Kaum ein Bereich der Finanzwelt ist so flexibel und lukrativ wie das Optionen handeln. Doch die scheinbar hohe Komplexität und Risiken schrecken viele interessierte Händler ab. Gemeinsam mit dem professionellen Optionshändler Alexander Eichhorn haben wir daher diesen Guide zum idealen Start in das Optionstrading erstellt!
Das wichtigste in Kürze
- Optionen sind bedingte Termingeschäfte, bei denen zwei Vertragspartner ein Geschäft in der Zukunft vereinbaren
- Sie beziehen sich immer auf ein börsengehandeltes Asset (zum Beispiel Aktien oder Rohstoffe) – den sogenannten Basiswert oder Underlying
- Der Käufer kann das vereinbarte Geschäft in der Zukunft ausführen, muss es aber nicht!
- Wir können Optionen beliebig kombinieren und so komplexe Strategien ausführen, die uns bei steigenden, fallenden oder gleichbleibenden Kursen Gewinne bescheren
Optionen handeln: Grundlagen
Unter den Finanzprodukten gelten Optionen als schwierig zu meisternde Profi-Werkzeuge. Vergleichen wir es zum Beispiel mit dem passiven Vermögensaufbau via Aktien-Sparplan, sind Optionsgeschäfte sicherlich deutlich komplexer, aber kein Hexenwerk!
Jeder Anfänger, der etwas Interesse und Zeit mitbringt, kann Optionen handeln erlernen. Die Grundlagen sind schnell erklärt:
Option:
Vertrag zwischen zwei Handelspartnern, ein Gut zu einem festgelegten Preis an einem Zeitpunkt in der Zukunft zu handeln.
Eine Option ist Handelsvertrag zwischen zwei Partnern, dem Käufer und dem Verkäufer. Beide haben jeweils eigene Rechte und Pflichten.
- Käufer eier Option: Er erwirbt eine Option und muss dafür Geld (die sogenannte “Prämie”) zahlen. Er kauft sich damit das Recht, den in der Option festgelegten Handel durchzuführen. Verpflichtet ist er dazu allerdings nicht! Sollte der Handel für ihn ungünstig sein, wird er es unterlassen. Der Optionsvertrag verfällt dann.
- Der Verkäufer: Er sichert den vereinbarten Handel zu und wartet ab, wie sich die Gegenseite entscheidet (aufgrund dieser Abwartehaltung nennt man ihn auch “Stillhalter”). Er selbst hat kein Wahlrecht und das muss Geschäft auf Wunsch durchführen – selbst, wenn dies für ihn ungünstig sein sollte. Im Gegenzug erhält er aber die Prämie als Entschädigung.
Die beiden Seiten beim Optionen handeln sind also sehr unterschiedlich. Der Käufer eines solchen Kontrakts befindet sich in einer privilegierten Position, da er entscheiden kann, ob er den Handel ausführen oder verfallen lassen möchte. Für dieses Recht muss er allerdings auch eine Gebühr entrichten.
Der Verkäufer hingegen ist (scheinbar) im Nachteil: Er kann lediglich auf die Entscheidung des Käufers warten und muss den Handel auf Wunsch durchführen. Die Prämie erhält er jedoch in jedem Fall, sodass auch diese Position sehr lukrativ sein kann!
So ist eine Option aufgebaut
Als Nächstes wollen wir die Option selbst betrachten. Was ist enthalten und wie ist sie aufgebaut?
- Wir handeln Optionen an speziellen Optionsbörsen wie der CBOE in Chicago. Es handelt sich um genormte Finanzprodukte. Händler können sich also sicher sein, dass diese Kontrakte wie vereinbart funktionieren – ein großer Unterschied im Vergleich Optionen vs. Optionsscheine!
- Alle Parameter eines solchen Optionskontrakts sind bei Abschluss festgelegt:
- Laufzeit (wann wird gehandelt?)
- Das zu handelnde Gut, auch “Basiswert” oder “Underlying” genannt (was wird gehandelt?)
- Die Menge des Guts (wie viel wird gehandelt?)
- Ob der Basiswert gekauft oder verkauft werden soll (wie wird gehandelt?)
- Und zu welchem Preis der Handel erfolgen soll. Man spricht hierbei vom “Strike”.
