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S&P 500 Prognose & Analyse: Neues Allzeithoch nach zwei Jahren

Straßenschilder für die Wall Street und die Broad Street an einer Kreuzung, mit einer amerikanischen Flagge und städtischen Gebäuden im Hintergrund - ein Hinweis auf den Puls der Finanzwelt inmitten von Comeback der Bullen und S&P 500 Analyse.

Lieber Trader, liebe Börsenfreunde.

Pünktlich zum Wochenende vollzog der S&P 500 am vergangenen Freitag noch den Ausbruch auf ein neues Allzeithoch. Mit einem Schlusskurs von 4839,81 Punkten erreichte der Index den höchsten Punktestand seit dem 3. Januar 2022. In dieser Analyse erfahren Sie, worauf es nun zu achten gilt.

Technologie Aktien führen die Rally an

Der breite Aktienmarkt befindet sich in einem Bullenmarkt. Nachdem der Dow Jones und der Nasdaq 100 bereits neue Allzeithochs generierten, gelang dies dem wohl wichtigsten Aktienindex der Welt, dem S&P 500, in der vergangenen Woche ebenfalls. Angeführt wurde die Rally durch die gute Stimmung im Technologie-Sektor. Der Sektor-ETF für Technologiewerte mit dem Kürzel XLK war mit einem Anstieg von 2,31 % am Freitag der stärkste unter den 11 Marktsektoren. Der folgende Chart zeigt den Ausbruch auf ein neues Hoch unter starkem Volumen. Zudem wurde das obere Bollinger Band durchbrochen und die gleitenden Durchschnitte signalisieren ebenfalls einen Aufwärtstrend.

Technologie-Sektor-ETF (XLK) Tages-Chart

Relative Stärke der offensiven Sektoren

Neben dem Technologie-Sektor zeigen die anderen offensiven Sektoren ebenfalls relative Stärke. Am Freitag waren die Sektoren XLF (Financials), XLC (Communication Services), und XLY (Consumer Discretionary) unter den größten Gewinnern, wohingegen die defensiven Sektoren XLV (Health Care), XLU (Utilities) und XLP (Consumer Staples) die drei schwächsten Sektoren waren. Dies ist ein klares Zeichen für eine wachsende Risikobereitschaft unter Investoren.

Auch im Wochenverlauf sind die offensiven Sektoren führend, während die defensiven Sektoren das Schlusslicht markieren. Der Technologie-Sektor XLK beendete die Woche mit einem Plus von 4,13 %, XLC stieg 1,38 % an, XLF stieg 0,88 % an und XLY erzielte eine Performance von + 0,55 %. Die defensiven Versorger waren der schwächste Sektor mit einem Minus von 3,7 %. Auch die Basiskonsumgüter (XLP) waren mit - 1,03 % einer der schwachen Sektoren.

Marktbreite zieht nicht mit

Damit ein Bullenmarkt beständig ist, sollte dieser durch den breiten Markt, d.h. durch die breite Masse aller Aktien getragen werden. Für diesen Zweck können wir Marktbreite-Indikatoren wie die Advance-Decline-Line nutzen. Seit dem Beginn der Kursrally im November stieg die AD-Line deutlich an und befindet sich aktuell in einem deutlichen Aufwärtstrend. Dies ist ein bestätigendes Signal für den langfristigen Aufwärtstrend. Allerdings haben auch die Signale (insbesondere Divergenzen der AD-Line mit dem S&P 500) im primären und sekundären Trendverlauf eine hohe Aussagekraft und eine hohe Trefferquote. Bricht der S&P 500 auf ein neues lokales Hoch im Trendverlauf aus, sollte dies durch einen Ausbruch der Advance-Decline-Line bestätigt werden

Der Ausbruch letzte Woche wurde jedoch nicht bestätigt. Die AD-Line hatte in den letzten Tagen sogar das lokale Tief vom 4. Januar unterschritten. Hier besteht zur Zeit also eine bärische Divergenz, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass der Index kurzfristig nochmals den Korrektur-Modus einlegen wird. Jedenfalls sollte die AD-Line weiterhin genau beobachtet werden, um zu erkennen, ob es sich nur um eine kurzfristige Schwäche handelt, oder ob es zu einer nachhaltigen Schwäche der Marktbreite kommt.

Advance-Decline-Line kann Ausbruch im S&P 500 nicht bestätigen

Charttechnik wie aus dem Lehrbuch

Analysen der Sektorenrotation und der Marktbreite sind wichtige Hilfsmittel, sollten jedoch als sekundäre Indikatoren angesehen werden. Entstehen hier Warnsignale, ist dies ein Grund zur Vorsicht, jedoch sollte man sich nicht gegen einen so starken Trend positionieren, wie wir ihn aktuell immer noch sehen. Vielmehr ist es sinnvoll, bei Warnsignalen auf eine Korrektur zu warten und diese für erneute Einstiege in Richtung des übergeordneten Trends zu nutzen.

Sowohl der primäre als auch der sekundäre Trendverlauf im S&P 500 Index sind aktuell eindeutig bullisch. Der Aufwärtstrend wird zudem durch die gleitenden Durchschnitte bestätigt. Diese verlaufen nach oben und befinden sich in der “korrekten” Reihenfolge, von kurz nach lang. Die jüngste Korrektur verlief bis zur Tages-EMA 20 (lila), die als Unterstützung diente. Dass der S&P 500 nicht weiter als bis zur EMA 20 korrigierte, ist ein Signal von Stärke. Bei einer erneuten Korrektur dürfte der gleitende Durchschnitt erneut Unterstützung bieten. In dem Moment, wo die EMA 20 nach unten durchbrochen wird, können wir von einer Fortsetzung der Korrektur bis zur EMA 50 ausgehen.

Mit dem Ausbruch auf ein neues Allzeithoch am Freitag, wurde gleichzeitig die seitwärts verlaufende Konsolidierungs-Formation durchbrochen. Außerdem stieg am Donnerstag und am Freitag das Volumen deutlich an, was ebenfalls ein positives bzw. Trend-bestätigendes Signal ist. Zudem wurde das obere Bollinger-Band durchbrochen und wir sehen eine Öffnung sowohl des oberen als auch des unteren Bollinger-Bandes, was ein Signal dafür ist, dass der Aufbruch Bestand haben wird. Sollte der Index kurzfristig an das Ausbruchsniveau bei rund 4800 Punkten korrigieren, können wir von einer charttechnischen Unterstützung ausgehen. Sollte die Unterstützung nicht gehalten werden, müsste der Ausbruch - zumindest kurzfristig - als Fehlausbruch interpretiert werden, was die Wahrscheinlichkeit einer Ausweitung der Korrektur deutlich erhöhen würde.

S&P 500 Index Tages-Chart

Autor: Tobias Schmid
Datum: 22.01.2024

Ein Mann mit zurückgekämmtem Haar und gestutztem Bart, der eine marineblaue Anzugsjacke und ein weißes Hemd trägt, blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera. Industrieller Hintergrund.
Tobias Schmid

Tobias Schmid ist seit 2008 als Trader und Analyst tätig und hat sich auf den Handel von Futures-Optionen und Aktien-Optionen spezialisiert. Seine Strategien und Analyse-Methoden beruhen auf einer Kombination von Technischer Analyse, Intermarket-Analyse und Sentiment-Analyse. Darüber hinaus ist Tobias Schmid Gründer von Fomo Finance, einer Finanz-Website für aktive Trader, Anleger und Optionshändler.

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