Erstmals in der Geschichte konnten DAX-Anleger die 20.000-Dollar-Marke begrüßen. Die Aussicht auf weiterhin global sinkende Kapitalmarktzinsen dürfte als zentrales Zugpferd fungieren. Indes sahen sich Investoren mit der Regierungskrise in Frankreich also auch mit einigen Konjunkturdaten konfrontiert. Zum Wochenabschluss warten die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten.
DAX Chart
Quelle: TradingView
Regierungskrise in Frankreich beschäftigt auch DAX-Anleger
Die Regierungskrise im Nachbarland Frankreich hat Anleger hierzulande in den vergangenen Tagen beschäftigt, nach dem die Regierung durch ein Misstrauensvotum zu Fall gebracht wurde. Präsident Emmanuel Macron verkündete jedoch nun in einer TV-Ansprache, dass er im Amt bleiben wolle. Die Unwägbarkeiten könnten Marktteilnehmer auch in der neuen Handelswoche weiter beschäftigen.
Verarbeitendes Gewerbe in den USA schwächelt – ADP-Daten signalisieren schwächeren US-Jobmarkt
Am Montag konnte der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe mit 48,40 Punkten etwas besser ausfallen als gedacht (47,50 Punkte), nach 46,50 Zählern im Vormonat. Allerdings notiert der Index damit immer noch unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.
Während der Dienstag weniger relevante Daten vorsah, konnten am Mittwoch die ADP-Daten bereits einen ersten Vorgeschmack auf die heutigen US-Arbeitsmarktdaten abgeben. Der Privatdienstleister Automatic Data Processing (ADP) signalisierte einen Stellenzuwachs außerhalb der Landwirtschaft von 146.000 Einheiten, nach 150.000 neuen Stellen im Oktober.
Indes hatte der ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe die Erwartungen stark verfehlt, welcher allerdings immer noch mit 56 Zählern über der Expansionsschwelle von 50 Einheiten notiert.
Fed könnte sich mit Zinssenkungen weiter Zeit lassen – Anleger hoffen auf Zinsschritt am 18.12.
Zudem zog Jerome Powell am späten Mittwochabend die Aufmerksamkeit auf sich. Allerdings hatte der Fed-Chef lediglich Altbekanntes wiederholt und mitgeteilt, dass sich der Währungshüter angesichts einer soliden Wirtschaftsentwicklung nebst unsicheren wackeligen Inflationsperspektiven mit Zinssenkungen Zeit lassen könne.
Sein Kollege Alberto Musalem von dem Fed-Ableger St. Louis warnte hingegen vor zu frühen und starken Zinssenkungen. Aktuell setzen Marktteilnehmer auf eine Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt auf der finalen Sitzung des Jahres (18.12.).
Neuesten Daten zufolge verzeichneten Einzelhändler in der Eurozone im Oktober das erste Minus seit Juni. Dem Statistikamt Eurostat nach kassierten diese 0,5 Prozent weniger im Vergleich zum Vormonat.
EU-BIP wächst trotz Deutschland-Schwäche – US-Arbeitsmarktdaten dürften geldpolitische Signale senden
Indes konnte die Eurozone ihr Wachstum im dritten Quartal des Jahres verdoppeln und das trotz der anhaltenden Schwäche Deutschlands. Von Juli bis September kletterte das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent.
Am Nachmittag richtet sich abschließend die Aufmerksamkeit auf die Non-Farm Payrolls, welche um 14:30 Uhr mit Spannung erwartet werden.
Ökonomen erwarten ein Plus von 200.000 Einheiten, nach einem starken Einbruch im Vormonat (12.000). Hintergrund für den massiven Rückgang waren die Folgen eines wütenden Hurrikans sowie die Streikmaßnahmen bei Boeing. Die Arbeitslosenquote könnte etwas anziehen (0,1 Prozentpunkte) auf 4,2 Prozent.
Um 16:00 Uhr dürfte abschließend das Verbrauchervertrauen aus dem Hause Reuters und der Uni Michigan bewegen.




