Jeder erfolgreiche Anleger verfolgt ein langfristiges Risikomanagement, um sich vor Gefahren abzusichern. Ein gewisses Maß an Absicherung ist notwendig, um sich vor stärkeren finanziellen Einbußen zu schützen. Dazu wird eine ausführliche Analyse benötigt und Maßnahmen erarbeitet, die fest in die Investitionsstrategie eingebaut werden. In diesem Beitrag erfahren Sie, was genau Risikomanagement ist und wie es funktioniert.
Was ist Risikomanagement?
Beim Risikomanagement handelt es sich um zielgerichtete Analysen von Risiken und Maßnahmen, die Unternehmen oder Anleger betreffen. Risiken sollen vorab erkannt und bestmöglich verringert oder verhindert werden. Das Risikomanagement umfasst demnach die Analyse, Identifizierung, Überwachung, Kontrolle und sämtliche dazu ausgeführten Maßnahmen.
- Ziel des Risikomanagements ist es, durch Strategie und Planung das Unternehmen oder das eigene Portfolio vor Gefahren zu schützen
- Dafür müssen mögliche Probleme identifiziert und langfristig überwacht werden
- Es werden präventive Maßnahmen eingesetzt, um bestimmte Szenarien zu verhindern
Ein Unternehmen oder Portfolio kann nie völlig ohne Risiken geführt werden, da bestimmte Ereignisse nicht vorhersehbar sind oder keine völlige Absicherung erlauben. Beim Investieren gehen Risiko und Chancen auf Renditen beispielsweise Hand in Hand.
Wenn ein Investor ein sicheres Tagesgeldkonto führt, wird er kaum Zinsen erwirtschaften können. Der Handel mit Aktien geht mit einem erhöhten Risiko einher, bietet dafür aber attraktive Renditechancen.
Risikomanagement für Unternehmen und Investoren
Im Rahmen des Risikomanagements für Unternehmen wird das Controlling eingesetzt. Firmen versuchen, Transparenz über mögliche anfallende Probleme und den Umgang mit diesen zu schaffen. Diese Daten werden genutzt, um präventive Maßnahmen zu erarbeiten.
Grundsätzlich soll das Risikomanagement helfen, robuste Abläufe im Betrieb zu sichern. Diese können sich auf zahlreiche unterschiedliche Risiken beziehen, wie beispielsweise das Marktrisiko, das Ausfallrisiko oder das Umweltrisiko. Mit den präventiven Maßnahmen sollen schwerwiegende finanzielle Einbußen verhindert werden.
Es können unterschiedliche Strategien eingesetzt werden, um das Risikomanagement für Unternehmen umzusetzen. Beispielhaft sollen einige kurz vorgestellt werden:
- Monte-Carlo-Simulation: Hierbei handelt es sich um eine quantitative Methode. Verschiedene Risikofaktoren gehen mit unterschiedlichen Auswirkungen einher, die mit einer Simulation analysiert werden. Diese Simulationen ermöglichen die Analyse von komplexen Systemen bei einer großen Anzahl von zufälligen Stichproben für Variablen.
- Risikomatrix: Diese Methode ermöglicht eine visuelle Darstellung von Risiken und deren Bewertungen. Risiken können übersichtlich dargestellt werden, wodurch Prioritäten schneller erkannt werden können. Ziel ist es, einen angemessenen Kompromiss aus Schutz und Kosten zu finden.
- Risk Monitoring: Das Risk Monitoring umfasst eine Überwachung und Bewertung von Unternehmen in Echtzeit. Diese erfolgt in regelmäßigen Zeitabständen, damit die Daten stets aktuell gehalten werden. Aufkommende Risiken sollen auf diese Weise rechtzeitig erkannt werden.
- FMEA: Die FMEA- oder Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse beschäftigt sich mit der Identifikation von Risiken und der Ableitung möglicher Maßnahmen. Dazu gehört ebenfalls eine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der potenziellen Risiken. Das hilft Unternehmen dabei, einzuschätzen, welche Maßnahmen für den Schutz des Unternehmens Priorität haben sollten.
