das Ziel darin besteht, reich zu werden. Das ist ein Irrtum. Das Ziel sollte darin bestehen, finanzielle Freiheit zu erlangen."

Robert T. Kiyosaki

In 18 Lektionen versucht der Autor uns einen Einblick in das Investmentverhalten der Reichen zu geben, aber mich erreicht er damit nicht vollends. Er zeigt zwar, welche Fehler man unbedingt vermeiden sollte, aber das hat er den Lesern auch bereits in den 10 Büchern davor erklärt und meiner Meinung nach auch gelungener aufgebaut als in diesem Werk.
Wer Rich Dad Poor Dad und den Cashflow Quadrant gelesen hat, wird diesem Buch keine weiteren Erkenntnisse entnehmen können und auch auf dem hart umkämpften Markt der Money-Mindset Bücher gehört dieses Buch leider nicht zu den besseren Werken. Sowohl Bodo Schäfer als auch Tony Robbins, Napoleon Hill und Co. laufen hier meiner Meinung nach Robert Kiyosaki den Rang ab.
Dennoch bleibt es bei einem „gut“ und somit 3 Sternen für dieses Buch.

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