Durch die Wiederwahl Donald Trumps sind Anleger rund um den Globus verstärkt den sogenannten „Trump-Trade“ eingegangen. Doch welche Branchen und welche Aktien konnten bislang kräftig profitieren und welche Gründe gibt es dafür? Erhalten Sie im Folgenden sämtliche Hintergründe und Einblicke in spannende Bereiche.
Das Wichtigste in Kürze:
- Anleger setzen durch die Wiederwahl Donald Trumps vor allem auf Deregulierung
- Banken-, Öl- und Gasunternehmen, Bau-, Gesundheits- und Krytobranche könnten profitieren
- „America-First“-Strategie dürfte heimische Industrie fördern
- Kryptobranche atmet auf und hofft auf laxere Regeln und die Einführung strategischer Bitcoin-Staatsreserven
Bankenaktien: J.P. Morgan, Goldman Sachs und Bank of America als Profiteure der Trump-Politik
Bankenaktien könnten durch Donald Trumps eingeleitete politische Maßnahmen profitieren, welche vor allem auf eine Lockerung der regulatorischen Finanzmarktregulierung und einer Zunahme von Fusionen und Übernahmen (M&A) basieren. Banken bieten oft Beratungsleistungen bei derartigen Transkationen an.
Als ein weiterer positiver Einflussfaktor könnte die Aussicht auf höhere Zinsen fungieren, sodass traditionell Geschäftsbanken angesichts der Vergabe von Krediten profitieren könnten. Ob die neue Trump-Administration sich zu tendenziell höheren Zinsen hinreißen lässt, bleibt allerdings abzuwarten.
Womöglich könnte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihren jüngst eingeschlagenen Zinssenkungszyklus auch im Jahr 2025 weiter fortsetzen.
Die Aussicht auf eine höhere Staatsverschuldung dürfte nicht zuletzt auch Auswirkungen auf die Finanzbranche ausüben. Der aktuelle Schuldenstand der Vereinigten Staaten beträgt derzeit rund 36,09 Billionen Dollar.
Beispielsweise könnten die US-Großbanken J.P. Morgan, Goldman Sachs sowie die Bank of America durch die oben genannten Aussichten an Attraktivität hinzugewinnen.
Energiebranche: Öl- und Gasunternehmen: Fokus auf Förderung fossiler Brennstoffe
US-amerikanische Öl- und Gasunternehmen hoffen durch die Trump-Politik auf einen positiven Einfluss. So könnte etwa die Förderung fossiler Brennstoffe gefördert werden.
Auch in der Energiebranche will Trump auf Deregulierung setzen und somit Umweltvorschriften aufheben bzw. lockern, was die Aktivitäten der Energieunternehmen erhöhen dürfte.
Auch die zu erwartende Handelspolitik wie etwa die Einführung von Strafzöllen auf Importe dürfte die Unsicherheit auf den globalen Märkten verschärfen.
Für das Amt als Energieminister hat Trump dem Konzernchef aus der Öl- und Gasbranche Chris Wright vorgeschlagen, welcher auf fossile Energie setzen dürfte. Seiner Meinung nach gebe es auch keine „Klimakrise“.
„Als Energieminister wird Chris eine wichtige Führungsrolle übernehmen, Innovationen vorantreiben, Bürokratie abbauen und ein neues 'Goldenes Zeitalter des amerikanischen Wohlstands und des Weltfriedens' einläuten“, so Donald Trump.
Pharmabranche: Deregulierung als Hoffnungsschimmer für den Gesundheitssektor
Auch die Pharmabranche dürfte durch die zukünftige Regierung unter der Federführung von Donald Trump beeinflusst werden. Wie in der Finanzbranche könnte es auch in der Gesundheitsbranche mehr Fusionen und Übernahmen (M&A) geben.
Bereits während seiner ersten Amtszeit hatte Trump versucht die Medikamentenpreise zu senken. Unter Präsident Joe Biden wurde mit der Einführung des sogenannten „Inflation Reduction Act“ (IRA) ermöglicht, neue Preise auszuhandeln, um die Kosten zu drücken. Möglicherweise könnte Trump besagten „Act“ wieder zurücknehmen, da dieser als Hindernis für Forschung nebst Entwicklung angesehen wird.
Weniger Regulierung könnte zudem die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen, mit dem Risiko, Sicherheitsstandards zu sehr zu lockern.
Robert F. Kennedy Jr. soll Gesundheitsminister der neuen Regierung werden, wie Donald Trump auf X und Truth Social mitteilte.
Kryptoaktien haussieren unter Aussicht auf ein kryptofreundliches Washington
Donald Trump hat der Kryptobranche versprochen die USA zur „Kryptohauptstadt“ rund um den Globus machen zu wollen. Zudem kündigte der 78-jährige in seinem Wahlkampf auf einer Bitcoin-Konferenz in Nashville (Tennessee) an die Branche zu deregulieren sowie den Strom für das Bitcoin-Mining deutlich günstiger machen zu wollen.
