Während für Anleger hierzulande die geopolitischen Risiken wieder an Fahrt aufnahmen, sorgten die NVIDIA-Zahlen insbesondere an der Wall Street erwartungsgemäß für reichlich Aufsehen.
Zum Wochenabschluss warten zudem zahlreiche Einkaufsmanager dies- und jenseits des Atlantiks auf Marktteilnehmer.
DAX Chart
Quelle: TradingView
Putin unterzeichnet aktualisierte Atomdoktrin – Geopolitische Unwägbarkeiten belasten
In den vergangenen Handelstagen haben geopolitische Risiken in Frankfurt am Main wieder verstärkt auf die Stimmung der Anleger gedrückt. So wurde am Dienstag bekannt, dass der russische Präsident Wladimir Putin eine erneuerte Atomdoktrin unterzeichnet hatte, was die schwelenden Sorgen entsprechend verschärfte.
Zudem habe Russland eine neue ballistische Rakete mit mittlerer Reichweite gegen Ziel in der Ukraine eingesetzt, was eine Reaktion auf die jüngsten Angriffe der ukrainischen Seite mit westlichen Raketen größerer Reichweite sei, sagte Putin am Donnerstag.
Die geopolitischen Unwägbarkeiten wegen des Ukraine-Russland-Konflikts dürften Investoren auch heute so in der neuen Handelswoche weiter umtreiben.
EU-Teuerung bei 2,0 Prozent - NVIDIA übertrifft erneut die Ergebnisse – Ausblick belastet
In einer aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders insgesamt überschaubaren Woche stachen am Dienstag die EU-Verbraucherpreise heraus, welche allerdings mit 2,0 Prozent (im Vergleich zum Vormonat) so hoch ausfielen wie erwartet, nach ebenfalls 2,0 Prozent im Vormonat.
Das Unternehmen NVIDIA hatte am späten Mittwochabend nach US-Börsenschluss trotz besser als erwarteter Ergebnisse die Anleger enttäuscht. Der KI-Riese prognostizierte das langsamste Wachstum seit sieben Quartalen. Lieferkettenengpässe würden dazu führen, dass die Nachfrage nach den KI-Chips das Angebot für mehrere Quartale im Jahr 2026 übersteigen würde, hieß es.
Fed-Mitglied Collins erwartet weitere Zinssenkungen durch US-Notenbank
Zudem kamen immer wieder Fed-Vertreter zu Wort. So sagte etwa die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Boston, Susan Collins, dass sie mit weiteren Zinssenkungen in den USA rechne. "Ich gehe davon aus, dass im Laufe der Zeit weitere Anpassungen angebracht sein werden, um den Leitzins allmählich von seiner derzeitigen restriktiven Haltung zurück in einen neutraleren Bereich zu bringen.“ "Die Absicht ist, die Zinssätze nicht zu schnell oder zu stark zu lockern und damit die bisherigen Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung zu behindern", hieß es weiter.
Deutsche Wirtschaft wächst langsamer als gedacht - Einkaufsmanager im Fokus
Dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal langsamer wächst als angenommen, dürfte die Sorgenfalten der Anleger hierzulande nicht kleiner werden lassen. Von Juli bis September legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut Angaben des Statistischen Bundesamtes um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu. Eine frühere Schätzung hatte noch einen Zuwachs von 0,2 Prozent ergeben. Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaft um 0,3 Prozent. Fachleute sprechen von einer sogenannten „technischen Rezession“, wenn das BIP zwei Minus-Quartal in Folge aufweist.
Am heutigen Freitag blicken Anleger abschließend auf die Veröffentlichung von Einkaufsmanager für die Bundesrepublik Deutschland nebst Eurozone (10:00 Uhr). Das Pendant für die USA steht am Nachmittag ab 14:30 Uhr im Fokus.
Hierzulande signalisierten die Einkaufsmanager für den verarbeitenden Sektor ein kleines Plus, während der Servicebereich knapp unter Wachstumsmarke von 50 Zählern notiert.
Auch das Verbrauchervertrauen aus dem Hause der Uni Michigan/Reuters könnten abschließend Impulse senden (16:00 Uhr).




