Die NVIDIA Aktie (ISIN: US67066G1040) gilt als einer der größten Profiteure des KI-Booms. Geprägt war die Kursentwicklung in den vergangenen Jahren und Monaten teilweise von starken Kletterpartien, aber auch empfindlichen Kursschwankungen und damit Rücksetzern. Doch gibt es eigentlich Möglichkeiten, mit bereits vorhandenen Aktien im eigenen Depot ein zusätzliches Einkommen erzielen, ohne die Aktie direkt verkaufen zu müssen?
Im Folgenden Artikel soll um es die sogenannte „Covered Call-Strategie“ gehen, welche anhand besagten Anteilsscheins aus dem Hause NVIDIA erklärt werden soll und in erster Linie Anleger, welche den Einstieg in das Optionsgeschäft suchen, ansprechen kann.
Rückblick und fundamentale Einführung
Im ersten Teil der Serie wurde die „Cash-Secured-Put Strategie“ vorgestellt. Darauf aufbauend soll nun die „Covered-Call-Strategie“ anhand der NVIDIA-Aktie erklärt werden.
NVIDIA gilt eigenen Angaben zufolge als der führenden Anbieter von Technologie für Künstliche Intelligenz (KI). Neben Hardwarekomponenten wie etwa Grafikchips stellt das Unternehmen auch Software her, welche KI-Anwendungen ermöglicht.
Wissenswertes: Laut Angaben des Branchenportals „CompaniesMarketCap“ ist NVIDIA mit einer Marktkapitalisierung von 4,329 Billionen Dollar das wertvollste Unternehmen der Welt (Stand 31.07.2025), gefolgt von Microsoft (3,966 Billionen US-Dollar) und Apple (3,109 Billionen US-Dollar).
NVIDIA

Quelle: TradingView
Einführung in die Covered-Call-Strategie
Unter einem Covered Call (zu Deutsch: „gedeckter Call“) wird der Verkauf einer Call-Option auf einen Basiswert (Underlying) – in diesem Beispiel die Nvidia Aktie – verstanden, welcher sich bereits im Portfolio befindet. Bei der Covered-Call-Strategie wird eine Call-Option im besagten Beispiel einer NVIDIA Aktie verkauft, welche sich bereits im eigenen Besitz befindet. Dafür wiederum besteht die Möglichkeit, dass der Verkäufer eine Prämie einstreicht. Im Gegenzug verpflichtet sich der Verkäufer allerdings, die Aktie zum Strike-Preis zu verkaufen, falls der Käufer, die Option ausübt.
Geeignet kann die Strategie in einem Marktumfeld sein, welches aus seitwärts gerichteter oder leicht steigender Kurse besteht.
Da die kassierte Optionsprämie gedeckelt ist, besteht das Risiko des Covered Calls in fallenden Kursnotierungen des Basiswerts. Zu beachten ist außerdem, dass das Gewinnpotenzial nach oben hin begrenzt ist. Steigt in diesem Fall die NVIDIA Aktie über den Basispreis der Call-Option, besteht keine Möglichkeit, von der Kursentwicklung zu profitieren.
NVIDIA Aktie: Zwischen Handelsstreit und geldpolitischen Unwägbarkeiten
Trotz der vermeintlich nicht enden wollenden Euphorie rund um den Sektor der Künstlichen Intelligenz (KI) gilt es makroökonomische Unsicherheitsfaktoren nicht aus den Augen zu verlieren. Nach wie vor prägt das Marktumfeld ein Spannungsfeld, welche aus Handelsstreitigkeiten als auch geldpolitischen Unwägbarkeiten besteht.
Jüngst hatten die beiden größten Volkswirtschaften der Welt, die Vereinigten Staaten und China, in ihrem schwelenden Handelsstreit sich nicht auf eine mögliche Verlängerung der bald endenden Zollpause festlegen können, welche noch bis zum 12. August 2025 läuft. Auch wenn es immer wieder zu Entspannungen in puncto Zollkonflikt kommen kann, dürften die Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und wichtigen Volkswirtschaften weiterhin als klassisches Damoklesschwert über den Köpfen der Anleger schweben. Der Zollkonflikt könnte insbesondere auch das Unternehmen NVIDIA in der zweiten Jahreshälfte und darüber beeinflussen.
Zuletzt hatten die Vereinigten Staaten monatelang etwa Lieferungen von KI-Chips in die Volksrepublik blockiert. Mitte Juli 2025 sagte NVIDIA-Chef Jensen Huang, dass das Unternehmen wieder sogenannte H20-Chips auf dem chinesischen Markt verkaufen werde, nachdem Washington und Peking sich einigen konnten, gegenseitige Beschränkungen zu mindern.
Anleger dürften in zweiter Jahreshälfte 2025 auf Zinssenkungen durch US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hoffen
Für die zweite Jahreshälfte 2025 könnten zusehends auch die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank von Interesse sein. Die Fed-Notenbank Federal Reserve (Fed) hatte am 30. Juli 2025 wie erwartet das Leitzinsniveau zum fünften Mal in Serie unverändert gelassen, welches damit weiterhin bei einer Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent notiert. Sollte die Fed auf den drei verbleibenden planmäßigen Sitzungsterminen Zinssenkungen in Erwägung ziehen, könnte dies die Attraktivität von zinslosen und riskanten Anlagen gegenüber festverzinslichen Werten tendenziell erhöhen und somit auch der NVIDIA Aktie in die Karten spielen.
Fazit Covered-Call-Strategie: Kein Allheilmittel, aber möglicherweise ein nützliches Werkzeug
Die Covered-Call-Strategie kann Anlegern mit bestehenden Aktien eine Möglichkeit bieten, Zusatzeinnahmen durch Prämien zu generieren.
Angesichts eines volatilen Marktes bestehend aus KI-Euphorie, möglichen Exportbeschränkungen und geopolitischen Unsicherheiten, könnte die Covered-Call-Strategie spannend für Investoren sein. Trotz der Chancen sollten Anleger die bestehenden Risiken nicht verkennen. Da die mögliche Optionsprämie begrenzt ist, notiert das Risiko eines sogenannten Covered Calls in einer bärischen Entwicklung der NVIDIA Aktie. Zudem besteht das Risiko, dass auf mögliche Kursgewinne oberhalb des Strike-Preises verzichtet werden muss. Die Covered-Call-Strategie bietet unter dem Strich Chancen, weist aber auch klare Risiken und Einschränkungen auf, welches es zu beachten gilt. Anleger sollten möglichen Chancen aber auch insbesondere Verlustpotenziale sorgfältig abwägen.
