Liebe Trader, liebe Börsenfreunde.
Der S&P 500 hat die letzte Handelswoche vom 23. bis 27. März erneut mit einem negativen Signal beendet. Unterm Strich stand die fünfte Verlustwoche in Folge, was die anhaltende Schwäche im US-Aktienmarkt nochmals unterstreicht. Auf Wochensicht lag das Minus bei rund 2,1 %, während sich der Abwärtsdruck im Verlauf der Woche trotz zwischenzeitlicher Erholungsversuche wieder verstärkte. Auffällig war dabei vor allem, dass der Markt zu Wochenbeginn noch auf Entspannung hoffte, diese Hoffnung aber bis zum Freitag nicht bestätigen konnte. Genau das ist derzeit der Kern des Problems: Der Markt versucht immer wieder eine Gegenbewegung, findet aber keine stabile Grundlage für eine nachhaltige Erholung.
Fundamentales Umfeld bleibt angespannt
Der S&P 500 hatte letzte Woche abermals mit einer Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, steigenden Ölpreisen, höheren Renditen und einem zunehmend defensiven Sentiment zu kämpfen. Genau diese Gemengelage aus mehreren zeitgleichen Belastungsfaktoren sorgte für anhaltenden Abwärtsdruck und ein Umfeld, in dem kurzfristige Erholungen verkauft werden und Anleger vor dem Wochenende eher Risiko abbauen als neu aufbauen.
Iran-Konflikt und Ölpreis bleiben dominantes Makro-Thema
Der Iran-Krieg ist nach wie vor das dominante Makro-Thema für den Aktienmarkt. Zwar sorgten Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte zu Wochenbeginn kurzzeitig für eine Stabilisierung, doch im weiteren Verlauf kippte die Stimmung erneut. Solange es keine glaubwürdigen Signale für eine echte Deeskalation gibt, bleibt der Nachrichtenfluss aus dem Nahen Osten das beherrschende Thema für die Märkte.
Mit den anhaltend hohen Ölpreisen bleiben die Risiken für die Energieversorgung und einen möglichen neuen Inflationsschub bestehen. Das belastet den Aktienmarkt gleich doppelt: Höhere Ölpreise drücken auf Margen und Konsum, während zugleich die Angst vor Inflation und schwächerem Wachstum zunimmt.
Steigende Treasury-Renditen und neue Inflationssorgen
Ein Indikator für die Sorge vor einer anhaltend höheren Inflation ist die Entwicklung am Anleihenmarkt: Die Renditen der 2-jährigen US-Staatsanleihen stiegen auf rund 4 % an. Die 10y-Notes notieren bei knapp 4,5 % und am langen Ende liegen die Renditen bei nahezu 5 %.
Steigende Zinsen setzen vor allem Wachstumswerte unter Druck, weil hohe Bewertungen so schwerer zu rechtfertigen sind. Entscheidend ist dabei, dass der Renditeanstieg nicht auf bessere Wachstumserwartungen zurückzuführen ist, sondern auf neue Inflationssorgen.
Genau das macht die Lage für den Aktienmarkt aktuell so schwierig: Hohe Energiepreise und steigende Kosten schüren die Angst vor einem stagflationären Umfeld, also schwächerem Wachstum bei anhaltend hartnäckiger Inflation. Gleichzeitig sinkt damit die Hoffnung auf schnelle geldpolitische Lockerungen.
Schwächere Stimmungs- und Konjunktursignale aus den USA
Auch von der Konjunkturseite kam keine echte Entlastung. Mehrere Datenpunkte deuteten darauf hin, dass die Unsicherheit inzwischen auf die Stimmung der Wirtschaft und der Verbraucher durchschlägt. Besonders auffällig ist der Rückgang des Verbrauchervertrauens: Der entsprechende Index fiel im März auf 53,3 nach 56,6 im Februar. Gleichzeitig stiegen die kurzfristigen Inflationserwartungen auf 3,8 %. Das zeigt, dass die Verbraucher den Anstieg bei Energiepreisen sehr wohl wahrnehmen und beginnen, sich auf ein schwierigeres Umfeld einzustellen. 
Darüber hinaus fiel der Services-PMI auf ein 11-Monats-Tief, das Konsumentenvertrauen gab nach, und die GDPNow-Schätzung wurde gesenkt. Zwar gab es nicht nur negative Signale, doch in Summe passte das Bild zur Marktreaktion: Die aktuellen Wirtschaftsdaten signalisieren noch keine Rezession, für Entspannung können sie allerdings ebenfalls nicht sorgen. In einem ohnehin nervösen Markt reicht das bereits aus, um die Risikobereitschaft weiter einzuschränken. 
Charttechnischer Ausblick im S&P 500: Diese Marken sind jetzt entscheidend
Das charttechnische Bild des S&P 500 bleibt angeschlagen. Der Index befindet sich in einem intakten sekundären Abwärtstrend, geprägt von tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Zudem wurde das letzte wichtige Korrekturtief des primären Aufwärtstrends bei 6540 Punkten gebrochen, ebenso wie die Tages-EMA-200.

Die nächsten Support- und Resistance-Zonen
Mit dem Bruch der oben genannten Unterstützungen sowie der Wochen-EMA-50 ist nun zumindest charttechnisch der Weg nach unten frei bis in den Bereich von 6.130 Punkten. Sollte der Markt in den kommenden Tagen und Wochen bis in diesen Bereich fallen, ist mit einer kurzfristigen Erholung zu rechnen und es sollte genau beobachtet werden, ob deutliche Umkehrsignale entstehen und der Risikoappetit zurückkehren wird, oder ob wir nur einen “Dead Cat Bounce” sehen. Solange kein deutlich sichtbares Kaufvolumen in den Markt zurückkehrt, bleibt ein mögliches bullisches Szenario hinfällig.

Im Falle einer unmittelbaren Aufwärtsbewegung in der neuen Woche, befindet sich der kurzfristig relevante Widerstand bei 6.540 Punkten sowie knapp darüber mit der EMA-200. Erst wenn diese Widerstände überwunden werden können, würde sich das Chartbild wieder aufhellen.
Autor: Tobias Schmid
Datum: 30.03.2026

