In den vergangenen Handelstagen sahen sich Anleger dies- und jenseits des Atlantiks mit zahlreichen Wirtschaftsdaten konfrontiert. Gleichzeitig dominiert die Unsicherheit vor den US-Präsidentschaftswahlen und die damit im Zusammenhang stehende Regierungsbildung. Auch die Berichtssaison hinterließ ihre Spuren. Am heutigen Freitag stehen abschließend neue US-Arbeitsmarktdaten im Fokus.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
GfK-Konsumklima steigt auch höchsten Stand seit April 2022 – Deutsche Wirtshaft wendet technische Rezession ab
Hierzulande signalisierte das GfK-Konsumklima am Dienstag dank der nachlassenden Inflation eine Aufhellung. So stieg der Index um 2,7 Punkte auf 18,3 Zähler und damit das zweite Mal in Serie an, was gleichzeitig dem höchsten Stand seit April 2022 entspricht.
In den USA fielen die sogenannten offenen Stellen in den USA (JOLTS) mit 7,443 Millionen Einheiten deutlich schwächer aus als gedacht (7,99 Millionen).
Zur Wochenmitte konnten neue Zahlen zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Aufsehen sorgen. Entgegen den Erwartungen hat das BIP zwischen Juli und September um 0,2 Prozent zulegen können. Erwartet wurde im Vorfeld ein Minus von 0,1 Prozent. Somit entgeht die deutsche Wirtschaft vorerst einer technischen Rezession, welche zwei Minusquartale als Bedingung hat.
Auch das BIP für die Eurozone konnte stärker zulegen als gedacht (0,4 Prozent vs. 0,2 Prozent).
Inflationsentwicklung sorgt für Wermutstropfen – „PCE-Deflator“ wie erwartet
Für einen Wermutstropfen sorgten indes neue Inflationszahlen für die Bundesrepublik. Die Verbraucherpreise inklusive der Treiber Energie und Lebensmittel legten vorläufigen Zahlen im Oktober (im Vergleich zum Vorjahresmonat) um 2,0 Prozent zu und damit stärker als gedacht (1,8 Prozent), nach 1,6 Prozent im September.
Das Pendant für die Eurozone fiel mit 2,0 Prozent ebenfalls stärker aus als erwartet (1,9 Prozent). Offiziell wäre die von der EZB langfristig angepeilte Zwei-Prozent-Zielmarke damit erreicht.
Der „PCE-Deflator“ für die persönlichen Konsumausgaben (Kernrate) fiel mit 0,3 Prozent so hoch aus wie erwartet. Besagte Daten werden auch von der Fed als bevorzugtes Inflationsmaß angesehen. Am 07. November und damit zwei Tage nach der US-Wahl kommt die Fed zusammen, um über die zukünftige Geldpolitik zu entscheiden.
Ökonomen erwarten deutliche Eintrübung des Jobmarkts
Mit Spannung blicken Anleger am heutigen Freitagnachmittag auf die Publikation des offiziellen US-Arbeitsmarktberichts (Non Farm Payrolls) um 13:30 Uhr.
Ökonomen erwarten eine deutliche Eintrübung des Jobmarkts im Vergleich zum Vormonat. Neuesten Schätzungen zufolge könnte das Stellenplus lediglich 113.000 Einheiten betragen haben und damit weniger als die Hälfte im Vergleich zum September (254.000).
Erwartet wird, dass die Arbeitslosenquote allerdings weiter bei 4,1 Prozent verweilt.
Bereits zur Wochenmitte haben die ADP-Daten allerdings entgegen den Erwartungen ein deutliches Stellenplus signalisiert. Besagte Daten werden auch als Vorgeschmack auf die „NFPs“ angesehen.
Volkswagen mit Gewinneinbruch – Meta und Microsoft warnen vor hohen Kosten bei KI
Für kräftig Aufsehen sorgte in dieser Woche die Zahlen von Volkswagen, welche wegen eines schwachen China-Geschäfts und hohen Kosten im dritten Quartal kräftig eingebrochen waren. Von Juli bis September ging das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 42 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zurück.
Für reichlich Furore sorgten auch die Ergebnisse der Tech-Riesen Amazon und Apple. Der Online-Versandhändler konnte wegen einer anziehenden Kauflaune einen Gewinnsprung ausweisen. Dank der anhaltend hohen Nachfrage nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) stiegen die Erlöse in den Reihen von Amazon Web Services (AWS) im Mittel um 19 Prozent an.
Indes drückte ein maues China-Geschäft auf die Stimmung in den Reihen Apples. Zwar bescherte der Erfolg der neuen iPhone-Generation das größte Umsatzplatz seit zwei Jahren, allerdings fällt der Ausblick für das Weihnachtsgeschäft wegen der anhaltenden China-Schwäche zurückhaltend aus.
Meta Platforms als auch Microsoft warnten vor den steigenden Kosten für Künstliche Intelligenz (KI). Insgesamt wiesen beide Unternehmen allerdings starke Zahlen aus.




