Sollten Sie mit Optionen handeln wollen, könnte Ihnen der Begriff “At the Money” begegnen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was es bedeutet, wie das Wort sich von anderen Begriffen der Geldnähe begrenzen lässt und für wen sich solche Optionen lohnen.
Definition von At the Money
Optionen sind Finanzinstrumente, die den Besitzern das Recht geben, einen Basiswert zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Dabei wird berücksichtigt, wie sich der Preis in einem vorab festgelegten Zeitraum verändert hat. Wichtig ist, dass Besitzer das Recht, aber nicht die Pflicht besitzen, den Basiswert zum Ausübungszeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen.
Bei At the Money handelt es sich um eine Option, bei der der Ausübungspreis, auch Strike genannt, und der aktuelle Kurs des dahinter liegenden Basiswerts übereinstimmen. Kommt es hingegen zu einer kleinen preislichen Abweichung, wird von “Near the Money” gesprochen.
Der sogenannte innere Wert einer Option wird durch die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem Ausübungspreis berechnet. At the Money-Optionen haben keinen inneren Wert, da die Differenz null entspricht, weshalb es noch nicht möglich ist, die Option mit Gewinn zu kaufen oder zu verkaufen.
Allerdings kann sich der Preis bis zum Verfallstag verändern und es besteht nach wie vor die Möglichkeit, die Option zu kaufen oder zu verkaufen. Der Begriff At the Money kann für Call- und Put-Optionen gleichermaßen verwendet werden.
Abgrenzungen der Geldnähe: At the Money, In the Money, Out of the Money
Der Begriff Moneyness beschreibt die Geldnähe. In Bezug auf die Geldnähe können drei verschiedene Begriffe unterschieden werden: At the Money, In the Money und Out of the Money.
- At the Money: Strike der Option und aktueller Kurs des dahinter liegenden Basiswerts stimmen überein.
- In the Money: Bei einer Call-Option liegt der Strike unter dem aktuellen Kurs des dahinter liegenden Basiswerts. Bei einer Put-Option dagegen liegt der Strike über dem aktuellen Kurs des Basiswerts.
- Out of the Money: Bei einer Call-Option liegt der Strike über dem aktuellen Kurs des dahinter liegenden Basiswerts. Bei einer Put-Option liegt der Strike unter dem aktuellen Preis des Basiswerts.
Lohnt sich eine At the Money Option?
At the Money-Optionen können auf unterschiedliche Faktoren empfindlich reagieren. Dazu gehören Volatilitätsveränderungen oder Veränderungen im Zeitwertverfall. Am attraktivsten sind diese Optionen, wenn ein Käufer eine große Bewegung des Basiswerts erwartet. Käufer haben den Vorteil, dass für diese Art von Option kein innerer Wert gezahlt werden muss.
Da das Handelsvolumen von solchen Optionen meist am höchsten ist, sind diese am liquidesten. Das bringt Vorteile für Käufer und Verkäufer, da die Preisspanne zwischen Geld- und Briefkurs im Normalfall geringer ist.
Für Käufer von Optionen ergibt es aus finanzieller Sicht in der Regel keinen Sinn, eine Option auszuüben, da diese keinen inneren Wert aufweisen.
- Eine mögliche Ausnahme bieten Long Calls bei einem geringen Zeitwert
- Stehen beispielsweise Ausschüttungen von Dividenden offen, die höher ausfallen als der Zeitwert der Call-Option, kann sich eine Ausübung lohnen
Die Verkäufer solcher Optionen können mit einer attraktiven Prämie rechnen. Es kann allerdings immer dazu kommen, dass sich die Preise verändern.
Optionsgriechen von At the Money Optionen
Optionsgriechen sind bestimmte Faktoren, die eine Rolle bei der Preisbildung von At the Money-Optionen spielen. Sie sind wichtig für die Optionsstrategien.
Solche Optionen am Geld zeichnen sich durch das größte Gamma aus, was bedeutet, dass sich das Delta bei einer Änderung des Aktienkurses schnell ändern kann. Je nach Situation kann dies zu höheren Gewinnen oder Verlusten führen.
Am Theta wird der Zeitwertverlust gemessen. Dieser ist bei At the Money-Optionen vergleichsweise groß. Das Theta kann am Laufzeitende höher sein als bei Optionen, die Out of the Money sind. Kurzfristige Strategien können riskant, aber attraktiv sein, da der Zeitwertverlust am Ende einer Laufzeit meist steiler fällt.
Die Vegawerte können bei At the Money-Optionen besonders stark ausfallen. Optionspreise können sehr empfindlich auf Volatilitätsveränderungen reagieren. Bei Optionen Out of the Money oder In the Money tendiert der Vegawert gegen null. Hier ist es unwahrscheinlich, dass Veränderungen der Volatilität zu starken Preisänderungen der Option führen.
Fazit: Bedeutung von At the Money Optionen
Es existieren unterschiedliche Begriffe, um die Geldnähe von Optionen zu beschreiben. At the Money kann Optionen beschreiben, bei denen der Ausübungspreis und der aktuelle Kurs des Basiswerts übereinstimmen.
Da die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem Ausübungspreis bei At the Money-Optionen bei null steht, haben diese Optionen keinen inneren Wert. Das üblicherweise hohe Handelsvolumen dieser Optionen kann Vorteile für Käufer und Verkäufer bringen. Zudem können Verkäufer mit attraktiven Prämien rechnen, müssen aber auch berücksichtigen, dass sich der Preis jederzeit verändern kann.
Sogenannte Optionsgriechen spielen eine Rolle bei der ausgewählten Strategie mit dem Optionshandel. Es handelt sich hierbei um Faktoren, die für die Preisbildung wichtig sind. Optionen am Geld zeichnen sich beispielsweise durch ein großes Gamma und Theta aus.