Die Hoffnung auf Zinssenkungen in den USA hat Marktteilnehmer in den vergangenen Tagen verstärkt umgetrieben. Zudem sahen sich Investoren in einer aus Sicht des Wirtschaftskalenders vergleichsweise überschaubaren Handelswoche punktuell immer wieder mit Konjunkturdaten konfrontiert, zumal die Sorge um die Unabhängigkeit der Fed bestehen bleiben dürfte. Mit großer Spannung blicken Anleger dies- und jenseits des Atlantiks am heutigen Nachmittag auf die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls).
DAX
Quelle: TradingView
Nach Entlassung von Fed-Gouverneurin – Sorgen um Unabhängigkeit der Fed bleibt
Nach der jüngsten Ankündigung Donald Trumps über die Entlassung der Fed-Gouverneurin Lisa Cook bleibt die Sorge über die Unabhängigkeit der US-Notenbank weiter bestehen. Trump hatte angebliche Unregelmäßigkeiten bei Immobilienkrediten für diesen Schritt angeführt. Cook allerdings wolle sich dagegen wehren, hieß es.
ISM-Einkaufsmanagerindex für verarbeitendes Gewerbe schwächelt – „JOLTs“ verfehlen Erwartungen
Nachdem die Wall Street feiertagsbedingt wegen des „Labor Days“ am Montag geschlossen blieb, nahm das Handelsgeschehen in diesem Zusammenhang hierzulande erst am Dienstag richtig an Fahrt auf.
Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe wurde am Nachmittag publik. Mit 48,7 Punkten blieb dieser allerdings unter den im Vorfeld gesteckten Erwartungen (48,7 Punkte), nach 48 Zählern im Vormonat.
Die sogenannten „JOLTs“ brachten indes am Mittwoch insgesamt weniger Stellen hervor (7,181 Millionen) als erwartet (7,4 Millionen), zuvor: (7,357 Millionen).
Das Pendant zum ISM-Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor konnte am Donnerstag mit 52 Punkten die Erwartungen übertreffen (51 Punkte). Im Monat zuvor hatte besagter Indexwert noch bei 50,1 Punkten gelegen.
ADP-Beschäftigungsdaten schwach – Anleger hoffen auf maue US-Jobdaten
Einen ersten Vorgeschmack auf die heutige Veröffentlichung der US-Jobdaten gab es bereits am Donnerstag.
Die ADP-Beschäftigungsdaten brachten neuen Schwung für die bestehenden US-Zinssenkungsfantasien. In der US-amerikanischen Privatwirtschaft wurden einer Umfrage zufolge im August 54.000 neue Jobs geschaffen, nach 106.000 im Juli (revidiert).
Aufschluss über die Entwicklung am US-Jobmarkt sollten heute die Non-Farm Payrolls abgeben. Neben den offiziellen Arbeitsmarktdaten dürften die Arbeitslosenquote als auch die Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne von Interesse sein (14:30 Uhr).
Wenn es nach Fachleuten geht, könnten in den USA außerhalb der Landwirtschaft insgesamt im vergangenen Monat 75.000 neue Jobs geschaffen worden sein und damit etwas mehr als im Juli (73.000). Die Arbeitslosenquote, welche separat ermittelt wird, könnte allerdings auf 4,3 Prozent anziehen, nach 4,2 Prozent im Vormonat.
Am 17.09.2025 kommt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) planmäßig das nächste Mal zusammen, um über die zukünftige Geldpolitik zu entscheiden. Das „Fed-Watch-Tool“ der CME Group taxiert die Chance für eine Zinssenkung mittlerweile auf 99,4 Prozent, nach 86,4 Prozent von vor einer Woche. Die Chance für eine Zinspause wird derzeit auf 0,6 Prozent geschätzt.
Trotz der erhöhten Zinssenkungsfantasie sollten sich Anleger vor Augen halten, dass ein tatsächlicher Zinsschritt keine ausgemachte Sache ist.
Dow Jones Industrial Average Index

Quelle: TradingView




