US-Anleger dürften sich mit einer übereilten Interpretation der Jobdaten womöglich zurückhalten. Vielmehr kann der starke Jobaufbau als Warnsignal, aber noch nicht als finales Urteil über den geldpolitischen Pfad der Fed verstanden werden.
Der überraschend starke Jobbericht könnte der Restfantasie für eine Zinspause auf der September-Sitzung jedoch Wind aus den Segeln genommen haben. Mit soliden Daten vom Arbeitsmarkt wachsen die schlagkräftigen Argumente der US-Notenbank und damit der Spielraum für ein mögliches Drehen an den berüchtigten Zinsschrauben nach oben. Nun dürfte verstärkt die Inflationsentwicklung und damit die Frage in den Mittelpunkt rücken, ob die Fed im kommenden Monat ihre Füße noch stillhalten kann.
S&P 500

US-Arbeitsmarktdaten deutlich stärker als gedacht – Wetten auf Zinserhöhungen dürften zunehmen
Mit 162.000 Einheiten lagen die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) deutlich über den im Vorfeld getätigten Erwartungen (56.000). Die Arbeitslosenquote lag mit 4,1 Prozent auf dem Niveau aus dem Vormonat, was gleichzeitig dem Niveau aus dem Frühsommer 2025 entspricht.
Zugleich gab es eine Aufwärtsrevision der Daten für beide Vormonate in Höhe von 55.000 zusätzlichen Einheiten.

Laut Angaben des „Fed-Watch-Tools“ der CME Group rechnen aktuell 60,4 Prozent der Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung in Summe eines Viertelprozentpunkts und 39,6 Prozent mit einer Zinspause. Das Zinsband selbst liegt derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent.
Veröffentlichung der US-Inflationsdaten werfen Schatten voraus
Ihre Aufmerksamkeit dürften Anleger nun auf die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten in der kommenden Handelswoche am Freitag legen (14:30 Uhr), welche es nach geldpolitischen Hinweisen abzuklopfen gilt.
Ebenfalls auf Interesse dürfte auch die EZB-Notenbanksitzung am Donnerstag stoßen. Während für 14:15 Uhr der Leitzinsentscheid erwartet wird, rückt um 14:45 Uhr die Rede durch Präsidentin Christine Lagarde in den Fokus. Möglicherweise könnte der europäische Währungshüter in Summe eines Viertelprozentpunkts den sogenannten Einlagezinssatz auf 2,65 Prozent nach oben drehen.