Die vielen Eigenschaften eines Kontrakts machen diesen Bereich so flexibel und attraktiv! Wir können zum Beispiel Optionen auf tausende verschiedene Basiswerte handeln. Dazu zählen:
- Aktien
- Rohstoffe
- Devisen
- Indizes
- Kryptowährungen
- Zinssätze
- und vieles mehr
Auch die anderen Parameter wie die Laufzeit und die Frage, ob es sich um ein Basiswert ge- oder verkauft werden soll, bieten spannende Möglichkeiten. Und als wäre das noch nicht genug, können wir auch mehrere Kontrakte kombinieren und so komplexe Strategien umsetzen.
Warum sollte ich Optionen handeln?
Kein anderes Finanzvehikel bietet derart viele strategische Möglichkeiten wie Optionen. Wir können sie in jeder Marktlage und für jeden Zweck einsetzen. Hinter dem Einsatz steht jedoch immer eines von zwei möglichen Zielen:
- Gegen Preisschwankungen abzusichern: Durch den im Optionskontrakt garantierten Preis entsteht Sicherheit für den Käufer einer Option. Selbst, wenn sich die Kurse ungünstig entwickeln sollten, hat er durch den erworbenen Kontrakt die Möglichkeit, den Handel zum vereinbarten Wert auszuführen. Dieses “Hedging” ist sowohl für Investoren (zum Beispiel, um die eigenen Aktien abzusichern) als auch Produzenten (zum Beispiel Landwirte, die sich einen Preis für ihre Ernte sichern wollen) sehr wichtig.
- Um Gewinne zu erzielen: Sowohl Käufer als auch Verkäufer der Kontrakte können Einnahmen erzielen. Gewinne entstehen entweder durch Preisspekulation oder aus den Prämien, die wir für den Optionsverkauf erhalten. Wir können beide Varianten auch kombinieren: Verschiedene Strategien vereinen Prämieneinnahmen und Preisspekulation.
Risiken
Wie bei allen Finanzgeschäften gilt auch beim Optionen handeln: Hohe Gewinnchancen gehen auch mit hohen Risiken einher! Optionen können sich sowohl für den Käufer als auch den Verkäufer ungünstig entwickeln.
Die Gefahren eines einzelnen Kontrakts unterscheiden sich, je nachdem, ob Sie als Käufer oder Verkäufer auftreten:
- Der Käufer einer Option kann entscheiden, ob er den Handel durchführen möchte. Im Falle einer ungünstigen Preisentwicklung wird er auf die Ausführung verzichten und muss die gezahlte Prämie als Verlust verbuchen. Sein Risiko beschränkt sich daher maximal auf diesen Betrag.
- Der Verkäufer ist zur Durchführung des Handels verpflichtet, wenn die Gegenseite dies wünscht. Sein Risiko ist daher deutlich höher: Einige Kontrakte können unbegrenzt hohe Verluste erzeugen!
Die Gefahr, katastrophale Verluste zu erleiden, ist unbedingt ernstzunehmen! Glücklicherweise können Sie sich gegen solche Risiken absichern. Erfahrene Trader handeln dazu mehrere Optionen, die strategisch interagieren und Schäden begrenzen oder völlig vermeiden. Ein gutes Risiko- und Money-Management ist daher unverzichtbar!
Neben der Gefahr katastrophaler Verluste durch fehlende Absicherung drohen auch langfristige Schäden. Beim Optionen handeln kommt es unweigerlich zu Rückschlägen – ein völlig normaler Vorgang. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, müssen Sie allerdings mehr positive als negative Ergebnisse erzielen.
Wir empfehlen daher dringend, Optionen zunächst auf einem CapTrader Paper Trading Konto zu handeln. Hier können Sie Ihre Strategien in einer realistischen Umgebung mit Spielgeld erproben. Außerdem ist ein Trading-Journal nützlich: Es hilft Ihnen, Erfolge und Misserfolge festzuhalten, zu analysieren und Ihre Vorgehensweise zu optimieren.
Achtung!
Optionen handeln ist mit erheblichen Risiken verbunden! Es können sowohl sehr hohe Schäden durch einzelne, nicht korrekt abgesicherte Kontrakte als auch langfristige Misserfolge drohen. Es ist dringend zu empfehlen, den Handel zunächst auf einem Paper Trading Konto zu erproben.
