Die vergangenen Handelstage waren insbesondere geprägt durch den Leitzinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve. Die jüngst eingeläutete Zinswende könnte in den kommenden Wochen eines der Beweggründe für Anleger sein, um am Aktienmarkt verstärkt Fuß zu fassen.
Vor diesem Hintergrund konnte der DAX am Donnerstag erstmals in seiner Geschichte die 19.000-Punkte-Marke erklimmen.
DAX Chart
ZEW-Daten auf tiefsten Stand seit Mai 2020 – US-Einzelhandel stärker als gedacht
In einer aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders vergleichsweise impulsarmen Handelswoche sahen sich Anleger am Dienstag zunächst mit neuen ZEW-Daten konfrontiert. Das Barometer für die aktuelle Situation gab im September um 7,2 Punkte auf minus 84,5 Punkte nach, was dem schlechtesten Stand seit Mai 2020 entspricht.
Lichtblicke gab es indes aus den USA. So fielen die US-Einzelhandelsdaten insgesamt besser aus als erwartet (-0,20 Prozent vs. 1,00 Prozent).
US-Notenbank dreht an den Zinsschrauben um 50 Basispunkte nach unten – Weitere Zinssenkungen denkbar
Erstmals seit März 2020 hat die Fed wieder an berüchtigten Zinsschrauben nach unten gedreht. Am späten Mittwochabend verkündete der US-Währungshüter einen sogenannten XL-Zinsschritt und damit eine Reduzierung des Zinsniveaus um 50 Basispunkte auf eine Spanne von 4,75-5,00 Prozent.
Dabei war im Vorfeld völlig offen, dass es zu einer derartigen Reduzierung des Zinses kommen würde. Insgesamt hatten die Mitglieder des Offenmarktausschusses nahezu einstimmig für einen Zinsschritt um 0,50 Prozentpunkte gestimmt. Lediglich Direktoriumsmitglied Michelle Bowman votierte für einen Viertelprozentpunkt.
Zuletzt hatte die Fed als Antwort auf den Corona-Ausbruch bzw. als Reaktion auf den damit im Zusammenhang stehenden Konjunktureinbruch den Leitzins gesenkt. Im Jahr 2022 versuchte der US-Währungshüter mit aggressiven Zinserhöhungen die Inflation wieder einzufangen, welche im vergangenen Monat zuletzt bei 2,5 Prozent notierte (per Jahresmonatsvergleich).
Erwartet wird, dass die Fed im laufenden den Zins noch um einen halben Prozentpunkt nach unten anpasst. Für das Jahr 2026 werde eine Spanne von 2,75 bis 3,00 Prozent erwartet, hieß es.
US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sorgen für Entspannungssignale am Jobmarkt
Die für gewöhnlich im wöchentlichen Turnus veröffentlichten Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe signalisierten am Donnerstag Entspannungssignale am wichtigen US-Arbeitsmarkt. Insgesamt hatten 219.000 Bürger einen Antrag auf staatliche Unterstützung gestellt und damit deutlich weniger als gedacht (230.000). Als kritische Schwelle werden 270.000 Anträge angesehen, welche eine negative Trendwende am Arbeitsmarkt signalisieren würde.
Deutsche Erzeugerpreise weiter rückläufig – Christine Lagarde im Blick
Der Rückgang der deutschen Erzeugerpreise hat sich neuesten Zahlen zufolge auch im August wegen günstigerer Energie weiter fortgesetzt, welche im Jahresmonatsvergleich um durchschnittlich 0,8 Prozent fielen, was gleichzeitig den 14. Rückgang in Folge entspricht. Erwartet wurde allerdings ein noch stärkerer Rückgang (1,0 Prozent). Im Monatsvergleich (Juli bis August) hatten die Preise zuletzt um 0,2 Prozent zugelegt.
Zum Wochenausklang stehen neben dem EU-Verbrauchervertrauen (16:00 Uhr) last but not least Reden durch EZB-Präsidentin Christine Lagarde (17:00 Uhr) sowie FOMC-Mitglied Patrick T. Harker im Blickpunkt.




