Mit dem Rückblick auf das DGI-Musterdepot gebe ich einen transparenten Einblick in die Entwicklung der im Depot enthaltenen Einzelwerte im 1. Quartal 2026, ermittle die Gesamtrendite und zeige die Performer und Nachzügler im Depot auf. Zudem gehe ich auf die jüngsten Veränderungen im Portfolio ein.
Mehr Details dazu werde ich im Rahmen des nächsten Webinars am 7. April geben. Hier geht’s zur kostenlosen Anmeldung.
Fakten und Zahlen zum 1. Quartal 2026
Zu Beginn blicke ich auf die Gesamtportfolioebene, bevor ich mich im nächsten Kapitel den Einzelwerten widme. Das DGI-Musterdepot wurde mit einem Startkapital von 100.000 Euro ausgestattet. Zum 31.03.2026 sind davon rund 83.500 Euro beziehungsweise über 80 Prozent der Gesamtsumme investiert.
Die folgende Grafik zeigt die langfristig positive Entwicklung der Dividenden-Treppe. Seit Auflage des Portfolios haben die im Depot investierten Unternehmen insgesamt rund 4.000 Euro auf mein Cash-Konto überwiesen.

Unter Berücksichtigung aller Investitionen gehe ich mit einer Liquiditätsreserve von rund 20.500 Euro in das zweite Quartal. Die unrealisierten Gewinne belaufen sich auf über 14.000 Euro. Hier sind alle relevanten Depot-Komponenten tabellarisch zusammengefasst:
| Startkapital 22.03.2024 | 100.000,00 |
| Investiertes Kapital | 83.428,62 |
| Unrealisierte Kursgewinne | 14.259,43 |
| Endwert 31.03.2026 | 97.688,05 |
| Freies Startkapital 31.03.2026 | 16.571,38 |
| Vereinnahmte Dividenden | 4.021,49 |
| Gesamt-Liquiditätsreserve 31.03.2026 | 20.592,87 |
Aktuell beträgt die persönliche Dividendenrendite 2,9 Prozent. Dieses Ergebnis entspricht einem moderaten Rückgang von 10 Basispunkten gegenüber dem letzten Quartal. Zur Erinnerung die Berechnungsmethodik: Es werden nur die tatsächlich vereinnahmten Dividenden durch das gesamte investierte Kapital geteilt. Im zweiten Quartal rechne ich mit Ausschüttungen von Jahreszahlern (Münchener Rück, Brenntag) und Halbjahreszahlern (Ahold Delhaize, Rio Tinto, Diageo, LVMH).
Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Musterdepot einen Wertzuwachs von 8,1 Prozent. Hierbei betrachte ich den Total Return, d.h. realisierte und nicht realisierte Kursgewinne und vereinnahmte Dividenden.


Der kurze Betrachtungszeitpunkt – der Start des Depots erfolgte im März 2024 – stellt für diesen Rückblick auf die Performance des Portfolios noch keinen allzu bedeutsamen Erkenntnisgewinn dar. Ziel ist es, dass sich die darin enthaltenen Einzelwerte auf langfristige Sicht von mindestens zehn Jahren entfalten. Deswegen setzen wir gleich über zum nächsten Kapitel und kommen zu den Einzelwerten.
Deep-Dive Einzelwerte
Zum Jahresbeginn befanden sich insgesamt 27 Assets im Depot, bei denen es sich ausschließlich um Einzelwerte handelt. Imersten Quartal habe ich 6 Nachkäufe vorgenommen, die ich nachfolgend chronologisch aufführe:
| Kaufdatum | Unternehmen (Ticker) | Gesamtinvest in € | Stückzahl |
|---|---|---|---|
| 06.01.2026 | PepsiCo (PEP) | 594,64 | 5 |
| 26.01.2026 | Münchener Rück (MUV2.DE) | 1.000,00 | 2 |
| 11.02.2026 | American Water Works (AWK) | 1.031,52 | 10 |
| 13.02.2026 | Roper Technologies (ROP) | 536,61 | 2 |
| 27.03.2026 | Microsoft (MSFT) | 922,40 | 3 |
| 27.03.2026 | Visa (V) | 511,00 | 2 |
Im November 2024 kündigte das Management von Comcast an, dass das Portfolio der Kabelfernsehsender von NBCUniversal ausgegliedert und als eigenständiges Unternehmen („SpinCo“) an die Börse gebracht wird. Dieses neue Unternehmen wird Nachrichten-, Sport- und Unterhaltungsinhalte abdecken (unter anderem USA Network, CNBC, MSNBC, Oxygen, E!, SYFY, Golf Channel) und potenziell 70 Millionen Haushalte in den USA erreichen. Auf Basis des letzten Geschäftsjahres erwirtschaftete der auszugliedernde Bereich einen Umsatz von rund sieben Mrd. USD. Die SpinCo, die zukünftig unter dem Unternehmensnamen Versant firmiert, führt die von der Muttergesellschaft bekannte Zwei-Klassen-Aktienstruktur fort.