Robert F. Kennedy Jr. sagte, dass Trump plane, sogenannte strategische Bitcoin-Reserven anzulegen. Trump versprach am ersten Tag seiner Amtszeit den als kritisch eingestellten Vorsitzenden der US-Aufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC), Gary Gensler, zu entlassen. Dass Gensler bereits wenige Wochen nach der US-Wahl seinen Rücktritt ankündigte, dürfte dem designierten US-Präsidenten gelegen kommen. Den neuen Posten soll Paul Atkins einnehmen, welcher als äußerst kryptofreundlich gestimmt gilt.
Sämtliche Regeln und Entscheidungen unter der Federführung von Gary Gensler dürften durch Atkins nochmals auf Herz und Nieren geprüft werden, sodass der Regulierungsgürtel in Zukunft deutlich gelockert werden könnte.
Die Aktien der US-amerikanischen Kryptobörse Coinbase konnten bereits durch die Aussicht auf einen Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl im Vorfeld profitieren. Sollte Trump seine Versprechen tatsächlich in die Praxis umsetzen und die Kryptobranche beispielsweise deutlich deregulieren, dürften in diesem Zusammenhang kryptospezifische Innovationen gefördert werden, was beispielsweise der Coinbase Aktie tendenziell in die Karten sollte. Nicht zuletzt dürfte auch eine anziehende Nachfrage nach Kryptowerten wie etwa Bitcoin dem US-Unternehmen zugutekommen, da Coinbase überwiegend seine Erträge durch Kauf- bzw. Verkaufsgebühren erwirtschaftet.

MicroStrategy Aktie: US-Unternehmen ist einer der größten Bitcoin-Halter der Welt
MicroStrategy besitzt mittlerweile rund 279.420 BTC, was das Unternehmen zu einem der größten institutionellen Halter von BTC rund um den Globus macht. Unter der Federführung von Michael Saylor könnte der international tätige Softwarehersteller auch in Zukunft seine Bitcoin-Bestände sukzessive ausbauen. In diesem Zusammenhang dürfte der Unternehmenswert stark abhängig von der Bitcoin-Wertentwicklung sein.
Trump Media and Technology Group Aktie: Donald Trump könnte Engagements in der Kryptobranche forcieren
Donald Trump könnte seine Engagements in der Kryptobranche weiter ausbauen. Spekulationen zufolge plane die Trump Media and Technology Group, an welcher Trump mit rund 53 Prozent beteiligt ist, die Kryptobörse Bakkt zu übernehmen. Nach Bekanntwerden des Gerüchts im November 2024 kletterte die Aktie von Bakkt zwischenzeitlich um über 160 Prozent in die Höhe.
Die Intercontinental Exchange (ICE), welche als Muttergesellschaft der New York Stock Exchange fungiert (NYSE), ist Gründerin von Bakkt. Die Börse selbst verspricht Anleger einen sonderbar einfachen Eintritt in die Kryptowelt.
Aktien, welche unter Donald Trump profitieren könnten
Der Einfluss Donald Trumps könnte Auswirkungen auf die verschiedensten Branchen wie etwa Bau, Energie oder Pharma haben.
| Aktie | Branche | ISIN |
|---|---|---|
| Caterpillar | Bau | US1491231015 |
| Vulcan Materials | Bau | US9291601097 |
| ExxonMobil | Energie | US30231G1022 |
| Chevron | Energie | US1667641005 |
| Pfizer | Pharma | US1667641005 |
| Johnson & Johnson | Pharma | US4781601046 |
| Coinbase | Krypto | US19260Q1076 |
| MicroStrategy | Krypto | US5949724083 |
| Trump Media Technology | Medien- und Technologie | US25400Q1058 |
| J.P. Morgan | Banken | US46625H1005 |
| Goldman Sachs | Banken | US38141G1040 |
| Bank of America | Banken | US0605051046 |
Quelle: Eigene Darstellung
Zusammenfassung: Deregulierung in sämtlichen Branchen als Zünglein an der Waage
Die zukünftige US-Regierung unter dem Präsidenten Donald Trump besitzt das Potenzial, die Karten in sämtlichen Branchen neu zu mischen. Insbesondere die Sektoren Banken, Bau, Energie, Pharma und Krypto könnten einen starken Wandel erfahren. Dabei sticht insbesondere die Aussicht auf eine Deregulierung immer wieder hervor, welche auf dem ersten Anschein vielversprechend klingt.
Anleger sollten sich immer wieder die Frage stellen, wie weit Theorie und Praxis auseinander gehen und ob Trump seine Versprechen am Ende des Tages auch tatsächlich umsetzen wird bzw. kann.
