Die vergangenen Handelstage waren insbesondere geprägt durch eine erneute Eskalation des Nahostkonflikts. Die damit im Zusammenhang stehende Zurückhaltung der Anleger besteht bis heute. Anlass zur Hoffnung auf weitere EZB-Zinssenkungen gaben indes ermutigende Inflationszahlen für die Eurozone. Wichtige Impulse erwarten Investoren am Freitagnachmittag abschließend durch den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
Deutsche- und europäische Inflation auf dem Rückzug
Zu Wochenbeginn konnten vorläufige Daten zu den deutschen Inflationsraten Aufsehen erregen. Mit 1,6 Prozent lagen die Verbraucherpreise im September so niedrig wie seit Februar 2021 nicht mehr.
In der Eurozone notierte die Teuerung bei 1,8 Prozent und damit deutlich unter der angepeilten 2-Prozent-Marke der EZB. In diesem Kontext dürften die Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) in diesem Jahr gestiegen sein.
Fed-Chef stellt Zinssenkungen in Höhe von 50 Basispunkten für 2024 in Aussicht
Am Dienstag war es Fed-Chef Jerome Powell, welche auf einer Finanzkonferenz in Nashville (Tennessee) weitere Zinssenkungen für das laufende Jahr in Aussicht stellte. "Wenn sich die Wirtschaft wie erwartet entwickelt, wird sich die Zinspolitik mit der Zeit in Richtung einer neutraleren Haltung bewegen." "Wir werden unsere Entscheidungen von Sitzung zu Sitzung treffen", so Powell. Insgesamt hoffen Marktteilnehmer auf Zinssenkungen im Umfang von 50 Basispunkten im Jahr 2024.
Indes sorgte der vielerorts beachtete ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe für eine Enttäuschung. Mit 47,20 Zählern notiert dieser immer noch unter der Wachstumsschwelle von 50 Einheiten.
ADP-Daten deutlich stärker als erwartet – ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe überzeugt
Wie erwartet gaben die sogenannten ADP-Daten am Mittwoch einen ersten Vorgeschmack auf die heutige Publikation der US-Arbeitsmarktdaten ab. Die Beschäftigungsänderung ergab ein Plus außerhalb der Landwirtschaft von insgesamt 143.000 Einheiten und damit deutlich mehr als erwartet (120.000), nach 99.000 im Vormonat.
Das Pendant zum ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe konnte am Donnerstag jedoch überzeugen. Mit 54,90 Punkten lag der Index deutlich über den Erwartungen (51,70 Punkte).
US-Arbeitsmarktbericht dürfte entscheidende Impulse liefern – Weitere Zinssenkungssignale möglich
Ihren Fokus dürften Anleger heute erwartungsgemäß auf die sogenannten „Non-Farm Payrolls“ legen (14:30 Uhr). Neuesten Schätzungen zufolge erwarteten Ökonomen ein Stellenplus (exklusive der Landwirtschaft) von 140.000 Einheiten, nach 142.000 im August. Die Arbeitslosenquote dürfte in diesem Zusammenhang weiterhin bei 4,2 Prozent notieren und damit so hoch wie im Vormonat.
Die NFPs besitzen zum Wochenausklang das Potenzial, den entscheidenden Impuls für heute und für die kommenden Handelstage zu liefern. Ein zu starker Jobbericht könnte die zuletzt dominierenden Zinssenkungsfantasien jedoch wieder kassieren.




