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Dow Jones Prognose & Analyse: Rekordjagd geht weiter

Balkendiagramm mit Wahrscheinlichkeiten für den Zielsatz auf der Fed-Sitzung am 20. März 2024: 15% für 525-550 Basispunkte, 84% für 500-525 Basispunkte; Tabelle unten zur Analyse der detaillierten Wahrscheinlichkeitsdaten - wichtig für die Dow Jones-Marktprognose.

Lieber Trader, liebe Börsenfreunde.

Eine weitere Woche mit Rekordwerten in den wichtigsten amerikanischen Aktienindizes liegt hinter uns. Sowohl der Dow Jones Industrial Average als auch der S&P 500 und der Nasdaq 100 erzielten neue Allzeithochs.

Fundamentale Faktoren

Der Markt wird aktuell angetrieben durch eine Mischung aus starken Wirtschaftsdaten, einem robusten Arbeitsmarkt, überwiegend positiven Unternehmensergebnisse während der Berichtssaison, starken Aktienrückkäufen von Unternehmen sowie der Aussicht auf eine Zinswende im aktuellen Börsenjahr, welche ermöglicht wird durch einen anhaltenden Trend der Disinflation.

Die starken Arbeitsmarkt- und Konjunkturdaten sind jedoch auch ein Faktor, der von der US-Notenbank für ihre Entscheidungen hinsichtlich der Zinssenkungen beachtet wird. Eine zu positive Entwicklung könnte die Notenbank dazu bewegen, das Datum für die ersten Zinssenkungen weiter in die Zukunft zu verschieben. Dass die erste Zinssenkung bereits am 20. März verkündet wird, gilt mittlerweile als sehr unwahrscheinlich.

Gemessen mit dem FED Watch Tool, welches die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung basierend auf den FED Funds Futures berechnet, rechnet der Markt aktuell mit einer 84-prozentigen Wahrscheinlichkeit damit, dass bei der März-Tagung die Leitzinsen unverändert bleiben und nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 16 % damit, dass die Zinsen gesenkt werden. Noch vor einem Monat betrug die Wahrscheinlichkeit bzw. die Erwartung einer Zinssenkung im März 64,7 %.

CME FedWatch Tool signalisiert keine Zinssenkung im März

Bisher hat der Aktienmarkt alle Entwicklungen, welche auf eine Verzögerung der Zinswende bzw. ein langsameres Tempo von Zinssenkungen hindeuten, bemerkenswert schnell weggesteckt.

Der in den letzten Wochen etwas “hawkischere” Ausblick hat zu einem kurzzeitigen Anstieg der Renditen der US-Staatsanleihen geführt, bzw. im Umkehrschluss zu einer Korrektur der Kurse der Staatsanleihen. Diese Entwicklung sollte weiterhin genau beobachtet werden. Die Korrelation zwischen Aktien- und Anleihenmarkt war insbesondere in den letzten zwei bis drei Jahren sehr hoch.

Der nachfolgende Chart zeigt den Kurs der 10-jährigen US-Staatsanleihen (rot) und den Kurs des Dow Jones Index (violett). Die Korrelation ist im Chart-Overlay ersichtlich sowie mit Hilfe der Korrelationsindikatoren (Korrelation 20 Tage und Korrelation 50) unter dem Chart. Die Korrelation hat sich im aktuellen Jahr abgeschwächt. Damit diese Divergenz wieder geschlossen wird, müssten entweder der Dow Jones korrigieren oder die Anleihen steigen.

Dow Jones und 10-jährige US-Staatsanleihen (T-Notes) + Korrelationsindikator

Die Korrelation hat sich in den letzten Wochen etwas abgeschwächt. Sollten die Staatsanleihen weiterhin deutlich unter Druck geraten, dürfte das auch den Aktienmarkt belasten.

Große Beachtung in dieser Hinsicht wird diese Woche die Veröffentlichung der Verbraucherpreise finden. Am Dienstag um 14:30 Uhr werden die Inflationsdaten für den Januar gemeldet, welche weitere Hinweise bzgl. der Geldpolitik und dem Tempo von möglichen Zinssenkungen liefern könnten. Sollte entgegen der Erwartung die Inflation überraschend stark ansteigen, könnte das ein möglicher Auslöser für eine Korrektur an den Aktienmärkten sein.

Dow Jones: Charttechnischer Ausblick

Der Dow Jones ist in 14 der letzten 15 Wochen gestiegen, was nichts weniger als eine Rally ist, die als historisch bezeichnet werden kann. Dass der Markt überhitzt ist und sich in einem überkauften Zustand befindet, ist selbsterklärend und ein Blick auf Momentum-indikatoren scheint überflüssig. Dennoch haben die letzten Wochen gezeigt, dass ein überkaufter Zustand lange anhalten kann und für sich genommen kein Grund darstellt, um auf eine Korrektur zu setzen. Hier ist eine der wichtigsten Tugenden eines jeden Anlegers und Traders gefragt: Geduld. Solange die charttechnischen Signale einen Bullenmarkt signalisieren und die Intermarket-Analyse dies bestätigt, sollten Korrekturen genutzt werden, um auf den Aufwärtstrend aufzuspringen. Auf kurzfristiger Basis kann man sich an den EMAs auf dem Tages-Chart orientieren. Unterstützung bieten die EMA 20 sowie die EMA 50, welche im Falle einer Korrektur mit dem horizontalen Unterstützungsbereich bei rund 37.800 Punkten zusammenfällt.

Dow Jones Index Tages-Chart

Dow Jones Tages-Chart mit EMA 20 (lila) und EMA 50 (grün)

Im Falle einer ausgedehnteren Korrektur sind die nächsten Unterstützungen auf dem Wochen-Chart ersichtlich. Hier ist es ratsam, die horizontalen Unterstützungs-Niveaus mit weiteren Unterstützungen zu kombinieren, wie der aufwärts verlaufenden Trendlinie und den wichtigsten gleitenden Durchschnitten auf Tages- und Wochen-Basis. Sobald an einem der Unterstützungsbereiche Kaufsignale wie Candlestick-Umkehrformationen (bzw. eine untergeordnete Trendumkehr auf kleinerer Trendgröße) in Verbindung mit steigendem Volumen auftreten, kann ein Long-Einstieg attraktiv sein.

Dow Jones Index Wochen-Chart

Dow Jones Wochen-Chart

Autor: Tobias Schmid
Datum: 12.02.2024

Ein Mann mit zurückgekämmtem Haar und gestutztem Bart, der eine marineblaue Anzugsjacke und ein weißes Hemd trägt, blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera. Industrieller Hintergrund.
Tobias Schmid

Tobias Schmid ist seit 2008 als Trader und Analyst tätig und hat sich auf den Handel von Futures-Optionen und Aktien-Optionen spezialisiert. Seine Strategien und Analyse-Methoden beruhen auf einer Kombination von Technischer Analyse, Intermarket-Analyse und Sentiment-Analyse. Darüber hinaus ist Tobias Schmid Gründer von Fomo Finance, einer Finanz-Website für aktive Trader, Anleger und Optionshändler.

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