Der deutsche Leitindex DAX zeigt sich angesichts der anhaltenden Spannungen im Iran-Krieg bemerkenswert stabil. Der Nahostkonflikt ist für den Markt womöglich kein Schock mehr, sondern derzeit nur noch ein Störgeräusch im Hintergrund. Anleger nehmen geopolitische Spannungen zwar wahr, reagieren aber zunehmend routiniert. Zudem könnte die Hoffnung auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran die Risikofreude zurückholen.
Aus Sicht des Wirtschaftskalenders dürfte es am Freitag insbesondere mit den US-Jobdaten spannend werden. Zudem müssen Anleger zahlreiche Firmenbilanzen verarbeiten.
DAX

Trump setzt „Projekt Freiheit“ aus – Friedensbemühungen wieder im Blick
Die Hoffnung auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran dürfte Anleger aus der Reserve locken. US-Präsident Trump will nach nur einem Tag die Schutzmaßnahmen für Schiffe in der Straße von Hormus temporär aussetzen. Demnach solle geprüft werden, ob ein Abkommen mit dem Iran geschlossen werden könne. Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, dass das „Projekt Freiheit“ folgerichtig „für eine kurze Zeit“ ausgesetzt werde, um zu sehen, ob ein Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran abgeschlossen und unterzeichnet werden könne, hieß es.
Ob es zu erfolgreichen Verhandlungen kommt, bleibt abzuwarten. Auch wenn der Nahostkonflikt nach wie vor ungelöst ist, könnten sich Investoren wieder den Wachstumsfantasien im Bereich der Künstlichen Intelligenz widmen und geopolitische Risiken ausblenden.
Gegenteilig dürfte allerdings nach wie vor die Gefahr bestehen, das entsprechende Risiken auf die leichte Schulter genommen und damit verkannt werden. Eine militärische Eskalation könnte die Euphorie jederzeit dämpfen.
ADP-Daten im Blick – Alle Augen auf den US-Arbeitsmarkt
Bereits am heutigen Mittwoch könnten die ADP-Beschäftigungsdaten einen ersten Appetizer auf die für Freitag erwartete Veröffentlichung der NFPs liefern (14:15 Uhr).
Im Blick stehen am Freitag folgerichtig die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls), welche Anleger nach geldpolitischen Hinweisen abklopfen sollten (14:30 Uhr). Ökonomen erwarten aktuellen Schätzungen zufolge ein Stellenplus von lediglich 60.000 Einheiten, nachdem im März noch 178.000 neue Jobs geschaffen werden konnten. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote könnte bei 4,3 Prozent und damit unverändert im Vergleich zum Vormonat verweilen.
Last but not least rücken um 16:00 Uhr vorläufige Verbraucherstimmungsdaten aus dem Hause Uni Michigan auf die Agenda.
Berichtssaison nimmt hierzulande kräftig an Fahrt
In Frankfurt am Main stehen heute die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsquartals von Infineon (ISIN: DE0006231004), Daimler Truck (ISIN: DE000DTR0CK8), HeidelbergCement (ISIN: DE0006047004), Fresenius (ISIN: DE0005785604), Continental (ISIN: DE0005439004), Covestro (ISIN: DE0006062144), Lufthansa (ISIN: DE0008232125), Hugo Boss (ISIN: DE000A1PHFF7) und HelloFresh (ISIN: DE000A161408) im Fokus.
Am Donnerstag berichten etwa Siemens Healthineers (ISIN: DE000SHL1006), Vonovia (ISIN: DE000A1ML7J1) und Henkel (ISIN: DE0006048432) sowie am Freitag die Commerzbank (ISIN: DE000CBK1001).
Von Interesse dürften auch die Zahlen verschiedener Unternehmen jenseits des Atlantiks sein. Vor US-Eröffnung (PMO) berichtet heute etwa Walt Disney (ISIN: US2546871060). Am Donnerstag legen McDonald’s (PMO) (ISIN: US5801351017) sowie Coinbase (AMC) (ISIN: US19260Q1076) ihre Zahlen vor.



