Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten dürften zum Wochenstart auf die globalen Finanzmärkte durchschlagen. Nach einer kurzen Phase der Erleichterung vom Freitag könnten wachsende Zweifel an einer schnellen diplomatischen Lösung im Iran-Konflikt dominieren. Die wiederholten Störungen einer der wichtigsten Energiehandelsrouten unterstreichen die Fragilität der Lage und dämpfen die Hoffnung auf ein zeitnahes, tragfähiges Friedensabkommen zwischen den Konfliktparteien. Das wiederkehrende Wechselspiel aus Öffnung und Eskalation nimmt Züge eines geopolitischen Kräftemessens an.
Von den Entwicklungen im Iran-Konflikt abgelenkt werden könnten Anleger von der weiter an Fahrt aufnehmenden Berichtssaison.
Nahostkonflikt: Geopolitische Spannungen nehmen an Fahrt auf – Straße von Hormus wieder blockiert
„Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran werden bald zurückschlagen und Vergeltungsmaßnahmen gegen diesen Akt bewaffneter Piraterie und gegen die amerikanische Armee ergreifen“, so der Sprecher des iranischen Generalstabs am Montag via Telegram. Zudem warf er den USA vor, die bis eigentlich zur Wochenmitte laufende Feuerpause verletzt zu haben.
US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag via „Truth Social“ geschrieben, dass die US-Marine das Frachtschiff „Touska“ beschossen und das Schiff unter die eigene Kontrolle gebracht habe. Besagtes Schiff fährt unter der iranischen Flagge und sei mit US-Sanktionen belegt, hieß es.
Am vergangenen Freitag hatte der Iran noch die Öffnung der Straße von Hormus verkündet und am Samstag postwendend rückgängig gemacht. Als Grund nannte Teheran die wiederholte Sperrung der andauernden Blockade iranischer Häfen durch die USA.
US-Einzelhandelsumsätze und Einkaufsmanager im Blick
Im Fokus der Anleger stehen am Dienstag insbesondere die US-Einzelhandelsdaten (14:30 Uhr).
Am Donnerstag gilt es Einkaufsmanager (S&P Global) für das verarbeitende Gewerbe, den Dienstleistungssektor und „Gesamt“ im Auge zu behalten. Auch die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe sollten beachtet werden.
Ihre Schatten vorauswerfen könnte zudem der geplante Fed-Leitzinsentscheid am Mittwoch, den 29. April 2026. Eine Rede durch Gouverneur Christopher Waller steht etwa am Dienstag im Fokus (20:30 Uhr), welche es nach geldpolitischen Hinweisen abzuklopfen gilt.
Nach wie vor machen sich Anleger allerdings keine Hoffnungen auf eine Zinssenkung Ende April. Laut „Fed-Watch-Tool“ der CME Group rechnen 99,5 Prozent der Marktteilnehmer mit einer Zinspause.
US-Berichtssaison nimmt weiter an Fahrt auf – Tesla, Intel und Co voraus
Auch die laufende US-Berichtssaison gilt es immer wieder im Auge zu behalten. Am Dienstag berichtet etwa die UnitedHealth Group (ISIN: US91324P1021), am Dienstag Beoing (US0970231058), IBM (ISIN: US4592001014) und Tesla (ISIN: US88160R1014) über ihre Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsquartals. Am Donnerstag stehen die Zahlen von Intel (US4581401001) und American Express (US0258161092) sowie am Freitag von Procter & Gamble (US7427181091) im Fokus.
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