Von der Rekordstimmung an der Wall Street ist auf dem Frankfurter Börsenparkett vorerst nichts zu sehen. Da Anleger nach den jüngsten Ereignissen vom vergangenen Wochenende nun verstärkt auf Donald Trump als zukünftigen US-Präsidenten setzen, bleibt die Unsicherheit über die sich möglicherweise verschlechternden Handelsbeziehungen zwischen Europa und den USA akut. Ihren Fokus dürften Marktteilnehmer nun auf die EZB-Sitzung richten.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
Trump könnte bei Rückkehr in das Weiße Haus auf Strafzölle gegen Handelspartner setzen
Investoren fürchten, dass Trump bei einer Rückkehr in das Weiße Haus verstärkt auf eine „America-First-Strategie“ setzt und unter anderem Strafzölle gegen seine Handelspartner einführt. Zudem wurde J.D. Vance als Vize in der US-Wahl ernannt, welcher als „Hardliner“ angesehen wird.
EU-Teuerung und zahlreiche Fed-Reden im Fokus
Aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders dürfte es heute zunächst mit neuen EU-Inflationsdaten (11:00 Uhr) spannend werden. Erwartet wird für die Juni-Teuerung ein Plus von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und damit keine Veränderung zum Mai.
Von US-Seite dürften wie bereits am Montag und Dienstag Impulse durch Fed-Vertreter gesendet werden. So werden Reden durch Barkin (Richmond/15:00 Uhr) und Waller (Gouverneur/15:35 Uhr) erwartet.
Aufschluss über die aktuelle Konjunkturentwicklung dürfte das sogenannte „Beige Book“ um 20:00 Uhr geben.
EZB dürfte Leitzinsniveau unverändert lassen – Alle Augen auf Christine Lagarde
Der Donnerstag sollte ohne Frage ganz im Zeichen der EZB-Sitzung stehen, auch wenn keine Veränderung des aktuellen Leitzinsniveaus in Höhe von 4,25 Prozent zu erwarten ist (14:15 Uhr). Eine halbe Stunde später wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde vor der Öffentlichkeit erwartet.
Den Wochenabschluss bilden erneut zahlreiche Reden durch Fed-Vertreter. Erwartet werden noch am Donnerstagabend Logan (Dallas/19:45 Uhr) sowie in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Daly (San Francisco/00:05 Uhr), Bowman (Gouverneur/01:45 Uhr) sowie Williams (New York/16:40 Uhr) und Bostic (Atlanta/19:00 Uhr).
Am Montag hatte Fed-Chef Jerome Powell auf einer Veranstaltung des Economic Club of Washington gesagt, dass er zwar Fortschritte an der Inflationsfront sehe, dies allerdings noch kein Signal für eine Zinswende darstelle. Anleger hoffen auf eine erste Zinssenkung im kommenden September.
Impulse durch die laufende US-Berichtssaison sind ebenfalls jederzeit denkbar. Am Donnerstag veröffentlicht unter anderem der Streamingdienst Netflix seine Quartalszahlen. Am Freitag stehen American Express, Schlumberger sowie Travelers Companies im Blickpunkt.