Weiterhin kann das Margin-Trading unvorsichtigen Händlern zum Verhängnis werden. Dabei leihen sich Trader Kapital von ihrem Broker, um größere Beträge einsetzen zu können. Dies kann die Gewinne, aber auch Verluste steigern. Dadurch ist es möglich, mehr als das eingesetzte Kapital zu verlieren.
Optionsarten im Detail
Man unterscheidet vier grundsätzliche Arten von Optionen, je nachdem, ob Sie als Verkäufer oder Käufer auftreten und ob der vereinbarte Handel ein Kauf oder Verkauf eines Guts ist.
Kaufen Sie eine Option, nehmen Sie eine “Long” Position ein. Der Verkäufer eines Kontrakts hingegen geht “Short”.
Der eigentliche Gegenstand des Handels kann ebenfalls zwei Formen annehmen:
- Ein Call ist das Recht, ein Gut zu kaufen
- Ein Put ist das Recht, ein Gut zu verkaufen.
Daraus ergeben sich vier Möglichkeiten:

1. Long Call
Sie erwerben das Recht, einen Basiswert in der Zukunft zu kaufen. Sollte der Preis zum vereinbarten Zeitpunkt nicht vorteilhaft für Sie sein, können Sie auf die Ausführung verzichten. Im Gegenzug für diesen Vorteil zahlen Sie eine Gebühr in Form der Optionsprämie.

Mit diesem Termingeschäft profitieren Sie von einem steigenden Kurs des Basiswerts: Sie können in diesem Fall von Ihrem Recht Gebrauch machen und zum vorher festgelegten, günstigeren Preis kaufen.
Das preiswert erstandene Asset könnten Sie dann sofort zum höheren, aktuellen Kurs (“Spot Price”) an der Börse verkaufen – die Differenz, abzüglich der gezahlten Prämie, stellt Ihren Gewinn dar. Daraus ergibt sich folgende Formel:
Gewinn = Spot Price - Strike - gezahlte Prämie
Grundsätzlich ist Ihr möglicher Verlust als Optionskäufer auf die gezahlte Optionsprämie begrenzt. Denn im schlimmsten Fall steigt der Preis des Basiswerts nicht ausreichend an und Sie lassen Ihren Kontrakt wertlos verfallen.
Der potenzielle Gewinn ist bei einem Long Call unbegrenzt, da der Basiswert theoretisch unendlich steigen kann.
2. Long Put
Mit diesem Kontrakt erwerben Sie das Verkaufsrecht für einen Basiswert. Auch hier ist die Laufzeit und der Preis (Strike-Preis), zu dem gehandelt wird, vorher definiert. Als Optionskäufer müssen Sie außerdem die Optionsprämie bezahlen.

Mit einem solchen Kontrakt setzen Sie auf einen fallenden Kurs. Ein idealer Fall tritt ein, wenn der Preis des Basiswerts unter den im Optionskontrakt vereinbarten Wert fällt (abzüglich der Kosten für die Optionsprämie). Sie können nun den Basiswert zum höheren Preis veräußern, den Sie sich durch die Option gesichert haben.
Sollte der Kurs hingegen nicht unter den vereinbarten Strike sinken, erzielen Sie an der Börse einen besseren Preis. Die Ausübung der Option (zum niedrigeren Strike-Preis) lohnt sich in diesem Fall nicht. Sie lassen den Kontrakt verfallen und müssen die gezahlte Prämie als Verlust verbuchen.
3. Short Call
Ein anderer Optionshändler möchte das Recht erwerben, einen Basiswert zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Sie treten als Verkäufer dieser Option auf und sichern dem Käufer dieses Recht zu. Im Gegenzug erhalten Sie eine Optionsprämie.

Die Gegenseite wird die Ausübung verlangen, wenn der Preis des Basiswerts an der Börse höher ist, als in der Option vereinbart. Sie haben in diesem Fall kein Wahlrecht und müssen den Basiswert zum niedrigeren Preis an den Käufer abtreten.
Je stärker der Börsenkurs steigt, desto größer ist Ihr Verlust – theoretisch unbegrenzt! Die Optionsprämie dürfen Sie aber in jedem Fall behalten.
