Die Freude über das unterzeichnete Iran-Abkommen dürfte durch anhaltende US-Zinssorgen gedeckelt werden. Die Märkte schlagen womöglich temporär die geopolitische Akte vorerst zu und widmen sich wieder den offenen Rechnungen der Weltwirtschaft. Während sich die geopolitische Bühne leert, rückt das Wechselspiel aus Inflation, Zinsen und KI von der Nebenrolle zurück ins Zentrum des Marktgeschehens. Gleichzeitig steht die KI-Rally an der Wall Street erneut auf dem Prüfstand. Eine Woche nach dem viel beachteten SpaceX-Börsengang ist die anfängliche Euphorie zunächst einer nüchterneren Betrachtung gewichen. Erste Gewinnmitnahmen und kritischere Bewertungen der ambitionierten Wachstumsfantasien könnten womöglich auf erste Konsolidierungserscheinungen hindeuten.
DAX

USA und Iran unterzeichnen Rahmenabkommen – ZEW-Index deutlich besser als gedacht
Die USA und der Iran haben ihr jüngst verkündetes Rahmenabkommen unterschrieben. So seien die Regeln zunächst definiert, wie der Iran als auch die USA binnen 60 Tagen zu einem finalen Abkommen kommen sollen.
Mit insgesamt 10,5 Punkten lag der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen deutlich über den im Vorfeld getätigten Schätzungen (-6 Punkte), nach -10,2 Zählern im Vormonat. Hintergrund dafür dürften die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Konflikts gewesen sein.
US-Einzelhandelsumsätze ziehen an – Teil des Anstiegs aufgrund gestiegener Benzinpreise
Die US-Einzelhandelsumsätze für den Monat Mai stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent und damit deutlich stärker als erwartet (0,5 Prozent), nach 0,4 Prozent (revidiert) im April. Ein Teil des Anstiegs im letzten Monat sei demnach auf die gestiegenen Benzinpreise zurückzuführen, hieß es.
Zur Wochenmitte war es wie erwartet die Fed-Notenbanksitzung unter der Premiere von Kevin Warsh, welche wie erwartet für reichlich Aufsehen sorgte. Auch wenn der US-Währungshüter wie im Vorfeld von Ökonomen geschätzt das Zinsniveau unverändert bei einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent beließ, dürfte die Rhetorik des neuen Fed-Chefs für Unsicherheit gesorgt haben. Anleger könnten die Worte Warshs als falkenhaft interpretiert haben.
Laut „Fed-Watch-Tool“ der CME Group wird die Chance für eine Zinserhöhung in Höhe eines Viertelprozentpunkts auf der kommenden Sitzung am 29. Juli 2026 auf 36,3 Prozent geschätzt, nach 8,3 Prozent von vor einer Woche.
Dow Jones Industrial Average Index

SpaceX mit größten Börsengang in der Historie – Anfangseuphorie auf dem Prüfstand
Der jüngste Börsengang rund um das KI- und Raumfahrtunternehmen SpaceX (ISIN: US84615Q1031) dürfte zudem weiterhin für Gesprächsstoff sorgen. Mit 150 Dollar lag der erste Börsenkurs rund elf Prozent über dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Das Unternehmen hatte rund 555 Millionen Aktien verkauft und somit ca. 75 Milliarden Dollar eingenommen.
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