Anleger dies- und jenseits des Atlantiks dürften insgesamt auf eine äußerst turbulente Handelswoche zurückblicken. Während die ersten beiden Tage aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders überschaubar verliefen, hatte es der Mittwoch mit Veröffentlichung neuer US-Inflationsdaten und der anschließenden Fed-Notenbanksitzung in sich. Auch gen Wochenende warten Impulsgeber.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
Deutsche Inflation zieht an – US-Teuerung niedriger als gedacht
Hierzulande dürfte am Mittwochmorgen die Entwicklung der finalen Inflationsraten für Aufsehen gesorgt haben. In der Bundesrepublik Deutschland entwickelte sich der Preisdruck im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,4 Prozent nach oben und damit stärker als im Monat zuvor (2,2 Prozent).
Erst in der vergangenen Woche hatte die Europäische Zentralbank (EZB) eine Zinswende eingeläutet. Wie es um weitere Zinssenkungen bestellt ist, bleibt jedoch ungewiss.
Laut EZB-Vizepräsident Luis de Guindos könne die EZB wegen der hohen Unsicherheit in puncto Inflationsentwicklung nur sehr langsam die Zinsen senken.
Für eine große Überraschung sorgte der stärker als erwartete Rückgang der Mai-Kernteuerung in den USA. Mit 3,3 Prozent stiegen die Preise exklusive der Treiber Energie und Lebensmittel im Mai per Jahresmonatsvergleich weniger stark als erwartet (3,4 Prozent). Im Monat zuvor wurden in diesem Fall noch 3,6 Prozent ausgewiesen.
Fed-Notenbank lässt Leitzinsniveau unverändert – US-Notenbank stellt eine Zinssenkung für 2024 in Aussicht
Wie erwartet hatte die US-Notenbank am Abend nicht an den Zinsschrauben gedreht und das Zinsniveau unverändert bei einer Spanne von 5,25-5,50 Prozent belassen.
Fed-Chef Jerome Powell signalisierte auf der anschließenden FOMC-Pressekonferenz, dass er es mit Zinssenkungen nicht eilig habe. Im Mittel erwartet die Fed für das laufende Jahr eine Zinssenkung, nachdem im März noch insgesamt drei Zinsschritte nach unten in Aussicht gestellt wurden.
US-Erzeugerpreise schnellen zurück – Michigan-Verbrauchervertrauen und Notenbanker-Reden im Blick
Auch am Donnerstag waren es abermals US-Preisdaten, welche für wichtige Impulse in Frankfurt am Main aber auch an der Wall Street gesorgt hatten. Die sogenannten Erzeugerpreise entwickelten sich im Mai gegenüber dem Vormonat rückläufig (-0,2 Prozent), welche damit unter den Erwartungen von 0,1 Prozent lagen und deutlich unter dem Vormonatswert (0,5 Prozent).
Am heutigen Freitag dürften erste Schätzungen zum Verbrauchervertrauen (Michigan) um 16:00 Uhr für Impulse sorgen. Erwartet wird in diesem Fall ein Zuwachs von 2,9 Zählern auf insgesamt 72 Punkte.
Reden durch EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Austan Goolsbee von der Chicago-Fed runden eine durchaus ereignisreiche Woche ab.



