Der Bitcoin notiert zu Wochenbeginn zunächst weiterhin unter der psychologisch wichtigen 80.000-Dollar-Marke. Der Druck im geldpolitischen Sorgenkessel ist durch solide US-Arbeitsmarktdaten wieder angestiegen. Die zuletzt freundliche Stimmung am Kryptomarkt sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass geldpolitische und geopolitische Risiken ein zentraler Unsicherheitsfaktor bleiben.
Auf der Gegenseite reißt die Hoffnung auf nachhaltigen politischen Rückenwind aus den USA nicht ab.
Zugleich blicken Anleger in den kommenden Tagen insbesondere auf die Publikation wichtiger US-Preisdaten. Auch der EZB-Leitzinsentscheid könnte wichtige Impulse liefern.
Bitcoin Kurs Chart auf Monatsbasis

Regulierung weiterhin im Blick - Zwischenwahlen werfen Schatten voraus
Wenige Wochen nach dem Krypto-Gipfel im Weißen Haus ist die jüngste Euphorie mittlerweile wieder einer nüchternen Betrachtungsweise gewichen. Nun erwarten Marktteilnehmer offensichtlich konkretere Schritte, wie es um die Regulierung, insbesondere hinsichtlich des sogenannten "Clarity Acts", bestellt ist. Am 03. November finden zudem die Midterms (Zwischenwahlen) in den USA statt, bei denen das Repräsentantenhaus und Teile des Senats neu gewählt werden. Möglicherweise könnte US-Präsident Donald Trump die Kryptobranche wie bereits in seinem Wahlkampf umgarnen.
Geldpolitik wieder verstärkt im Fokus – US-Inflationsdaten werfen Schatten voraus
Die geldpolitischen Entwicklungen könnten in dieser Handelswoche wieder einen stärkeren Einfluss auf das Handelsgeschehen ausüben.
Bereits am Donnerstag (14:30 Uhr) könnten die US-Erzeugerpreise wichtige Inflationssignale abgeben. Ökonomen erwarten ein Plus gegenüber dem Vormonat in Höhe von 0,4 Prozent, nach 0 Prozent im Juli.
Im Blick stehen am Freitagnachmittag insbesondere die US-Inflationsdaten, welche Anleger nach geldpolitischen Hinweisen abklopfen sollten (14:30 Uhr). Erwartet wird eine Rate von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach ebenfalls 3,4 Prozent im Juli.
„Fed-Watch-Tool“ signalisiert erhöhte Chance für Zinssenkung auf September-Sitzung
Laut Angaben des „Fed-Watch-Tool“ der CME Group rechnen 60,4 Prozent der Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung in Summe eines Viertelprozentpunkts auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent und 39,6 Prozent mit einer Zinspause auf der nächsten planmäßigen Sitzung am 16. September 2026.
Der Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) ist für Donnerstag um 14:15 Uhr geplant. Um 14:45 Uhr folgt EZB-Präsidentin Christine Lagarde mit der anschließenden Pressekonferenz.
Die Aussicht auf global steigende Kapitalmarktzinsen könnte die Opportunitätskosten für das Halten von zinslosen Anlagen wie Bitcoin erhöhen und diese somit unattraktiver machen.


