Auch wenn die Börsenpforten hierzulande am Donnerstag weiter geschlossen bleiben, findet an der Wall Street am zweiten Weihnachtsfeiertag der Handel wieder statt. Insgesamt dürften es Anleger zwischen den Jahren allerdings weiterhin ruhiger zugehen lassen, zumal der Wirtschaftskalender äußerst dünn ausfällt. Für Impulse könnte jedoch auch ab Freitag in Frankfurt am Main das sogenannte „Window-Dressing“ sorgen.
DAX Chart auf Monatsbasis
Quelle: TradingView
Anleger lassen es vor Weihnachten ruhig angehen – „Window Dressing“ im Blick
Vor Weihnachten sind Anleger in Frankfurt am Main keine Risiken mehr eingegangen. Mit 19.848 Punkten notierte der DAX 0,2 Prozent tiefer und damit unter der psychologisch bedeutenden 20.000-Dollar-Marke. Der Dow Jones Industrial Average Index schloss an Heiligabend bei knapp 43.300 Punkten und damit auf Tagessicht rund ein Prozent höher.
Nachdem in den USA am Dienstag (Heiligabend) lediglich der verkürzte Handel stattfand, blieben die Börsen am Mittwoch geschlossen. Ab heute können US-amerikanische Anleger wieder regulär handeln, auch wenn Impulse von Übersee ausbleiben dürften.
Für Bewegung dürfte nicht zuletzt auch das im Jargon sogenannte "Window Dressing" sorgen, wenn Fondsmanager versuchen ihre Portofolios mit besonders gut gelaufenen Titel zu schmücken und kurz vor Jahresende Bilanzkosmetik betreiben. Anleger sollten sich in diesem Zusammenhang auf teils unkonventionelle Kursbewegungen einstellen.
Wöchentliche Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe im Fokus
Anleger blicken am heutigen Donnerstag in den USA auf die Veröffentlichung der wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe (14:30 Uhr), welche Woche für Woche immer wieder geldpolitische Signale senden könnten.
Zu Monatsbeginn signalisierte der offizielle Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls) für den Monat November ein Stellenplus in Höhe von 227.000 Einheiten, nachdem im Vorfeld insgesamt 200.000 neue Stellen erwartet wurden. Die Arbeitslosenquote zog widersprüchlich allerdings um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent an.
Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks dürfte weiterhin Gesprächsthema bleiben
Ohnehin dürften Marktteilnehmer in den kommenden Handelstagen womöglich nicht mehr allzu viel anbrennen lassen. Eines der zentralen Themen könnte weiterhin die Frage über die zukünftige Ausgestaltung der Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks darstellen.
Am 18. Dezember und damit kurz vor Weihnachten hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zwar zum dritten Mal in diesem Jahr die Zinsen nach unten korrigiert, allerdings insgesamt ein behutsameres Tempo für das kommende Jahr in Aussicht gestellt. Das „Fed-Watch-Tool“ der CME Group beziffert aktuell die Chance für eine Zinssenkung auf der ersten Sitzung im Jahr 2025 lediglich auf 8,6 Prozent.
Auch in den Reihen der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte man im kommenden Jahr weiter an den Zinsschrauben drehen. Völlig offen bleibt, welche Auswirkungen, die durch den designierten US-Präsidenten in Aussicht gestellte protektionistische Politik auf die Märkte haben wird. Trump hatte angekündigt etwa Strafzölle auf Importe einzuführen, was die Sorgen vor einem Handelskrieg mit China und der Europäischen Union entfacht. Am 20. Januar 2025 zieht der Republikaner in das Weiße Haus ein.