Der maximale Verlust entspricht also:
Basiswert-Kurs - Strike-Preis der Option + Optionsprämie
Bleibt der Kurs hingegen unter dem vereinbarten Strike-Preis, verfällt die Option wertlos: Die Gegenseite hätte keinen Vorteil davon, die Ausübung zu verlangen. Denn der Kauf an der Börse wäre in diesem Fall günstiger. Sie können die erhaltene Prämie als Gewinn verbuchen.
4. Short Put
Ein Optionshändler möchte das Recht erwerben, einen Basiswert zu einem vereinbarten Preis zu verkaufen. Sie sichern ihm dieses Recht zu (Sie verkaufen eine Option) und verpflichten sich damit, den Basiswert aufzukaufen. Im Gegenzug erhalten Sie eine Optionsprämie.

Bleibt der Kurs über dem festgelegten Strike (abzüglich der Prämie), wird Ihr Vertragspartner von seinem Verkaufsrecht nicht Gebrauch machen – er könnte an der Börse einen besseren Preis erzielen. Die Option verfällt in diesem Fall wertlos und Sie dürfen die Prämie als Gewinn verbuchen.
Sinkt der aktuelle Kurs hingegen unter den Strike (abzüglich der gezahlten Prämie), kommt die Option zur Ausübung: Sie müssen nun den Basiswert zum vereinbarten Preis aufkaufen. Ein schlechter Deal, da das Asset an der Börse derzeit weniger wert ist! Die Prämie dürfen Sie aber, wie gewohnt, behalten.

Die Schwierigkeit der Preisbestimmung
Bei Optionen handeln Sie den jeweiligen Basiswert (oder “Underlying”) in der Zukunft. Steigt oder fällt dessen Kurs, verändert sich auch der Wert des Terminkontrakts – jedoch nicht exakt gleich!
Handeln Sie zum Beispiel eine Option auf eine Aktie und der Kurs des Wertpapiers steigt um 3 Prozent, könnte der Wert des Kontrakts um 6, 10 oder gar 50 Prozent steigen! Denn hier fließen zahlreiche weitere Faktoren in die Preisbildung mit ein. Das macht die genaue Wertermittlung zu einem komplizierten Feld.
Zur Berechnungi haben sich mehrere Formeln, die mit griechischen Buchstaben benannt sind, hervorgetan. Man spricht von den sogenannten “Optionsgriechen”.
- Das Delta drückt aus, was mit dem Preis eines Kontrakts passiert, wenn der Kurs des Basiswerts um 1 US-Dollar steigt. Es kann einen Wert von -1 bis 1 annehmen und ist bei Calls immer positiv, bei Puts immer negativ.
- Das Gamma bezieht sich auf das Delta und gibt an, wie sich dieses im Laufe der Zeit verändert. Auch hier ist der Maßstab eine Preisveränderung des Basiswerts um 1 US-Dollar. Das Gamma steigt, je näher die Option “am Geld” (= am für den Käufer positiven Punkt) liegt.
- Mit dem Vega hält die Volatilität in die Preisberechnung Einzug. Je höher die implizite Volatilität des Basiswerts, desto teurer wird auch der Kontrakt – und umgekehrt. Zudem nimmt das Vega im Laufe der Lebenszeit des Termingeschäfts ab.
Mehr zur Volatilität und den speziellen Indizes finden Sie in unseren Beiträgen zum Thema VIX-Optionen und dem VVIX.
- Eine Option verliert im Laufe der Zeit an Wert (sogenannter Zeitwertverlust), da ihr Enddatum immer näher rückt. Der griechische Buchstabe Theta drückt die Änderungsrate pro Tag aus. Diese ist für den Optionskäufer immer negativ, da die Zeit unaufhaltsam voranschreitet.
“Die Griechen” wirken auf viele Anfänger kompliziert und abschreckend. Tatsächlich müssen Sie aber Ihre genaue Berechnung nur ansatzweise verstehen – es genügt, wenn Sie sich ihrer Bedeutung für die Preisbildung bewusst sind.
Optionen handeln: wie und wo?
