Eine furiose Handelswoche liegt hinter Anlegern. Insbesondere die US-Präsidentschaftswahl dürfte das Nervenkostüm kräftig strapaziert haben. Nach dem Sieg Trumps zeigen sich die Börsen letztendlich aber überwiegend über ein rasches Wahlergebnis und die damit ausbleibende Unsicherheit über die zukünftige Regierungsbildung erleichtert. Auch die laufende Berichtssaison sorgte hierzulande insbesondere für reichlich Bewegung.
DAX 40 Chart
Quelle: TradingView
Republikaner setzen sich gegen Demokraten durch – Erleichterung nach raschem Ergebnis
Der Republikaner und ehemalige Präsident Donald Trump wird im Januar in das Weiße Haus einziehen. Damit bleibt die befürchtete Hängepartie aus, was für spürbare Erleichterung sorgt. Unter der Trump-Regierung könnten die Staatsschulden um weitere 7,5 Billionen Dollar zulegen und somit auch die Inflation wieder anheizen, was zulasten der Zinssenkungsfantasien gehen dürfte. Aktuell beträgt der Schuldenstand rund 36 Billionen Dollar.
Aufgrund der US-Wahlen gingen viele Wirtschaftstermine etwas unter. Allerdings konnte der ISM-Index für den Dienstleistungssektor besser ausfallen als gedacht (56 vs. 53,8 Punkte).
US-Notenbank senkt Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte – Powell sieht keine Auswirkungen auf geldpolitische Entscheidungen durch US-Wahl
Bereits am Donnerstag wartete mit der Fed-Notenbanksitzung auf Anleger das nächste Wochenhighlight. Wie erwartet schraubte der US-Währungshüter das Zinsniveau um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 4,50 bis 4,75 Prozent nach unten.
Damit senkt die Fed zum zweiten Mal nach der Zinswende im September und nur zwei Tage nach der US-Präsidentschaftswahl die Zinsen. „Kurzfristig wird die Wahl keine Auswirkungen auf unsere geldpolitischen Entscheidungen haben“, sagte Powell.
In seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 hatte Trump dem Fed-Chef immer wieder vorgeworfen, mit hohen Zinsen den Aufschwung zu gefährden. Bis Mai 2026 läuft die Amtszeit Powells.
Abschließend gilt es am heutigen Nachmittag vorläufige Verbraucherstimmungsdaten aus dem Hause Michigan im Auge zu behalten (16:00 Uhr).
Zahlenflut hierzulande rückt etwas in den Hintergrund – Autobauer enttäuschen erneut
Eine regelrechte Zahlenflut mussten Anleger zudem in den vergangenen Tagen verarbeiten.
Der Logistikriese DHL hat trotz eines mauen Welthandels seinen Umsatz im dritten Quartal steigern können und hofft weiterhin auf ein starkes Weihnachtsgeschäft.
Indes konnte Zalando wegen einer anziehenden Nachfrage für das Herbst- und Winter-Geschäft profitieren. „Die gesamte Branche hatte einen sehr starken Start in die Saison, der von verschiedenen Faktoren getrieben wurde“, hieß es von Finanzchefin Dembeck.
Die Commerzbank, welche im Visier der italienischen Unicredit steht, hat im vergangenen Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aufgrund eines geringeren Zinsüberschusses und Risikovorsorgeaufwendungen weniger verdient.
Für Aufsehen sorgten zudem noch die Zahlen von BMW, welche wegen Bremsproblemen und eines schwachen China-Geschäfts enttäuschten. Anleger fürchten nun, dass die durch Trump geplanten Autozölle zu weiteren Unwägbarkeiten führen könnten.
Daimler Truck plant indes wegen der anhaltenden Marktschwäche in der Eurozone seinen Sparkurs weiter fortzusetzen.




