Eine Woche nach der US-Präsidentschaftswahl fallen die Reaktionen an den Aktienmärkten dies- und jenseits unterschiedlich aus. Während hierzulande Anleger aus Furcht vor einer protektionistischen Trump-Regierung tendenziell das Weite suchten, hofft die Wall Street weiterhin auf eine florierende Wirtschaft durch den designierten Präsidenten. Indes sorgte ein Anstieg der US-Inflation für weniger Verunsicherung als gedacht. Die Bilanzsaison versprach zudem wichtige Impulse.
DAX Chart
Quelle: TradingView
Deutsche Inflation bei 2,40 Prozent – US-Teuerung zieht wie erwartet an
Die finalen Inflationsraten für die Bundesrepublik Deutschland standen am Dienstag auf der Agenda, welche wie erwartet mit 2,40 Prozent ausfielen (im Vergleich zum Oktober 2023) und damit unverändert gegenüber dem Vormonat.
In den USA lag die Teuerung erwartungsgemäß bei 2,60 Prozent (per Jahresmonatsvergleich) und damit deutlich höher als im Monat zuvor (2,40 Prozent). In diesem Zusammenhang könnten die Zinssenkungsfantasien an Schwung verloren haben. Wenn es nach dem „Fed-Watch-Tool“ der CME Group geht, beträgt die Chance für eine Zinssenkung in Höhe eines Viertelprozentpunkts auf der Sitzung am 18.12. lediglich 58,9 Prozent, nach 82,5 Prozent vom Vortag.
Die Erzeugerpreise für die Vereinigten Staaten brachten ebenfalls keine Überraschung hervor. Gegenüber dem Vormonat stand ein Plus von 0,2 Prozent auf der Tafel, nach 0,1 Prozent im September.
Jerome Powell dämpft Zinssenkungserwartungen – China-Daten gemischt
Für Verunsicherung sorgte indes eine Rede durch Fed-Chef Jerome Powell am späten Donnerstagabend. Powell sagte auf einer Veranstaltung der Dallas-Fed, dass die Fed wegen anhaltenden Wirtschaftswachstums, eines robusten Arbeitsmarktes und einer Teuerung, welche über dem Zielwert von 2 Prozent liegt, keine Eile bei der Senkung der Zinsen habe.
Gemischte Vorgaben dürfte es aus den Reihen Chinas gegeben haben. Während die chinesische Industrieproduktion die Erwartungen verfehlte, konnte der Einzelhandelssektor die Prognosen deutlich übertreffen. Die gegensätzlichen Entwicklungen dürften die aktuellen Herausforderungen der chinesischen Wirtschaft unterstreichen. Trotz der Hilfsmaßnahmen für die Konjunktur bleiben offensichtlich Schwierigkeiten, um den Konjunkturmotor wieder auf Hochtouren zu bringen.
Am heutigen Nachmittag warten zudem noch neue US-Einzelhandelsdaten auf Anleger (16:00 Uhr).
Sparkurs bei Conti trägt erste Früchte – Bayer sorgt für Irritationen
Die Quartalszahlen in den Reihen Continentals zeigten, dass der Sparkurs erste Früchte trägt. Im dritten Quartal konnten die Hannoveraner den bereinigten Betriebsgewinn um rund ein Drittel auf 873 Millionen Euro steigern.
Der Rückversicherer Hannover Rück erhöhte indes seine Gewinnprognose wegen einer glimpflich verlaufenden Hurrikan-Saison.
Für starke Irritationen sorgten am Dienstag die Zahlen von Bayer. Der Konzern präsentierte einen Ergebniseinbruch im dritten Quartal und Wertminderungen in Milliardenhöhe unter anderem wegen des Agrargeschäfts.
Infineon leidet unter Autobauern – Siemens Energy schafft Trendwende
Der Halbleiterhersteller Infineon sieht sich mit einer schleppenden Nachfrage der Autobauer konfrontiert. Zudem bleibe offen, wie sich die neue US-Regierung unter der Federführung von Donald Trump auf das zukünftige Geschäft auswirke, hieß es.
Der Münchner Versicherungskonzern Allianz peilt für dieses Jahr einen neuen Rekordgewinn an. "Naturkatastrophen haben die finanzielle und operative Widerstandsfähigkeit der Allianz erneut auf die Probe gestellt, Prüfungen, die wir erfolgreich bestanden haben“, hieß es aus den Reihen der Allianz.
Für Aufsehen sorgten zudem noch die Zahlen von Siemens Energy. Nach Milliardenverlusten in den vergangenen Jahren gelang dem Energietechnik-Konzern nun die Wende. Mehr als eine Milliarde Euro Gewinn konnten für das abgelaufene Geschäftsjahr verbucht werden. Gasturbinen und Netztechnik seien in aller Welt gefragt, hieß es.




