Anleger dies- und jenseits des Atlantiks blicken auf eine verhältnismäßige ruhige Handelswoche zurück. Hierzulande dürften insbesondere die anstehenden Neuwahlen in Frankreich für Bewegung sorgen. In den USA zerbrechen sich Investoren weiterhin den Kopf über die zukünftige Ausgestaltung der Geldpolitik, was nicht zuletzt auch hier Auswirkungen haben dürfte. Die jüngste KI-Rallye in den USA hat am Donnerstag indes eine Pause gelegt.
DAX 40 Chart
Quelle: Tradingview
China-Daten fallen gemischt aus – Fed-Notenbanker zeigen sich uneins in puncto Zinssenkungen
Bereits zu Wochenbeginn haben gemischte Konjunkturdaten aus China für keine nachhaltige Bewegung sorgen können. Während die Industrieproduktion mit einem Plus von 5,6 Prozent nicht ganz die Erwartungen erfüllen konnte (6 Prozent), stiegen die Einzelhandelsdaten im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 3,7 Prozent stärker an als gedacht (3 Prozent).
Zudem sahen sich Anleger immer wieder mit geldpolitischen Impulsen konfrontiert. Am Montag sagte etwa Patrick Harker, Präsident der Philadelphia-Fed, dass die US-Notenbank ihren Leitzins in diesem Jahr einmal senken könnte. "Wenn alles so eintrifft wie prognostiziert, denke ich, dass eine Zinssenkung bis zum Jahresende angemessen wäre."
Thomas Barkin von der Richmond-Fed sagte hingegen, dass er noch mehrere Monate Wirtschaftsdaten analysieren müsse, bevor er eine Zinssenkung in Erwägung ziehe.
EU-Inflation bei 2,9 Prozent – ZEW-Index und US-Einzelhandelsumsätze enttäuschen
Erwartungsgemäß war die finale Kernrate der EU-Teuerung am Dienstag mit 2,9 Prozent ausgefallen, nachdem diese im Monat zuvor noch 2,7 Prozent betragen hatte (per Jahresmonatsvergleich).
Für eine Enttäuschung sorgte hierzulande der ZEW-Index mit lediglich 47,5 Punkten (Erwartung: 50 Punkte).
Auch die US-Einzelhandelsumsätze entwickelten sich mit einem Plus von 0,1 Prozent schwächer als gedacht (0,2 Prozent), nach minus 0,1 Prozent im Vormonat.
Während die Börsenpforten zur Wochenmitte wegen des Feiertags „Juneteenth“ am Mittwoch geschlossen blieben, verlief der Handel auch in Frankfurt am Main in tendenziell überschaubaren Bahnen.
Die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe fielen indes am Donnerstag etwas höher aus als erwartet. In der letzten Woche hatten 238.000 Bürger einen entsprechenden Antrag gestellt, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit 235.000 gerechnet, nach revidierten 243.000 aus der Woche zuvor. Folgerichtig liegt der Vier-Wochen-Durchschnitt damit bei 232.750 Anträgen.
Als Faustregel gelten 270.000 Erstanträge, welche eine negative Tendenz am Arbeitsmarkt signalisieren würden.
Mit ihrer restriktiven Geldpolitik versucht die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Inflation einzufangen und nicht zuletzt auch den Arbeitsmarkt abzukühlen.
Bei den NVIDIA-Papieren machten Anleger am Donnerstag zudem Kasse (-3,54 Prozent). Der Chip-Hersteller dominiert mit 80 Prozent derzeit den Weltmarkt für KI-Prozessoren.
Hexensabbat dürfte für teils unkonventionelle Bewegungen sorgen – Einkaufsmanager enttäuschen hierzulande
Am heutigen Freitag gilt es hierzulande auch den sogenannten „Hexensabbat“ zu überstehen. Heute Verfallen Optionen und Futures auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen, was möglicherweise zu unkonventionellen Kursbewegungen führen kann.
Ein trübes Bild gaben indes die heutigen Einkaufsmanager aus dem Hause HCOB für die Bundesrepublik Deutschland und Eurozone ab, welche für den Sektor des verarbeitenden Gewerbes nebst Dienstleistung deutlich schwächer ausfielen als im Vorfeld gedacht.
Am Nachmittag gilt es nicht zuletzt noch das Pendant von S&P Global im Auge zu behalten (15:45 Uhr).