Wenn Sie Terminkontrakte handeln möchten, benötigen Sie dafür einen passenden Broker. Während die Auswahl beim einfachen Aktienkauf sehr groß ist, muss für Optionsgeschäfte unbedingt ein Optionsbroker wie CapTrader her. Die Anzahl möglicher Anbieter ist hier deutlich geringer!
Haben Sie einen Dienstleister gefunden, müssen Sie nur noch den passenden Kontrakt an einem Handelsplatz auswählen und das Geschäft ausführen. Schon ist Ihr erster Option Trade abgeschlossen – natürlich steckt im Detail jedoch weit mehr dahinter. Wir erklären im Folgenden, worauf Sie achten sollten.
Auswahl des richtigen Brokers
Die Auswahl an Optionsbrokern ist überschaubar; dennoch gibt es massive Unterschiede in der Qualität, dem Angebot und den Kosten der einzelnen Anbieter! Bevor Sie sich für einen Broker entscheiden, sollten Sie folgenden Faktoren bedenken:
- Kosten. Optionen handeln ist bei den meisten Brokern keine günstige Angelegenheit! Sie müssen oft vergleichsweise hohe Gebühren hinnehmen: Die Terminkontrakte kosten in der Regel das Doppelte eines “einfachen Geschäfts” wie dem Kauf von Aktien. Ein Preisvergleich unter den Anbietern ist daher unbedingt zu empfehlen.
Mit Ausführungen ab 2,00 Euro gehört CapTrader zu den günstigsten Anbietern, wenn Sie Optionen in Europa handeln wollen! Auch an den Optionsbörsen in Japan, USA, Kanada, UK, Schweiz und vielen mehr handeln Sie zu Bestpreisen.
- Auswahl. Für effektiven Handel benötigen Sie unbedingt Zugang zu mehreren Handelsplätzen. Nur so lassen sich verschiedene Geschäfte zu günstigen Konditionen abschließen. Auch die höhere Liquidität an manchen Märkten ist ein wichtiger Faktor.
CapTrader bietet Ihnen mit Deutschland, USA, Schweiz, Frankreich, Belgien, Schweden, Japan, Korea, Kanada, Hongkong und vielen mehr eine riesige Auswahl von Handelsplätzen zu attraktiven Konditionen!
- Trading-Software. Um Optionen zu handeln sind spezielle Programme empfehlenswert, da hier bessere Übersicht herrscht und zusätzliche Funktionen zur Verfügung stehen.
Bei CapTrader stehen Ihnen mehrere Profi-Tools zur Verfügung. Mit OptionTrader haben wir sogar ein Trading-Programm speziell für den Handel mit Terminkontrakten bereitgestellt. Natürlich ist die Verwendung komplett kostenlos!
Haben Sie einen passenden Broker gefunden, müssen Sie ein Optionskonto beantragen.
Ist der Anmeldevorgang abgeschlossen, können Sie mit dem Option Trading beginnen. Der eigentliche Handel funktioniert ähnlich zu anderen Assets wie Aktien oder ETFs.
Aufgrund der vielen Variablen sehen Sie sich allerdings einer Vielzahl von Angeboten gegenüber. Passende Software hilft, hier den Durchblick zu behalten!

Optionen handeln in der Praxis: Sinnvolle Strategien für den Start
Der Handel mit Optionen bietet umfassende strategische Möglichkeiten. So umfassend, dass Neulinge sich schnell hoffnungslos verloren fühlen! Doch keine Sorge: Es gibt Vorgehensweisen, die sowohl lukrativ als auch einfach in der Anwendung sind.
Wir haben im Folgenden einige einsteigerfreundliche Optionsstrategien für Sie zusammengestellt.
Hedging mit Long Put
Optionen eignen sich hervorragend, um sich gegen Kurseinbrüche, Krisen und Crashes abzusichern. Durch den Kauf eines einfachen Long Puts können wir zum Beispiel einen Preis für die Aktien in unserem Portfolio sichern. Das funktioniert wie folgt:
- Wir kaufen einen Long Put auf eine Aktie oder Aktienindex und erhalten dadurch das Recht, diese zum vereinbarten Preis zu verkaufen.
- Für dieses Privileg müssen wir eine Gebühr in Form der Optionsprämie zahlen.
- Sollten die Aktienkurse fallen, üben wir unseren Long Put aus und verkaufen die Wertpapiere zum vereinbarten, höheren Preis.
