In den vergangenen Handelstagen mussten Anleger neben neue US-Inflationsdaten insbesondere den jüngsten EZB-Zinsentscheid und die damit im Zusammenhang stehenden Projektionen verarbeiten. Unter dem Strich könnte für Investoren dies- und jenseits des Atlantiks allerdings eine zufriedenstellende Woche zu Ende gehen. Mittlerweile dürften sich Marktteilnehmer auf die anstehende Fed-Notenbanksitzung für kommenden Mittwoch einstimmen.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
Deutsche Inflation fällt erstmals seit über drei Jahren unter 2 Prozent
Die Hoffnungen auf eine in Zukunft lockere Geldpolitik durch die EZB nährten am Dienstag bereits neue Inflationsdaten für die Bundesrepublik Deutschland. Erstmals seit über drei Jahren notierte die Teuerung mit 1,9 Prozent wieder unter der Zwei-Prozent-Marke (per Jahresmonatsvergleich), wie das Statistische Bundesamt in einer vorläufigen Einschätzung mitteilte.
US-Kernteuerung bleibt hartnäckig – Zinssenkungsfantasien in den USA weiter überschaubar
Zur Wochenmitte waren es wie erwartet die US-Verbraucherpreise, welche die Börsen rund um den Globus beschäftigten.
Die Teuerungsrate inklusive der Treiber Energie und Lebensmittel legte gegenüber dem Vorjahresmonat im August um 2,50 Prozent zu und damit weniger stark als gedacht (2,60 Prozent), nach 2,90 Prozent im Juli. Allerdings verharrte die Kernteuerung bei 3,20 Prozent und damit auf dem Niveau aus dem Vormonat.
EZB senkt Zinsen erwartungsgemäß – Ausblick bleibt vage
Als Antwort auf die zurückgehende Inflation hat die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstagnachmittag erwartungsgemäß den sogenannten Einlagenzins um 25 Basispunkte auf ein Niveau von 3,50 Prozent gesenkt. Der Einlagenzins, welche Banken erhalten, wenn sie überschüssige Liquidität bei der EZB parken, gilt als richtungsweisend.
Wie es um die zukünftige geldpolitische Marschroute bestellt ist, blieb jedoch offen: "Der EZB-Rat legt sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest."
Der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld leihen können, sank um 0,60 Prozentpunkte auf 3,65 Prozent. Erwartet werden durch die Senkung neue Wachstumsimpulse.
Ebenfalls im Blickpunkt standen am Donnerstagnachmittag frische US-Erzeugerpreise, welche im August gegenüber dem Vormonat mit 0,20 Prozent doppelt so stark zulegten wie gedacht. Besagte Daten werden nicht zuletzt auch als wichtige Indikation im Hinblick auf die zukünftige Teuerungsentwicklung angesehen.
Michigan-Verbraucherstimmung im Blick – Anleger dürften sich auf Fed-Sitzung einstimmen
Am heutigen Freitag stehen last but not least vorläufige Daten zum Verbraucherstimmungssentiment aus dem Hause Michigan auf der Agenda (16:00 Uhr).
Bereits am kommenden Mittwoch kommt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zusammen, um über das zukünftige Leitzinsniveau in den Vereinigten Staaten zu entscheiden. Anleger setzen auf einen Zinsschritt um einen Viertelprozentpunkt auf 5,00-5,25 Prozent und damit auf die langersehnte Zinswende.




