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Optionen & Stillhaltergeschäfte im Performancebericht

Optionen und Stillhaltergeschäfte (Short-Optionen) werden im Performancebericht je nach Produktart und Jurisdiktion unterschiedlich abgebildet.
Ziel ist eine wirtschaftliche Darstellung, die sich grob an den steuerlichen Regelungen der jeweiligen Jurisdiktion orientiert, ohne diese vollständig zu übernehmen.

Wichtige Kategorien im Bericht:

  • OPT – „normale" Optionsgeschäfte (Long/Short, je nach Land)
  • Prämie – Stillhalterprämien (Short-Optionen) für deutsche Kunden
  • Wertlos – wertlos verfallene Positionen (z. B. bestimmte Warrants oder Optionen)

Grundprinzipien der Abbildung

Deutschland (DE)

Für deutsche Kunden orientiert sich der Performancebericht grob an der Logik des deutschen Steuerrechts:

  • Long-Optionen (Call/Put)
    • Das GuV normaler Long-Option-Trades wird nach dem Verkauf in der Kategorie Optionen ausgewiesen.
    • Werden Optionspositionen ausgeübt, wird der Wert der Option in der Regel in den Einstandskurs des Basiswertes (z. B. der Aktie) eingerechnet.
    • Ein unmittelbarer Gewinn/Verlust aus der Option wird dann nicht separat ausgewiesen; die Wertentwicklung zeigt sich später beim Verkauf der Aktie in der Kategorie „Aktien".
  • Short-Optionen (Stillhaltergeschäfte)
    • Bei Eröffnung einer Short-Option erhält der Kunde eine Prämie, die in Deutschland bereits bei Eröffnung wirtschaftlich als realisiert gilt.
    • Im Performancebericht wird diese Prämie als „Prämiengewinn" in der Kategorie „Prämie" erfasst.
    • Bei Glattstellung (Rückkauf) einer Short-Option entsteht ggf. ein Prämienverlust, der ebenfalls in der Kategorie „Prämie" ausgewiesen wird.
    • Kommt es zu einem Assignment (Zuteilung/Ausübung), bleibt der ursprüngliche Prämiengewinn bestehen; die Aktien werden zum Strikepreis eingebucht.

Ergebnis:
Die Kategorie „Prämie" zeigt bei deutschen Kunden die realisierte GuV aus Stillhaltergeschäften, während Long-Optionen je nach Verlauf in anderen Kategorien (z. B. Aktien) aufgehen können.

Wichtig: Wenn eine Short-Option über den Jahreswechsel gehalten und anschließend zurückgekauft wird, entsteht der Prämiengewinn dadurch im alten Jahr, der Prämienverlust (Rückkauf) im neuen Jahr.

Österreich (AT) und andere Jurisdiktionen

  • In der österreichischen Variante des Performanceberichts werden Optionen einheitlich unter „OPT" geführt.
  • Die spezielle deutsche Unterscheidung zwischen Prämie und OPT entfällt.
  • Auch im internationalen Bericht werden Optionsgeschäfte ohne die separate Prämienkategorie dargestellt.

Typische Beispiele

1. Gekaufte Call-Option (Long-Call), Ausübung in Aktien

Ausgangslage:

  • Sie kaufen einen Call auf eine Aktie.
  • Der Call wird später ausgeübt, Sie erhalten die Aktie.

Darstellung im Performancebericht (DE-Logik, vereinfacht):

  • Die für den Call gezahlte Prämie fließt in den Einstandskurs der Aktie ein.
  • Es erfolgt kein separater Optionsgewinn/-verlust in der Kategorie „OPT" zum Ausübungszeitpunkt.
  • Erst wenn Sie die Aktie später verkaufen, erscheint der resultierende Gewinn/Verlust in der Kategorie „Aktien", inklusive des ursprünglich gezahlten Optionspreises.

Konsequenz: Kunden erwarten manchmal einen „Optionsgewinn" im Bericht – tatsächlich wird dieser in vielen Fällen indirekt über den Aktien-GuV abgebildet.

2. Gekaufte Put-Option (Long-Put), wertloser Verfall

Ausgangslage:

  • Sie kaufen einen Put zur Absicherung und lassen ihn wertlos verfallen.

Darstellung im Performancebericht:

  • Die gezahlte Optionsprämie erscheint nach dem Verfall als Verlust in der Kategorie Wertlos.
  • Es erfolgt keine Übertragung auf eine Aktienposition, da keine Ausübung stattgefunden hat.

3. Stillhaltergeschäft (Short-Put oder Short-Call), keine Zuteilung

Ausgangslage:

  • Sie schreiben (verkaufen) einen Put oder Call und erhalten eine Prämie.
  • Die Option wird nicht ausgeübt und läuft aus.