Die Transaktion wurde Ende 2025 abgeschlossen, zu Jahresbeginn 2026 wurden mir insgesamt drei Aktien von Versant ins Depot eingebucht. Kurzum: Da die Neo-Gesellschaft keine Rolle im DGI-Musterdepot einnehmen wird und eine Aufstockung auf eine nennenswerte Bestandsgröße nicht infrage kommt, trennte ich mich davon zeitnah und habe den überschaubaren Erlös der Cash-Reserve zugeführt.
Wie in jedem Quartalsbericht findest du nachfolgend die „bewundernswerten“ Top-Performer und „bedauernswerten“ Nachzügler im ersten Quartal 2026 und seit Beginn des DGI-Musterdepots, berechnet in Euro als Währungsbasis:


Diversifikation & Allokation
In meiner Investmentstrategie ist die Portfolio-Diversifikation ein probater Weg, um der unsystematischen Risiken in adäquater Form Herr zu werden und stellt neben dem Steuern der Positionsgröße einen integralen Bestandteil meines Risikomanagements dar. Schauen wir uns nun den Status der Diversifikation entlang unterschiedlicher Ausprägungen wie Sektoren, Ländern oder Unternehmensgrößen genauer an.
Die grundsätzliche Frage, ob ich als Bemessungsgrundlage den aktuellen Marktwert oder das ursprünglich investierte Kapital heranziehe, umgehe ich pragmatisch, indem ich beide Darstellungsvarianten zeige.
Betrachten wir zunächst die Zusammensetzung des Portfolios auf Basis der Einzelwerte, so stellt sich die Situation wie folgt dar. Die Regel, dass kein Unternehmen mehr als fünf Prozent des investierten Kapitals ausmachen soll, werde ich weiterhin im Blick behalten. Zum aktuellen Zeitpunkt „verstoßen“ weiterhin Deere, Microchip Technology und Rio Tinto gegen diese eigene Vorgabe:

Nun der Blick auf die Zusammenstellung des Portfolios basierend auf dem aktuellen Marktwert. Rechts in der Grafik stehen die Top-10 Unternehmen.

Basierend auf dem „Global Industry Classification Standard“ investiere ich in den elf Sektoren entlang der diversen Wertschöpfungsketten der unterschiedlichen Branchen, die in unserer Wirtschaft von Bedeutung sind. Daher ergibt es Sinn, den Ist-Status im Vergleich zum Soll-Status zu beleuchten. Ein stures Festhalten an der Zielallokation, die ich in der nächsten Grafik darstelle, erscheint mir vorerst nicht erforderlich, da ich noch nicht vollinvestiert bin:

Daraus ergibt sich das untenstehende Lagebild zur Sektorenverteilung:


Die geographische Streuung über unterschiedliche Länder und Währungsräume erachte ich als einen essenziellen Bestandteil des Risikomanagements. Es gibt keine festen Grenzen, wie viel ich in welches Land investieren möchte. Meine Gedanken dazu sind recht simpel: nur weil ein Konzern wie Microsoft in den Vereinigten Staaten den unternehmensrechtlichen Hauptsitz hat, bedeutet dies keineswegs, dass dieser Konzern automatisch seine Umsätze aus der operativen Geschäftstätigkeit nur in seinem Heimatland erzielt. Kommen wir nun zur Länder-Allokation:

Da Rio Tinto als britisches Unternehmen in Parqet geführt wird, gibt es einen Unterschied in den Darstellungen zwischen Marktwert und der obigen Grafik.

