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Bärenmarkt

Wer in Frankfurt am Börsenplatz spazieren geht, findet zwei Skulpturen: einen Bären und einen Bullen. Doch was haben diese beiden Tiere mit der Börse zu tun und was sagen sie aus? In diesem Beitrag erfahren Sie, was mit “Bärenmarkt” gemeint ist, wie diese Phasen entstehen können und wie Anleger darauf reagieren.

Bärenmarkt Definition

Der Begriff Bärenmarkt wird verwendet, wenn es an der Börse zu einem Rückgang der Kurse kommt. Dies geht mit einer eher pessimistischen Stimmung der Investoren einher. Der Bär ist etwas nach unten gerichtet, was die Abwärtsbewegung oder den Kursrückgang symbolisieren soll. 

Der Bulle steht für das Gegenteil. Seine Hörner bewegen sich nach oben, was einen Aufwärtstrend und steigende Kurse an der Börse darstellen soll und für Optimismus der Investoren steht. Bei einem Bullenmarkt herrscht eine hohe Nachfrage, wodurch Preise und Kurse nach oben getrieben werden. 

  • Es wird von einem Bärenmarkt gesprochen, wenn ein breiter Marktindex in einem Zeitraum von mindestens zwei Monaten um mindestens 20 Prozent fällt
  • In solchen Zeiträumen werden große Mengen an Wertpapieren verkauft

Die Stimmung am Markt verändert sich während solcher Phasen. Es herrscht eine große Unsicherheit und oft besteht die Angst, dass sich die Kurse weiter verschlechtern können. Es ist möglich, dass nur bestimmte Branchen wie Rohstoffe betroffen sind. Oftmals ist auch der ganze Markt am Abschwung beteiligt.

Woran lässt sich ein Bärenmarkt erkennen?

Es ist unmöglich, einen Bärenmarkt vorherzusagen oder genauere Informationen über die Dauer zu geben. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die dabei helfen, einen Bärenmarkt zu erkennen:

  • Rückläufige Wirtschaft: Wenn die Wirtschaft rückläufig ist, deutet das darauf hin, dass bald der Aktienmarkt einbrechen könnte. Dabei hilft ein Blick auf wichtige Konjunkturindikatoren, wie den Purchasing Managers Index aus Amerika oder den IFO-Geschäftsklimaindex aus Deutschland. Solche Daten helfen, die Erwartungen von Unternehmen und ihr künftiges Handeln einschätzen zu können.
  • Zinsen steigen: Wenn die Zinsen erhöht werden, kürzen Unternehmen und Verbraucher ihre Ausgaben, wodurch die Erträge und Aktienpreise sinken können.
  • Veränderte Stimmung: Wenn sich die Stimmung von Anlegern verändert, kann das auf einen kommenden Bärenmarkt hindeuten. Stimmungen der Investoren lassen sich beispielsweise in entsprechenden Umfragen erheben und ablesen.
  • Implizite Volatilität: Wenn die implizite Volatilität des Gesamtmarktes steigt, deutet dies darauf hin, dass es zu einem Bärenmarkt kommen könnte. Dieses Maß gibt an, wie stark die Marktpreise um einen vorab festgelegten Mittelwert streuen werden.
  • Ganzer Markt betroffen: Wenn sich Veränderungen in sämtlichen Branchen vollziehen, kann das auf einen Bärenmarkt hindeuten. Oftmals ist der gesamte Markt betroffen, nicht nur einzelne Branchen.

Wie entsteht ein Bärenmarkt?

Größere Abschwünge und Korrekturen gibt es vergleichsweise selten. In solchen Fällen wird von einem Bärenmarkt gesprochen. Davon sind kleinere Rückgänge, sogenannte Pullbacks, ausgeschlossen. Diese können mehrmals täglich eintreten.

  • Konkrete Beispiele für vergangene Bärenmärkte sind die Finanzkrise im Jahr 2008 oder die Covid-Pandemie
  • Das zeigt, wie vielfältig die Ursachen für die Entstehung solcher Märkte sein können

Unruhen, gesellschaftlicher Wandel, Kriege, Pandemien, Naturkatastrophen, politische Unsicherheiten oder andere Geschehnisse können einen Bärenmarkt auslösen. Oftmals gibt es allerdings auch keinen konkreten Ursprung für eine solche Entwicklung.

Wie verhalten sich Anleger bei einem Bärenmarkt?

Es gibt unterschiedliche Strategien, die von Anlegern während einem Bärenmarkt eingesetzt werden können. Teilweise kommt es zu einer Umschichtung in krisenresistente Branchen, die als defensiv gelten. Dazu gehören Branchen wie Grundnahrungsmittel oder Pharma-Aktien.

Umschichtungen können allerdings mit hohen Kosten einhergehen. Oftmals lohnt es sich, seiner Strategie treu zu bleiben und Krisen an der Börse auszusetzen. Bärenmärkte bieten auch Chancen für einen günstigen Einkauf.

Professionelle Anleger nutzen oftmals das Shorting und spekulieren mithilfe von Leerverkäufen auf sinkende Preise. Diese Strategie geht mit hohen Risiken einher, weshalb Wissen und Erfahrung notwendig sind.

Anleger mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis investieren in sogenannte Safe-Haven Anlagen. Dazu gehören beispielsweise Staatsanleihen mit einem entsprechend hohen Rating. Auch Gold gilt als krisenfeste Geldanlage.

Grundsätzlich ist es ratsam, dass Anleger nicht in Panik verfallen sollten, wenn es zu einem Bärenmarkt kommt. Nach einem Tief tritt auch wieder ein Hoch an der Börse ein. Diversifizierte Portfolios werden oftmals eingesetzt, um Schwankungen auszubalancieren.

Fazit: Was bedeutet Bärenmarkt?

Der Begriff Bärenmarkt umschreibt einen Abschwung an der Böse. Ein solcher Abschwung sorgt für Unsicherheit bei den Investoren, eine sinkende Nachfrage und eine pessimistische Stimmung. Die nach unten gerichtete Haltung eines Bären soll diese Phase der Börse symbolisieren.

Das Gegenteil von solchen Phasen wird durch den Bullen symbolisiert, dessen nach oben gerichtete Hörner für steigende Kurse stehen. Es herrschen Optimismus und eine hohe Nachfrage an der Börse. 

Auch wenn sich Bärenmärkte nicht vorhersagen lassen, gibt es unterschiedliche Aspekte, die auf eine Veränderung hindeuten und erste Warnzeichen für eine Phase des Abschwungs andeuten können. Dazu gehören eine veränderte Stimmung, eine gesteigerte Volatilität, die Beteiligung des breiten Marktes oder eine rückläufige Wirtschaft.

Die Ursachen für einen Bärenmarkt sind vielseitig. Politische Unsicherheit, Katastrophen, Kriege und Unruhen können zu einem wirtschaftlichen Abschwung führen. Ein konkretes Beispiel ist der Abschwung nach der Corona-Pandemie.

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