Der DAX dürfte vorerst ein Spielball der geopolitischen Nachrichtenlage aus dem Nahen Osten bleiben. Die Märkte taumeln derzeit zwischen Hoffnung und Eskalationsangst. Zwischen Iran-Konflikt, KI-Euphorie und sprunghaften Signalen aus Washington könnte die jüngste Schaukelbörse intakt bleiben.
Vor allem die Sorge vor einer erneuten militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran belastet die Risikobereitschaft der Investoren. Für etwas Ablenkung könnten die anstehenden Quartalszahlen von NVIDIA sorgen. Selbst starke Zahlen dürften es schwer haben, die Sorgenfalten rund um den Iran-Konflikt vollständig auszubügeln. Die KI-Euphorie prallt derzeit auf harte geopolitische Realitäten.
DAX

Aufatmen im Handelsstreit zwischen der EU und den USA – Anleger fürchten erneute militärische Eskalation im Nahen Osten
Für leichte Entspannung am Markt könnten die jüngsten Entwicklungen im Handelsstreit zwischen der Europäischen Union und den USA sorgen. Vertreter des Europaparlaments nebst Mitgliedsstaaten haben sich auf die Umsetzung einer Zollregelung geeinigt, welche bereits im vergangenen Jahr vereinbart wurde. So sollen EU-Zölle auf US-Industriegüter sukzessive abgeschafft werden.
Trump hatte mit zusätzlichen Zöllen gedroht, sollte bis zum 4. Juli keine Einigung erzielt werden.
Anleger dürften jedoch weiterhin mit Sorge auf die Entwicklungen im Nahen Osten blicken. Ob es zu einer diplomatischen Lösung kommt, bleibt fraglich. Trump hatte jüngst einen für vergangenen Dienstag geplanten Angriff auf den Iran vorerst abgesagt, hieß es.
FOMC-Minutes heute Abend im Blick – Geldpolitische Impulse denkbar
Am heutigen Abend rücken insbesondere die Mitschriften der jüngsten Fed-Notenbanksitzung in den Blickpunkt (FOMC-Minutes), welche für 20:00 Uhr erwartet werden.
Trotz der dynamischen Entwicklungen im Iran-Konflikt dürfte die US-Geldpolitik weiterhin ein wichtiger Faktor bleiben, zumal sich Anleger zusehends mit Inflations- und damit Zinssorgen konfrontiert sehen.
Laut „Fed-Watch-Tool“ der CME Group rechnen 96,7 Prozent der Marktteilnehmer mit einer Zinspause am 17. Juni und 3,3 Prozent mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte.
Einkaufsmanager dies- und jenseits des Atlantiks am Donnerstag im Blick
Am Donnerstag rücken hierzulande erste Schätzungen zu verschiedenen Einkaufsmanagern (S&P Global) für die Bereiche verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistung und Gesamt in den Blickpunkt (09:30 Uhr).
Die Pendants für die europäische Seite werden für 10:00 Uhr und für die US-amerikanische Seite um 15:45 Uhr erwartet.
Zum Wochenabschluss gilt es das GfK-Verbrauchervertrauen (08:00 Uhr) sowie den ifo-Geschäftsklimaindex zu beachten (10:00 Uhr).
Berichtssaison: Veröffentlichung der NVIDIA-Zahlen wirft Schatten voraus
Am heutigen Abend nach US-Börsenschluss stehen zudem die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsquartals von NVIDIA (ISIN: US67066G1040) im Fokus. Am Donnerstag berichten in den USA etwa noch NIO (ISIN: US62914V1061) und Walmart (ISIN: US9311421039).