- Wir können die Aktie nun an der Börse wieder günstig einkaufen oder uns mit dem erfolgreichen Verkauf zufriedengeben.
- Fällt der Preis hingegen nicht, verzichten wir auf die Ausübung unserer Option. Die gezahlte Prämie müssen wir in diesem Fall als Verlust verbuchen.
Ein wichtiger Vorzug dieser Strategie: Wir müssen die jeweiligen Wertpapiere nicht besitzen, um einen Long Put zu handeln! Sollten sich die Aktien nicht in Ihrem Depot befinden, werden sie bei Ausübung der Option einfach an der Börse günstig eingekauft, bevor sie zu einem höheren Preis an die Gegenseite des Optionsgeschäfts gehen.
Damit eignet sich das Hedging via Long Put sowohl für Aktienbesitzer als auch Personen, die mit fallenden Kursen rechnen und davon profitieren wollen.
Gut zu wissen:
Das Verkaufsrecht einer Put-Option gilt unabhängig vom aktuellen Preis des Basiswerts. Selbst, wenn der Kurs des Basiswerts Null erreichen sollte (zum Beispiel bei den Aktien von Wirecard und anderen, insolventen Unternehmen geschehen), können Sie Ihre Option ausüben und die nun eigentlich wertlosen Assets zum vereinbarten Preis verkaufen.
Mit Zusatzrendite verkaufen via Covered Call
Durch einen Short Call sichern wir einem Optionshändler das Recht zu, ein Asset von uns zu kaufen. Ein solcher Kontrakt ist ideal, wenn wir eine Aktie aus unserem Portfolio abstoßen und dabei zusätzliche Gewinne erzielen wollen. Die Strategie funktioniert wie folgt:
- Wir handeln einen Short Call auf eine Aktie in unserem Besitz, die wir verkaufen wollen. Der Strike sollte dabei über dem aktuellen Kurs liegen.
- Die Optionsprämie für den Verkauf eines solchen Kontrakts wird uns sofort gutgeschrieben.
- Sollte der Kurs der Aktie zulegen und den in unserem Kontrakt vereinbarten Strike-Preis übersteigen, kommt die Option zur Ausübung. Wir müssen unsere Aktien nun an die Gegenseite verkaufen
- Wir erhalten dafür etwas weniger Gewinn als an der Börse, haben aber die Optionsprämie verdient.
- Bleibt der Kurs unter unserem Strike, verfällt die Option wertlos und die Prämie bildet unseren Gewinn. Wir können den Vorgang dann wiederholen.
Auch hier müssen Sie die Aktien nicht unbedingt in Ihrem Portfolio haben. Es ist möglich, eine solche Option via “Cash Settlement” auszuführen. Sie müssen dann statt der Wertpapiere das entsprechende Kapital an den Käufer senden.
Aufgrund des hohen Risikos (der Preis der Aktien könnte sich theoretisch vervielfachen und Ihnen einen gewaltigen Verlust bescheren) ist von solchen “naked Calls” jedoch eher abzuraten.
Einkaufen mit Gewinn dank Cash Secured Put
Der Cash Secured Put ist eine nicht nur bei Anfängern beliebte Optionsstrategie. Sie eignet sich für Personen, die eine Aktie, ETF oder anderes Asset tatsächlich erwerben wollen. Anstatt diesen Kauf einfach direkt abzuwickeln, handeln wir Short Put Optionen und können so einen zusätzlichen Profit erzielen.
So funktioniert es:
- Wir verkaufen eine Put-Option für unsere Wunschaktie zu einem für uns angemessenen Strike-Preis. Damit verpflichten wir uns, das Wertpapier zu diesem Preis zu kaufen, wenn unser Vertragspartner dies wünscht.
- Wir erhalten für den Verkauf einer Option eine Prämie, die uns sofort gutgeschrieben wird.
- Sinkt der Kurs der Aktie unter den in unserem Kontrakt vereinbarten Strike-Preis, wird die Gegenseite die Option ausüben. Wir müssen die Aktien nun kaufen.
- Da wir ohnehin die Wertpapiere besitzen wollten und der Strike ein für uns fairer Wert war, ist uns kein ernstzunehmender Schaden entstanden.
