Mit dem Rückblick auf das DGI-Musterdepot gebe ich einen transparenten Einblick in die Entwicklung der darin enthaltenen Einzelwerte im dritten Quartal 2025, ermittle die Gesamtrendite und schaue mir die Performer und Nachzügler im Depot an. Zudem berichte ich über die jüngsten Veränderungen im Portfolio.
Fakten und Zahlen zum 3. Quartal 2025
Zu Beginn blicke ich auf die Gesamtportfolioebene, ehe ich mich im nächsten Kapitel den Einzelwerten widme. Das DGI-Musterdepot ist gefüllt mit einem Startkapital von 100.000 Euro. Zum 30.09.2025 waren davon ca. 76.000 Euro oder drei Viertel der Gesamtsumme investiert.
Aus der folgenden Grafik geht die langfristig positive Entwicklung der Dividenden-Treppe hervor. Seit Auflage des Portfolios überwiesen mir die im Portfolio investierten Unternehmen insgesamt rund 3.000 Euro auf mein Cash-Konto.

Alle Investitionen berücksichtigt, gehe ich mit einer Liquiditätsreserve von rund 27.000 Euro in das vierte Quartal 2025. Die nicht realisierten Gewinne belaufen sich auf knapp 4.200 Euro. Hier sind alle relevanten Depot-Komponenten tabellarisch zusammengefasst:
| Startkapital 22.03.2024 | 100.000,00 |
| Investiertes Kapital | 75.989,60 |
| Unrealisierte Kursgewinne | 4.174,10 |
| Endwert 30.09.2025 | 80.163,70 |
| Freies Startkapital Ende Q3 2025 | 24.010,40 |
| Vereinnahmte Dividenden | 2.979,88 |
| Gesamt-Liquiditätsreserve 30.09.2025 | 26.990,28 |
Aktuell beträgt die persönliche Dividendenrendite genau 3 Prozent, das entspricht einer Steigerung von 10 Basispunkten im Vergleich zum letzten Quartal. Zur Erinnerung die Berechnungsmethodik: es werden nur die tatsächlich vereinnahmten Dividenden durch das gesamte investierte Kapital geteilt.
Im dritten Quartal 2025 verzeichnete das Musterdepot einen Renditegewinn von +4,8 Prozent. Hierbei betrachte ich den Total Return, d.h. (un)realisierte Kursgewinne und vereinnahmte Dividenden zusammengerechnet.

Wie mehrmals erwähnt stellt der kurze Betrachtungszeitpunkt – der Start des Depots erfolgte im März 2024 – für diesen Rückblick auf die Performance des Portfolios noch keinen allzu bedeutsamen Erkenntnisgewinn dar. Ziel ist es, dass sich die darin enthaltenen Einzelwerte auf langfristige Sicht von zehn Jahren aufwärts entfalten. Deswegen setzen wir gleich über zum nächsten Fluglevel und kommen zu den Einzelwerten.
Deep-Dive Einzelwerte
Mit Ende September befinden sich insgesamt 27 Assets im Depot, wobei es sich dabei ausschließlich um Einzelwerte handelt. Imdritten Quartal habe ich zwei Nachkäufe vorgenommen – wie folgt in chronologischer Reihenfolge dargestellt:
| Kaufdatum | Unternehmen (Ticker) | Gesamtinvest in € | Stückzahl |
|---|---|---|---|
| 06.08.2025 | UnitedHealth (UNH) | 428,72 | 2 |
| 11.08.2025 | Prologis (PLD | 451,92 | 5 |
Nachfolgend findest du die „bewundernswerten“ Top-Performer und „bedauernswerten“ Nachzügler seit Beginn des DGI-Musterdepots, berechnet in Euro als Währungsbasis. Mehr Details dazu werde ich im Rahmen des nächsten Webinars am 20. Oktober geben. Hier geht’s zur kostenlosen Anmeldung.