Ausblick
Das neue Jahr hat kaum begonnen, und schon tobte die Weltpolitik: Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela eskalierten bis hin zu einer Entführung des amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro. Die leidige Debatte um Grönland während des Weltwirtschaftsforums in Davos scheint bereits wieder in den Hintergrund gerückt zu sein. Denn ein (weiterer) Krieg gegen den Iran beziehungsweise im Nahen Osten, ausgelöst durch einen sogenannten „Präventivschlag“ der USA und Israel, rückt in den Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Zudem durften wir die Rückkehr der Handelszölle nach einer überraschenden Entscheidung des US-Supreme Courts genauso wie die Ernennung eines neuen Fed-Vorsitzenden achselzuckend zur Kenntnis nehmen.
Hinzu trat im Technologie-Sektor die Divergenz zwischen den Profiteuren und vermeintlichen Verlierern unter dem Narrativ „KI frisst Software“ im Q1 2026 deutlich zutage. Inmitten des Schlagzeilenrisikos bleibt die entscheidende Frage: Wie viel Unsicherheit haben die Märkte bereits eingepreist – und wo lauert der nächste Schwarze Schwan? Das kann in den verbleibenden drei Quartalen noch heiter werden…
Trübsal zu blasen ist keine Option. Ein zentrales Ziel des Echtgeld-Portfolios besteht darin, sich unbeirrt von kurzfristigen Rückschlägen dem langfristigen Vermögensaufbau zu widmen. Dabei trenne ich strikt zwischen dem Wert und dem Preis eines Unternehmens. Angesichts geopolitischer Ereignisse, wechselnder wirtschaftlicher Großwetterlagen oder sonstiger externer Einflüsse übe ich mich in der Rolle eines geduldigen Privatinvestors, der sich an die wesentlichen Punkte seines Regelwerks hält.
Bei jedem Quartalsbericht blicke ich auf die Indexebene anhand des S&P 500, um ein erstes Stimmungsbild für die aktuelle Bewertung gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zu gewinnen. Die validen Gründe, warum das KGV auf Indexebene mit Vorsicht zu interpretieren ist, sind mir bewusst. Verzerrung durch Ausreißer, überproportionale Beeinflussung durch die Schwergewichte („Big Tech“ bzw. „KI-Boom“), Veränderungen in den Indexzusammensetzungen im historischen Vergleich, und so weiter. Sei’s drum. Aktuell liegt das KGV mit 24,4 um mehr als drei Punkte über dem Zehnjahresdurchschnitt. Trotz eines Kursrückgangs in den letzten Wochen ist der S&P 500 damit im ausgewählten Zeitraum insgesamt stark überbewertet.

Der STOXX Europe 600, der die Marktlage in Europa abbildet, umfasst die 600 größten börsennotierten Unternehmen Europas und beschränkt sich im Gegensatz zum EURO STOXX 50 nicht nur auf die Eurozone. Wichtige Länder wie Dänemark, Großbritannien, Norwegen oder die Schweiz sind in diesem Index berücksichtigt. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre war der STOXX Europe 600 mit einem KGV von 15,4 bewertet. Aktuell liegt es bei 16,7, was auf eine Überbewertung hindeutet.

Unverändert sehe ich mich mit 27 Investments im Depot in den relevanten Branchen ausreichend vertreten. Auf die elf Sektoren heruntergebrochen ergibt sich die folgende Verteilung der Unternehmen:

Abschließend möchte ich auf ein in möglicherweise bekanntes Muster zu sprechen kommen. Nehmen die Turbulenzen am Aktienmarkt zu, erhalte ich mehrfach Anfragen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, ob ausgerechnet jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um die Cash-Reserve anzuzapfen und zu investieren.
Als sehr positiv empfinde ich das verinnerlichte Verständnis für die Mechanik des antizyklischen Investierens. Gegen den Marktrend zu handeln. Kaufen, wenn andere verkaufen. In Krisenzeiten oder bei fallenden Kursen investieren, wenn die Stimmung pessimistisch ist und Vermögenswerte unterbewertet sind. Das Prinzip folgt dem bekannten Motto von Warren Buffett: "Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind." Klingt recht simpel, doch die Grundidee fußt auf wenigen, aber wichtigen Voraussetzungen, die mitzubringen sind: Geduld, langfristiger Anlagehorizont und eine gewisse emotionale Disziplin.
Der Krieg im Nahen Osten dauert seit einigen Wochen an, aber wie dramatisch die mittel- bis langfristigen Auswirkungen des Konflikts auf die Weltwirtschaft sein werden, vermag derzeit niemand einzuschätzen. Kein Wunder – weichen doch die Annahmen der unterschiedlichen Szenarien deutlich voneinander ab. An den Rohstoff- und Energiebörsen herrscht jedenfalls große Volatilität, auf massive Aufschläge nach oben folgen wieder gewaltige Preisrückgänge. Alles in allem sind das also keine einfachen Rahmenbedingungen, um als Privatinvestor Entscheidungen zu treffen.
Vor diesem Hintergrund zeigte sich im DGI-Musterdepot die Stärke der Defensive. Seit Jahresbeginn entwickelte sich das Portfolio ausgesprochen positiv, wobei die negativen Effekte der schwächeren Titel durch starke Kursgewinne im Energie- und Pharmabereich mehr als egalisiert werden konnten.
Wie weiter oben dargestellt, habe ich mich im vergangenen Quartal mit Nachkäufen noch zurückgehalten. Ein fester Bestandteil des Investmentprozesses ist es auch, laufend eine Bestandsanalyse für die systematische Ermittlung von geeigneten Nachkauf-Kandidaten durchzuführen.
Am kommenden Dienstag bin ich wieder zu Gast im Live-Webinar bei CapTrader. Ab 20 Uhr gebe ich ein Update zum DGI-Musterdepot und berichte, wie das 1. Quartal 2026 für das Portfolio verlaufen ist. Hier kannst du dich zum kostenlosen Webinar anmelden.

