Die Märkte schwanken nach wie vor zwischen KI-Euphorie und geopolitischer Nervosität. Das ständige Wechselspiel aus Hoffnungen und Rückschlägen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran dürfte zunehmend am Nervenkostüm der Anleger zehren. Viele Investoren wirken inzwischen geopolitisch müde, nachdem frühere Hoffnungen auf eine Entspannung immer wieder enttäuscht wurden. Nach den Quartalszahlen von NVIDIA dürfte sich der Fokus hierzulande als auch an der Wall Street rasch wieder auf die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten verlagern. Vor allem neue Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung zwischen Washington und Teheran bestätigen die jüngsten Schaukelbörse. Anleger setzen erneut auf Signale einer Entspannung im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran, auch wenn das diplomatische Tauziehen weiterhin einem geopolitischen Pingpong gleicht.
DAX

Bislang keine Lösung im Iran-Konflikt – Unsicherheit dürfte bestehen bleiben
Eine Lösung im Iran-Konflikt lässt weiterhin auch sich warten. Jüngst hatte Irans Oberster Führer Insidern nach angeordnet, dass hochangereichertes Uran nicht in das Ausland geliefert werden dürfe. Die Ausfuhr gilt als eine der zentralen Forderungen der USA zur Beilegung des Konflikts.
Unter dem Strich dürften Anleger weiterhin verunsichert in Sachen Iran-Konflikt bleiben. Ein nachhaltiger diplomatischer Friedenspakt scheint in diesem Zusammenhang nicht absehbar.
China-Daten schwächeln – Auswirkungen des Iran-Konflikts auf Konjunktur sichtbar
Bereits zu Wochenbeginn sahen sich Anleger mit chinesischen Konjunkturdaten konfrontiert. Die jüngsten Zahlen zur Industrieproduktion signalisierten das schwächste Wachstum seit drei Jahren.
Auch die Einzelhandelsumsätze kletterten im April gegenüber dem Vorjahresmonat lediglich um 0,2 Prozent, nach 1,7 Prozent im März.
Fed-Mitschriften schüren Zinsängste - GfK- und ifo-Index etwas besser als gedacht
Am späten Mittwochabend brachten die Fed-Mitschriften die Erkenntnis hervor, dass die Mehrheit der US-Währungshüter bei einer anhaltenden Inflation Zinserhöhungen für wahrscheinlich halte. Dabei merkten die FOMC-Mitglieder an, dass die Gesamtteuerung zuletzt gestiegen sei, was sich zum Teil auf den Iran-Konflikt und die damit im Zusammenhang gestiegenen Ölpreise zurückzuführen ließe.
Laut Angaben des „Fed-Watch-Tools“ rechnen aktuell 2,8 Prozent der Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte und 97,2 Prozent mit einer Zinspause auf der kommenden planmäßigen Sitzung am 17. Juni.
Das GfK-Verbrauchervertrauen fiel mit minus 29,8 Punkten etwas besser aus als von Ökonomen erwartet (-34 Punkte), nach -33,1 Einheiten im Vormonat.
Der ifo-Geschäftsklimaindex hat sich im Mai entgegen den Erwartungen leicht aufgehellt. In besagtem Monat kletterte der Index auf 84,9 Punkte, nach im April (revidiert) 84,5 Zähler. Volkswirte hatten im Vorfeld mit einem Rückgang auf 84,1 Punkte gerechnet.
Nach wie vor dürfte insbesondere der Iran-Konflikt und damit im Zusammenhang stehenden wirtschaftlichen Unwägbarkeiten die Unsicherheit hochhalten und somit zulasten der Stimmung gehen.
Dow Jones Industrial Average Index

NVIDIA Aktie: Quartalsergebnisse stärker als erwartet

Der KI-Chiphersteller NVIDIA (ISIN: US67066G1040) hat seinen Quartalsumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar steigern können. Der operative Gewinn (um Sondereffekte bereinigt) stieg um rund 150 Prozent auf 53,5 Milliarden Dollar an. Den Umsatz prognostiziert das Unternehmen für das zweite Quartal auf 91 Milliarden Dollar (+/- 2 Prozent).