Diversifikation & Allokation
In meiner Investmentstrategie ist die Portfolio-Diversifikation ein probater Weg, um den unsystematischen Risiken in adäquater Form Herr zu werden und stellt somit neben dem Steuern der Positionsgröße den integralen Bestandteil meines Risikomanagements dar. Schauen wir uns nun den Status der Diversifikation entlang unterschiedlicher Ausprägungen wie Sektoren, Ländern oder Unternehmensgrößen genauer an.
In einer grundsätzlichen Frage, ob als Bemessungsgrundlage nun der aktuell gehandelte Marktwert oder doch der Wert des ursprünglich investierten Kapitals (sprich die Anschaffungskosten) herangezogen werden, entschied ich mich derweilen für den Marktwert. Dies begründe ich aufgrund der geringfügen Diskrepanz im Endergebnis zwischen den beiden Referenzgrößen. Die Regel, dass kein Unternehmen mehr als fünf Prozent des investierten Kapitals ausmacht, werde ich weiterhin im Auge behalten, spielt in dieser relativ frühen Phase des Portfolioaufbaus noch keine bedeutende Rolle.
Beginnen wir mit einer Betrachtung der Zusammenstellung des Portfolios auf Basis der Einzelwerte, so stellt sich die Situation wie folgt dar. Rechts in der Grafik stehen die Top-10 Unternehmen gewichtet nach Marktwert.

Basierend auf den „Global Industry Classification Standard“ investiere ich in den elf Sektoren entlang der diversen Wertschöpfungsketten der unterschiedlichen Branchen, die in unserer Wirtschaft von Bedeutung sind. Daher macht es Sinn, den Ist-Status im Vergleich zum Soll-Status zu beleuchten. Ich befinde mich noch mitten in der Aufbauphase des DGI-Musterdepots. Ein stures Festhalten an der Zielallokation, welche ich in der nächstfolgenden Grafik darstelle, erscheint mir vorerst nicht erforderlich:

Schlussendlich ergibt sich das untenstehende Lagebild zur Sektorenverteilung. Momentan am stärksten im Portfolio vertreten sind Finanz- und Industrieunternehmen.

Die geographische Streuung über unterschiedliche Länder und Währungsräume erachte ich als einen essentiellen Bestandteil des Risikomanagements. Es existieren keine fixen Grenzen, wieviel ich in welches Land investieren möchte. Meine Gedanken dazu sind recht simpel: nur weil eine Organisation in Land A den unternehmensrechtlichen Hauptsitz hat, bedeutet dies keineswegs automatisch, dass dieser Konzern seine Umsätze aus der operativen Geschäftstätigkeit nur in seinem Heimatland erzielt. Doch kommen wir nun zur Länder-Allokation:

Ausblick
Steigende Staatshaushaltsdefizite in den USA und in der Europäischen Union werfen derzeit ein Schlaglicht auf die fragile Balance zwischen öffentlicher Finanzierung bzw. Investitionen und langfristiger Stabilität für die Unternehmen. Die berechtigte Frage steht unbeantwortet im Raum: Können wir uns das Alles wirklich leisten? Während die Regierung in Washington einerseits Milliardeninvestitionen in Schlüsseltechnologien wie Halbleiter und Künstliche Intelligenz vorantreibt – oftmals gestützt durch eine enge Verzahnung von Regierung und Unternehmen, etwa im Falle von Intel oder Nvidia –, stößt die politische Handlungsfähigkeit gleichzeitig an ihre Grenzen. Der mit Anfang Oktober nun eingetretene Government Shutdown in den Vereinigten Staaten macht sichtbar, wie sehr fiskalische Blockaden und politische Polarisierung die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit beeinträchtigen und den Märkten zusätzliche Unsicherheit zufügen.
Wer mit einem langfristigen Anlagehorizont gesegnet ist und stets mit den zugrundeliegenden Zielen im Blickfeld an der Börse investiert, weiß: Auch diese dunklen Wolken werden vorüberziehen. Auf der Ende September veranstalteten „Österreich-Roadshow“ von CapTrader in Graz, Linz und Wien konnte ich mich in vielen Gesprächen zu grundsätzlichen Aspekten des Investierens persönlich austauschen.
Gleich zum Start meines Vortrags, in dem ich rund eine Stunde über die Kernpunkte meiner Anlagestrategie erzählte, kam ich auf eine grundsätzliche Frage zu sprechen: Warum eigentlich an der Börse investieren? Das Buch „Start with Why“ zählt mittlerweile zu einem Klassiker. Simon Sinek erklärt darin das Konzept des “Golden Circle“, bestehend aus drei elementaren Fragen: Why (Warum), How (Wie) und What (Was). Der Sinn des Handelns sollte nicht nur in den äußeren Ergebnissen (What) oder Prozessen (How) gesucht werden, sondern vor allem im tiefen “Why” – dem persönlichen Sinn und Zweck, der Motivation gibt und langfristig Erfolg und Erfüllung bringt.
Dieser Quintessenz kann ich mich nur anschließen. Das Investieren ist hoffentlich keine Ersatzbefriedigung im Leben. Menschen wissen nicht nur, was sie tun, sondern vor allem, warum sie es tun – also ihren tieferen Zweck, ihre Überzeugung oder ihren Antrieb, der emotional das Verhalten und die Entscheidungen beeinflusst. Dieser Einfluss wirkt wesentlich stärker als bloß rationale Argumente.
Bei jedem Quartalsbericht blicke ich auf die Indexebene anhand des S&P 500, um ein erstes Stimmungsbild für die aktuelle Bewertung gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zu gewinnen. Die validen Gründe, warum das KGV auf Indexebene mit Vorsicht zu interpretieren ist, sind mir bewusst. Verzerrung durch Ausreißer, überproportionale Beeinflussung durch die Schwergewichte („Big Tech“ bzw. „KI-Boom“), Veränderungen in der Indexzusammensetzungen im historischen Vergleich, etc. Sei’s drum. Aktuell liegt das KGV mit 24,7 um 5 Punkte über dem Zehnjahresdurchschnitt. Der S&P 500 scheint damit im ausgewählten Zeitraum insgesamt stark überbewertet zu sein.

Der STOXX Europe 600, der die Marktlage in Europa abbildet, umfasst die 600 größten börsennotierten Unternehmen Europas und beschränkt sich im Gegensatz zum EURO STOXX 50 nicht bloß auf die Eurozone. Wichtige Länder wie Dänemark, Großbritannien, Norwegen oder die Schweiz sind in diesem Index berücksichtigt. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre war der STOXX Europe 600 mit einem KGV von 15,6 bewertet, welches aktuell bei 16,5 liegt und insgesamt einer moderaten Überbewertung entspricht.

Mit nun 27 Investments im Depot sehe ich mich ausreichend in den relevanten Branchen vertreten. Heruntergebrochen auf die elf Sektoren ergibt sich die folgende Verteilung der Unternehmen:

Wie weiter oben erläutert, habe ich mich im vergangenen Quartal mit Nachkäufen sehr zurückgehalten. Ein fixer Bestandteil des Investmentprozesses ist es auch, laufend eine Bestandsanalyse für die systematische Ermittlung von geeigneten Nachkauf-Kandidaten durchzuführen. Ob ich einen interessanten Wert ausfindig machen konnte oder die Cash-Reserve unangetastet bleibt, ist am Ende eine diskretionäre Entscheidung. Seit Jahresbeginn liegt das Musterdepot bei knapp 7,5 Prozent Renditegewinn, was mich angesichts des starken Euros bzw. der Dollarschwäche bei knapp 60 Prozent US-Anteil zufrieden stimmt. Währungsschwankungen liegen außerhalb meines Kontrollbereichs. Das Hedging dieser Risiken erscheint mir aus einer Kosten-Nutzen-Betrachtung nicht zielführend.