- Bleibt der Aktienkurs hingegen über unserem Strike, wird die Option wertlos verfallen. Wir dürfen die erhaltene Prämie als Gewinn verbuchen und können den Vorgang wiederholen.
Unabhängig vom Ausgang des Kontrakts (Wunschaktie erhalten oder nicht) haben wir durch die Prämie zusätzlichen Cash verdient. Bei einem wertlosen Verfall können wir den Vorgang jetzt wiederholen und so theoretisch unbegrenzt zusätzliches Einkommen erzielen.
Aber Achtung!
Der Cash Secured Put erhält seinen Namen durch die Tatsache, dass er mit Cash besichert ist! Sie müssen die nötigen Mittel vorhalten, um den Kauf im Ernstfall durchzuführen.
Die beiden erwähnten Strategien, Covered Call und Cash Secured Put, lassen sich immer wieder abwechselnd ausführen. Dabei kann ein kontinuierlicher Cashflow entstehen. Man spricht in diesem Fall, aufgrund der ständigen Wiederholung, von der Wheel-Strategie.
Unser Tipp für Anfänger: die Wheel-Strategie ist nicht ungefährlich, gilt aber als vergleichsweise risikoarm. Eine gute Möglichkeit für Anfänger, die Gefahren weiter zu reduzieren, ist der Optionshandel mit ETF statt Aktien.
Die Exchange Traded Funds bestehen aus mehreren Wertpapieren, sodass das Risiko eines Totalverlusts oder starker Schwankungen sinken kann. Es stehen aber auch ETFs mit hoher Volatilität, etwa auf KI Aktien oder Cannabis Aktien zur Verfügung!
Ausübung einer Option
Haben Sie eine Option gekauft, steht Ihnen das Recht zu, das vereinbarte Geschäft durchzuführen. Aber wie läuft dieser Vorgang in der Praxis ab? Hier gibt es einige Punkte zu beachten!
- Zunächst ist zu bedenken, dass Optionen “im Geld” (in der Gewinnzone) zum jeweiligen Verfallsdatum automatisch ausgeübt werden – sofern Ihr Broker keine anderslautende Anweisung von Ihnen bekommen hat! Dies ist wirtschaftlich durchaus sinnvoll, passt aber vielleicht nicht in Ihre aktuelle Strategie.
- Übermitteln Sie daher rechtzeitig Ihre Pläne an den Broker. Wollen Sie einen Kontrakt verlängern (“rollen”) oder schließen, gelten die Fristen des jeweiligen Anbieters. Diese hängen wiederum vom gewählten Handelsplatz ab. CapTrader-Kunden finden die Termine in dieser Liste.
Grundsätzlich können Sie alle Arten von Long-Geschäften ausüben, also auch solche, die sich in der Verlustzone (“Out-of-the-money”) befinden. Ein solcher Vorgang ist mit einem Verlust verbunden und somit zunächst nicht sinnvoll. Die Möglichkeit steht Ihnen allerdings offen.
Ganz anders sieht es hingegen aus, wenn Sie eine Short-Position einnehmen: Als Stillhalter haben Sie keinen Einfluss auf die Ausübung – die Entscheidung liegt beim Käufer! Ebenfalls wichtig ist der Zeitpunkt der Ausübung. Hier ist zwischen drei Arten von Kontrakten zu unterscheiden:
Amerikanische vs. Europäische vs. Bermuda-Ausübung
Wann die Ausübung erfolgt, ist für Trader von hoher Bedeutung! Der Zeitpunkt beeinflusst Ihre strategischen Möglichkeiten, Kosten, Auswahl und mehr. Ihnen stehen drei Arten zur Verfügung:
- Europäische Ausübung: Die Option läuft bis zum Verfallsdatum und kann dann vom Käufer ausgeübt werden – oder eben nicht.
- Amerikanische Ausübung: Die amerikanische Variante kann jederzeit ausgeübt werden. Der Käufer muss nicht bis zum Verfallsdatum warten.
- Bermuda Ausübung: Es gibt mehrere Verfallszeitpunkte, an denen der Käufer die Ausübung verlangen kann. Lässt er einen Termin verstreichen, muss er bis zum nächsten warten.