Darstellung im Performancebericht (DE-Logik):

  • Bereits bei Eröffnung der Short-Option wird der Prämienbetrag in der Kategorie „Prämie" als Gewinn erfasst.
  • Läuft die Option später aus, bleibt es bei diesem Gewinn; es erfolgt kein weiterer GuV-Eintrag.

Bei einer späteren Glattstellung (Rückkauf der Option) würde der Rückkaufsbetrag als Prämienverlust in derselben Kategorie erscheinen.

4. Stillhaltergeschäft mit Assignment (z. B. Short-Put, Aktie eingebucht)

Ausgangslage:

  • Sie sind Stillhalter eines Puts (Short-Put), erhalten Prämie.
  • Der Markt fällt, der Put wird ausgeübt und Sie werden mit Aktien eingebucht.

Darstellung im Performancebericht (DE-Logik):

  • Der Prämiengewinn bleibt in der Kategorie „Prämie" bestehen.
  • Die Aktien werden zum Strikepreis eingebucht; der spätere Gewinn/Verlust aus dieser Aktienposition erscheint separat in der Kategorie „Aktien".
  • Der Options-GuV wird nicht vollständig auf die Aktien übertragen, anders als im IB-Kontoauszug.

In der österreichischen Variante (AT) wird der Options-GuV typischerweise immer auf die Aktien übertragen, ähnlich wie im Kontoauszug. Die Kategorie „Prämie" entfällt dort.


Unterschiede zum Kontoauszug bei Optionen

Im IB-Kontoauszug werden Optionsgeschäfte häufig so dargestellt, dass:

  • der Options-GuV bei Assignment & Exercise vollständig auf die Aktienposition übertragen wird – unabhängig davon, ob es sich um Long- oder Short-Optionen handelt.

Im Performancebericht (insbesondere für deutsche Kunden):

  • werden Stillhalterprämien separat ausgewiesen,
  • werden Long-Optionen bei Ausübung in den Einstandskurs des Basiswerts eingerechnet,
  • kann sich die Darstellung deutlich vom Kontoauszug unterscheiden – bei identischen Transaktionen.

Das führt dazu, dass Kunden, die Optionen bis zum Ende halten, teilweise:

  • im Kontoauszug z. B. kaum Options-GuV sehen, weil dieser in den Aktien-GuV „wandert",
  • im Performancebericht dagegen eine eigene Kategorie „Prämie" mit realisierten Ergebnissen aus Stillhaltergeschäften haben bzw. in der Kategorie Wertlos weitere Anteile finden.

Häufige Fragen zu Optionen im Performancebericht

„Warum sehe ich keinen Gewinn/Verlust aus meiner Long-Option im Bericht?"

  • Wenn Ihre Long-Option ausgeübt wurde, ist der Effekt meist im Aktien-GuV versteckt, nicht in einer separaten Optionszeile.
  • Nur bei wertlosen Verfällen oder Glattstellungen erscheint der GuV typischerweise direkt in der Optionskategorie.

„Warum zeigt der Performancebericht bei Stillhaltergeschäften andere Ergebnisse als der Kontoauszug?"

  • Der Performancebericht für deutsche Kunden bildet die Prämien bereits bei Eröffnung als realisiert ab und stellt sie separat dar.
  • Der Kontoauszug überträgt den Options-GuV dagegen in vielen Fällen auf die Aktienposition.
  • Beide Darstellungen beruhen auf denselben Transaktionen, folgen aber unterschiedlichen Darstellungslogiken.

„Gilt die Prämienlogik auch für österreichische Kunden?"

  • Nein. In der österreichischen Variante werden alle Optionen unter „OPT" zusammengefasst, eine eigene Prämienkategorie gibt es nicht.
  • Die Darstellung orientiert sich stärker am Zusammenspiel mit dem Kontoauszug.

Hinweis zur steuerlichen Einordnung

Die Abbildung von Optionen und Stillhaltergeschäften im Performancebericht ist eine wirtschaftliche Interpretation, die sich grob an den einschlägigen steuerlichen Regelungen orientiert, ohne diese vollständig zu übernehmen.
Sie stellt keine steuerliche oder rechtliche Beratung dar.

Ob und in welcher Form Ihre Options- und Stillhaltergeschäfte in der Steuererklärung zu berücksichtigen sind, hängt von Ihrer individuellen Situation und der jeweils geltenden Rechtslage ab.
Bitte stimmen Sie die konkrete Nutzung des Performanceberichts immer mit Ihrem eigenen Steuerberater ab.

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