Der eskalierende Handelsstreit hat die Aktienmärkte in der zweiten Wochenhälfte schwer getroffen. Am Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump zahlreiche Strafzölle auf US-Importe gegen nahezu alle Länder angekündigt und somit weltweit für Aufsehen gesorgt. Vereinzelt sahen sich Anleger neben wichtigen US-Konjunkturdaten auch mit Inflationsdaten für die Bundesrepublik Deutschland als auch die Eurozone konfrontiert. Den Wochenabschluss bildet für gewöhnlich am ersten Freitag des Monats die Veröffentlichung des offiziellen US-Arbeitsmarktberichts.
DAX Chart
Quelle: TradingView
Trump kündigt Strafzölle für Importe in die USA für nahezu alle Länder an
Trump hatte am späten Mittwochabend im Rosengarten des Weißen Hauses Strafzölle auf US-Einfuhren für über 180 Länder angekündigt. Für Waren aus der Eurozone in die USA sei demnach ab dem 09. April 2025 ein Strafzoll in Höhe von 20 Prozent vorgesehen. Für etwa Stahl- und Aluminiumimporte bleibt der Extrazoll bei den bereits in Kraft getretenen 25 Prozent.
Anleger dürften nun insbesondere mögliche Gegenreaktionen wichtiger Volkswirtschaften fürchten. In diesem Zusammenhang könnte sich die Eskalationsspirale schon bald weiterdrehen. Die Entwicklungen im Handelsstreit sollten Investoren weiterhin mit Argusausgaben beobachten. Die Unsicherheit über die nicht absehbaren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft dürften weiterhin zulasten der allgemeinen Risikofreude gehen.
Deutsche- und europäische Inflation rückläufig
Wegen günstigerer Energie ist die deutsche Teuerungsrate ersten Prognosen zufolge im März gefallen. Dem deutschen Statistikamt zufolge stiegen Waren und Dienstleistungen im Mittel um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, was dem niedrigsten Wert seit November 2024 entspricht. Im Januar und Februar hatte der Preisdruck jeweils noch bei 2,3 Prozent gelegen.
Am Dienstag wurden vorläufige Verbraucherpreisdaten für die Eurozone publik. Der Teuerungsrate lag mit 2,2 Prozent im März (per Jahresmonatsvergleich) unter der Februar-Rate von 2,3 Prozent und damit so hoch wie erwartet.
ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe enttäuscht – ADP-Beschäftigungsdaten fallen deutlich besser aus als gedacht
Für eine Enttäuschung sorgte am Nachmittag der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA, welcher mit 49 Punkten unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern notiert und damit schwächer ausfiel als gedacht (49,50 Punkte), nach 50,30 Zählern im Vormonat.
Einen ersten Vorgeschmack auf die heutigen US-Arbeitsmarktdaten gaben zur Wochenmitte bereits die ADP-Beschäftigungsdaten ab, welche mit 155.000 neuen Stellen deutlich schwächer ausfielen als erwartet (105.000), nach 77.000 Einheiten im Februar.
Das Pendant zum ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe fiel am Donnerstag mit 50,80 Punkten zwar schlechter aus als erwartet (53 Punkte), konnte sich aber somit weiterhin über wichtigen 50er-Marke behaupten.
Ökonomen erwarten Eintrübung des Jobmarkts im Vergleich zum Vormonat – Hoffen auf Zinssenkungssignale
Ihre Aufmerksamkeit dürften Marktteilnehmer am heutigen Freitagnachmittag auf die Pubklikation der "NFPs" richten. Aktuellen Schätzungen zufolge erwarten Ökonomen ein Stellenplus außerhalb der Landwirtschaft in Höhe von 135.000 Einheiten, nach 151.000 Stellen im Februar. Die Arbeitslosenquote dürfte weiterhin bei 4,1 Prozent verweilen und damit unverändert im Vergleich zum Vormonat.
Ebenfalls im Blick behalten sollten Anleger auch die Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne.
Dow Jones Industrial Average Index

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