In einem insgesamt überschaubaren Wirtschaftsdatenkalender gab es hierzulande insbesondere durch den ZEW-Index sowie durch die Europäische Zentralbank (EZB) in dieser Woche Rückenwind. In den USA sorgte vor allem die laufende Berichtssaison für Wirbel. Dass die jüngsten US-Konjunkturdaten besser ausfielen als erwartet, nährt die Hoffnung auf ein „Softlanding“. Abermals konnten Anleger hierzulande als auch in den USA erneut Rekordstände begrüßen.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
China-Schützenhilfen werden konkreter – Anleger hoffen auf weitere Zusagen
Die Hoffnung auf weitere Schützenhilfe durch die chinesische Regierung für die heimische Wirtschaft bleibt auch hierzulande Gesprächsthema. Am Dienstag wurde Medienberichten zufolge bekannt, dass durch die Ausgabe spezieller Staatsanleihen über einen Zeitraum von drei Jahren neue Schulden in Höhe von 774 Milliarden Euro aufgenommen werden sollen. Der chinesische Finanzminister Lan Foan hatte angekündigt, die Verschuldung „deutlich erhöhen“ zu wollen, um die heimische Wirtschaft als auch den gebeutelten Immobilienmarkt wieder auf die Beine zu helfen.
ZEW-Daten mit Hoffnungsschimmer für deutsche Wirtschaft
Für einen Silberstreif in der deutschen Wirtschaft sorgten am Dienstag die ZEW-Daten. Angesichts der Erwartung weiter sinkender Zinsen stieg das Barometer für die kommenden sechs Monate im Oktober um 9,5 Zähler auf 13,1 Punkte an, nach insgesamt drei Rückgängen in Serie. Ökonomen hatten im Vorfeld allerdings mit einem noch größeren Plus gerechnet (10,0 Prozent).
Die aktuelle Situation bleibt jedoch düster (-86,9 Punkte), was dem schwächsten Wert seit Mai 2020 entspricht.
"Ausgehend von einer sehr schlechten Lagebewertung steigen die Konjunkturerwartungen für Deutschland", sagte ZEW-Chef Achim Wambach. "Dazu beigetragen haben die Erwartung stabiler Inflationsraten und die damit verbundene Aussicht auf weitere Zinssenkungen durch die EZB."
Einlagenzins für Geschäftsbanken fällt auf 3,25 Prozent – Weitere Zinssenkung in diesem Jahr möglich
Der Donnerstag stand indes ganz im Zeichen der EZB-Notenbanksitzung. Erwartungsgemäß hatte der europäische Währungshüter den für den Finanzmarkt maßgeblichen Einlagensatz für Geschäftsbanken um einen Viertelprozentpunkt auf ein Niveau von 3,25 Prozent gesenkt. Auf der anschließenden Pressekonferenz mit EBZ-Präsidentin Christine Lagarde gab es indes keine größeren Überraschungen. Mit Blick auf mögliche weitere Zinsschritte wolle man die Konjunkturentwicklung abwarten, hieß es.
Am 12.12.2024 entscheidet die EZB das letzte Mal in diesem Jahr laut Plan über ihre Geldpolitik.
US-Daten schüren Hoffnungen auf „Softlanding“ – China-Daten werden gelassen aufgenommen
Dass der Einzelhandelssektor in den USA im September gegenüber dem Vormonat mit 0,4 Prozent stärker zulegen konnte als gedacht (0,3 Prozent), dürften Anleger positiv aufgenommen haben. Auch die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe fielen mit 241.000 Einheiten deutlich schwächer aus als erwartet (260.000), nach ebenfalls 260.000 in der Vorwoche. Insgesamt dürften beide Wirtschaftsdaten die konjunkturellen Unwägbarkeiten gelindert haben.
Für Gesprächsstoff sorgten am frühen Freitagmorgen zudem neue Wirtschaftsdaten aus dem Reich der Mitte. Wie die Daten zeigten, wuchs die chinesische Wirtschaft im dritten Quartal so langsam wie seit Beginn 2023 nicht mehr. Insbesondere der maue Immobiliensektor bleibe eine Herausforderung, hieß es. Indes konnten die Konsum- und Industrieproduktionszahlen die Schätzungen übertreffen.
Goldman Sachs und Morgan Stanley sorgen für Furore - Weitere Unternehmenszahlen im Blick
Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat seinen Gewinn im Sommer um 45 Prozent steigern können. Für Juli bis September lag das Ergebnis bei 2,99 Milliarden Dollar, nach 2,06 Milliarden Dollar per Jahresfrist.
Für einen Gewinnsprung in den Reihen Morgan Stanleys sorgte ein florierendes Geschäft mit Fusionen und Übernahmen.
Am heutigen Freitag blicken Anleger zudem auf die Zahlen von American Express und Procter & Gamble.




