Die Märkte navigieren derzeit zwischen Unternehmenszahlen und geopolitischen Schlagzeilen. Der Iran-Krieg dürfte das dominierende Risiko für die Finanzmärkte bleiben. Solange keine nachhaltige Entspannung erkennbar ist, könnten die Entwicklungen die Richtung an den Börsen stärker bestimmen als viele Unternehmensnachrichten. Die Berichtssaison dürfte zeigen, ob die hohen Bewertungen zahlreicher Technologiewerte weiterhin durch Gewinnwachstum gedeckt sind. Zweifel an der Dynamik des KI-Booms könnten kurzfristig für höhere Schwankungen sorgen.
Im Fokus der vergangenen Tage standen insbesondere neue US-Inflationsdaten und damit geldpolitische Impulse.
DAX

Iran-Krieg: Risiken flammen wieder neu auf – Geopolitische Spannungen zwischen USA und Teheran
Der wieder an Fahrt aufgenommene Iran-Krieg hat Anleger dies- und jenseits des Atlantiks in den vergangenen Handelstagen verstärkt umgetrieben. Auch in der Nacht zu Freitag haben sich die USA und der Iran erneut gegenseitig attackiert. Die geopolitischen Risiken könnten angesichts des Nahostkonflikts weiterhin zulasten der allgemeinen Risikobereitschaft gehen.
US-Teuerung steigt im Juni weniger stark an als gedacht – Geldpolitische Sorgen verlieren vorerst an Dynamik
Mit großer Spannung wurden am Dienstag neue US-Preisdaten erwartet. Die US-Inflationsrate lag im Monat Juni (gegenüber dem Vorjahresmonat) bei 3,5 Prozent und damit deutlich niedriger als von Ökonomen im Vorfeld geschätzt (3,8 Prozent). Im Mai hatte der Preisdruck in der größten Volkswirtschaft der Welt noch bei 4,2 Prozent gelegen.
Die Kernrate der Inflation, welche die Treiber Energie und Lebensmittel ausblendet, notierte mit 2,6 Prozent ebenfalls unter den Erwartungen (2,8 Prozent), nach 2,9 Prozent im Vormonat.
US-Erzeugerpreise im Juni rückläufig – Inflationsdruck lässt etwas nach
Die am Mittwoch veröffentlichten US-Erzeugerpreise fielen im Juni um 0,3 Prozent, nachdem Volkswirte im Vorfeld mit einer Stagnation gerechnet hatten. Im Monat zuvor hatte der Anstieg noch bei 0,6 Prozent im Vergleich zum April gelegen.
Die US-Einzelhändler haben im Monat Juni ihren Umsatz gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent steigern können. Im Mai hatte das Plus noch bei 1,0 Prozent gelegen. Allerdings war ein Teil des Anstiegs zu diesem Zeitpunkt noch auf die höheren Benzinpreise zurückzuführen.
Neuesten Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat zufolge lag die EU-Inflation im Juni (gegenüber dem Vorjahresmonat) bei 2,8 Prozent und damit so hoch wie erwartet, nach 3,2 Prozent im Mai.
Zum Wochenschluss gilt es noch die vorläufigen Verbraucherstimmungsdaten aus dem Hause Uni Michigan zu beachten (16:00 Uhr).
US-Berichtssaison nimmt an Fahrt auf
Den inoffiziellen Startschuss zur US-Berichtssaison gaben am Dienstag traditionell die US-Großbanken wie etwa Goldman Sachs (ISIN: US38141G1040), JPMorgan (ISIN: US46625H1005) sowie die Bank of America (ISIN: US0605051046) ab, welche starke Unternehmenszahlen aufweisen konnten. Auch in der neuen Handelswoche sollte unter anderem das Augenmerk auf der Berichtssaison liegen, welche auch auf deutscher Seite startet.