Die verschiedenen Ausübungsarten sind nicht nur strategisch wichtig, sondern beeinflussen auch Ihre Kosten. So bietet die amerikanische Form deutliche Vorteile für den Käufer. Im Gegenzug muss dieser auch etwas höhere Prämien zahlen, sodass der Stillhalter für das Risiko entlohnt wird.
Wichtig:
Die Bezeichnungen dienen lediglich der Identifikation und haben keinen Einfluss auf den Handelsplatz. Sie können Optionen mit amerikanischer Ausübung also auch in Europa handeln und umgekehrt.
Beispiel: Praktische Umsetzung in der Trader Workstation
Die Trader Workstation (TWS) ist ein extrem leistungsfähiges Trading-Programm, das professionellen Händlern die passende Arbeitsumgebung bietet, aber auch für Einsteiger leicht nutzbar ist. CapTrader-Kunden erhalten kostenlosen Zugang zu einer Reihe von Profi-Tools, zu denen auch die TWS gehört.
Die Ausübung einer Option in der Trader Workstation ist denkbar einfach:
- Klicken Sie auf den Punkt “Handel” in der Menüleiste.
- Im Menü, das nun erscheint, wählen Sie “Optionsausübung” aus.
- Im neuen Fenster werden Ihre laufenden Kontrakte mit allen wichtigen Daten angezeigt.
- Zum Schließen klicken Sie rechts auf “Auswählen”.
- Ein Dropdown-Menü bietet Ihnen die Möglichkeit, amerikanische Optionen mit “vorzeitig Ausüben” auszuführen.
TWS übermittelt ihren Ausübungswunsch daraufhin an Ihren Broker. Die Durchführung findet jedoch nur statt, wenn Ihre Option auch im Geld ist, da diese nur dann wirtschaftlich sinnvoll ist. Zusätzlich sind die Handelszeiten und Termine der Börse zu beachten, sodass es in der Praxis zu Verzögerungen kommen kann.
Möchten Sie den Kontrakt aus dem Geld, also mit einem Verlust schließen, ist ein weiterer Schritt erforderlich. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf die gewünschte Option und wählen Sie im jetzt ausklappenden Menü den Punkt “endgültig machen”.
Es folgt eine Warnmeldung, die Sie über die Folgen dieses Schritts informiert.
Achtung!
Wenn Sie mit “OK” bestätigen, wird Ihre Option sofort ausgeübt, auch, wenn diese aus dem Geld notiert!
Fazit: Optionen handeln - nicht nur für Profis!
Optionen sind Kontrakte zwischen zwei Handelspartnern. Handelsgegenstand, Zeitpunkt und Preis sind in diesem Vertrag festgelegt. Beide Parteien haben unterschiedliche Rechte und Pflichten: Der Käufer darf entscheiden, ob er den vereinbarten Handel durchführen möchte.
Der Verkäufer (Stillhalter) muss dieser Entscheidung folgen. Im Gegenzug erhält er jedoch eine Gebühr (Prämie) vom Käufer.
Da der Inhalt des Geschäfts sowohl der Kauf als auch der Verkauf eines Assets sein kann, ergeben sich umfangreiche Möglichkeiten. Aufgrund der hohen Risiken bei falscher Verwendung sollten sich Anfänger jedoch auf einfache, eher risikoarme Strategien beschränken.
Sinnvoll kann zum Beispiel das Hedging mittels Long Puts oder die “Wheel Strategie”, bestehend aus abwechselnden Covered Calls und Cash Secured Puts, sein.
Egal, für welche Vorgehensweise Sie sich entscheiden: Sie benötigen einen passenden Optionsbroker! Optionskontrakte sind leider nur bei einigen wenigen Anbietern, wie zum Beispiel CapTrader, verfügbar.
Zudem sollten Sie das Handeln mit Optionen immer zuerst auf einem Paper Trading Konto erproben. Erst, wenn Sie hier langfristig gute Resultate erzielen, ist der Einsatz von echtem Kapital denkbar.
Mit unseren Tipps ist es auch für Anfänger möglich, schnell erste Erfolge zu erzielen. Optionen handeln ist also keineswegs nur etwas für ausgewiesene Finanzprofis! Ist der Grundstein einmal gelegt, warten weitere, spannende Bereiche, wie etwa das Delta-Hedging, auf Sie!


