Vor Veröffentlichung frischer US-Inflationsdaten und der EZB-Notenbanksitzung dürften Anleger am deutschen Aktienmarkt tendenziell ihre Füße stillhalten. Zu groß ist die Unsicherheit vor geldpolitischen Unwägbarkeiten.
Unter dem Strich dürften Investoren weiterhin auf eine Jahresendrallye hoffen. Auch der für in einer Woche anstehende Fed-Leitzinsentscheid könnte schon bald seine Schatten vorauswerfen.
DAX Chart
Quelle: TradingView
Ökonomen erwarten Anstieg der US-Teuerung – Kernrate könnte auf der Stelle treten
Mit großer Spannung fiebern Anleger der heutigen Publikation neuer US-Inflationsdaten entgegen (14:30 Uhr).
Aktuellen Schätzungen zufolge erwarten Ökonomen einen Anstieg um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach 2,6 Prozent im Oktober.
Die Kernrate, welche die Treiber Energie und Lebensmittel ausblendet, könnte allerdings bei 3,3 Prozent verharren. Ein unerwartetes Plus der Inflation könnte den bestehenden Zinssenkungsfantasien einen Dämpfer verpassen.
Vierte Zinsschritt in diesem Jahr durch EZB denkbar – Lagarde-Rede im Fokus
Insbesondere die letzte Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Jahr 2024 dürfte am Donnerstag das Interesse abermals auf sich ziehen. Für 14:15 Uhr wird der Leitzinsentscheid erwartet. Nur 30 Minuten später kommt Präsidentin Christine Lagarde zu Wort.
Die EZB steht damit vor der vierten Zinssenkung im laufenden Jahr. Der für den Finanzmarkt maßgebliche Einlagezinssatz könnte um weitere 25 Basispunkte auf 3,0 Prozent sinken. Dieser ermöglicht es Banken überschüssige Liquidität kurzfristig bei der EZB anzulegen.
US-Erzeugerpreise könnten wichtige Inflationshinweise liefern
Erneut kommt es mit den Erzeugerpreisdaten für die Vereinigten Staaten (14:30 Uhr) zu der Veröffentlichung bedeutender Preisdaten. Besagte Werte werden nicht zuletzt auch als Richtschnur im Hinblick auf die kommende Inflationsentwicklung angesehen. In diesem Fall erwarten Fachleute einen Anstieg um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat (zuvor: 0,2 Prozent).
Wöchentliche Anträge auf US-Arbeitslosenhilfe ebenfalls im Blick – Fed-Sitzung dürfte ihre Schatten vorauswerfen
Auch die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe dürften um 14:30 Uhr auf Interesse stoßen. Marktteilnehmer könnten insbesondere nach dem jüngsten US-Jobbericht vom vergangenen Freitag auf Hinweise warten, wies es um den Arbeitsmarkt in der weltweit größten Volkswirtschaft bestellt ist. Insgesamt wurden im vergangenen Monat mit 227.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft mehr Jobs geschaffen als erwartet. Allerdings kletterte die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent an.
Relevante Wirtschaftsdaten stehen am Freitag allerdings nicht auf der Agenda. Vielmehr dürften sich Anleger ihre Köpfe über den zukünftigen Zinssenkungspfad der US-Notenbank zerbrechen, welche am 18.12. das letzte Mal in diesem Jahr zusammenkommt. Wenn es nach dem „Fed-Watch-Tool“ der CME Group geht, beträgt die Chance derzeit 86,1 Prozent, dass es zu einer Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt kommt.