Auch wenn sich Anleger im Gegensatz zu Unternehmen auf andere Risiken vorbereiten müssen, betreiben sie ebenfalls Risikomanagement. Dafür benötigen Investoren grundlegendes Wissen, um die Gefahren, die beim Investieren in die jeweiligen Anlageklassen entstehen, einschätzen zu können.
Hier sind beispielsweise das Ertragsrisiko, das Emittentenrisiko, das Kursrisiko oder das Währungsrisiko zu nennen. Aber auch politische Entscheidungen, Zinsänderungen oder wirtschaftliche Entwicklungen haben Einfluss auf Investments.
Eine klassische Maßnahme für Investoren im Bereich Asset Allokation ist die Diversifikation. Das Risiko soll gestreut werden, indem nicht nur in bestimmte Länder oder Unternehmen investiert wird. Stattdessen wird das eigene Vermögen auf eine größere Zahl von Ländern, Branchen und Unternehmen gestreut, wodurch das Gesamtrisiko verringert werden kann.
Wie genau funktioniert Risikomanagement?
Grundsätzlich ist das Risikomanagement eine Abfolge von vier Schritten, die nacheinander ablaufen:
- Identifikation von potenziellen Risiken: Dieser Schritt bietet die Grundlage für das weitere Vorgehen. Es muss ein genauer Blick darauf geworfen werden, welche Gefahren entstehen können.
- Analyse: Nachdem alle einzelnen Risiken identifiziert wurden, erfolgt eine individuelle Bewertung. Bei Anlegern ist hier auch das persönliche Risikoprofil zu beachten. Wie hoch dürfen die Risiken sein, die Sie eingehen können und möchten? Wo liegen Ihre Grenzen? Hier gibt es keine pauschale Antwort. Die persönliche Bewertung erfolgt nach eigenem Risikoprofil, Zielen und finanzieller Lage.
- Betriebliche Kommunikation: Handelt es sich um das Risikomanagement innerhalb eines Unternehmens, müssen die bisher gesammelten Daten mit anderen Unternehmensbereichen geteilt werden. Nur auf diese Weise können sich alle Bereiche auf ein passendes Risikomanagementsystem einigen und einstellen. Bei privaten Investoren entfällt dieser Schritt.
- Resultierende Maßnahmen umsetzen: Aus den bisherigen Informationen lassen sich geeignete Maßnahmen erschließen. Diese werden anschließend im Portfolio umgesetzt. Unternehmen müssen zusätzlich wichtige Rahmenbedingungen berücksichtigen, was beispielsweise juristische Aspekte miteinbezieht.
- Monitoring: Nach der Umsetzung der Maßnahmen hört das Risikomanagement nicht auf. Es wird konstant verfolgt, ob die Maßnahmen die gewünschten Ergebnisse liefern und wie sich bestimmte Risiken entwickeln. Risiken sollten konstant überwacht und die darauf abgestimmten Maßnahmen bei Änderungen angepasst werden.
Fazit: Risikomanagement unerlässlich für Unternehmen und Anleger
Ein gut ausgeführtes Risikomanagement erlaubt es, durch Strategie und Planung ein Unternehmen oder ein Portfolio vor möglichen Gefahren zu schützen, indem Risiken verringert oder vermieden werden.
Dazu ist es notwendig, mögliche Risiken und Gefahren zu identifizieren. Anschließend erfolgt eine individuelle Analyse. Unternehmen und Anleger überlegen sich, welche Gefahren sie eingehen können und wollen. Nicht alle Risiken können vermieden werden. Eine interne Kommunikation innerhalb des Betriebes ermöglicht es, dass sich das Unternehmen auf ein gemeinsames Risikomanagement einstellt.
In einem letzten Schritt werden diese Daten verwendet, um geeignete Maßnahmen abzuleiten und diese umzusetzen. Private Anleger versuchen beispielsweise ihr Portfolio zu diversifizieren, um keine länder- oder unternehmensspezifischen Risiken einzugehen.