Die letzte volle Handelswoche im Jahr 2024 war insbesondere geprägt durch die US-Notenbanksitzung der Federal Reserve. Jerome Powell hat Anlegern kurz vor Weihnachten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Investoren fürchten, dass der geldpolitische Gegenwind im kommenden Jahr weniger stark nachlässt als bislang gedacht. Kurz vor dem Jahreswechsel könnten die Märkte somit in den Korrekturmodus schalten und angesichts ambitionierter Kurshöhen Gewinne einstreichen.
DAX Chart
Quelle: TradingView
China-Daten fallen gemischt aus – Reich der Mitte fürchtet Trump-Regierung
Bereits zu Wochenbeginn sahen sich Anleger mit bedeutenden Wirtschaftsdaten aus dem Reich der konfrontiert. Während die Industrieproduktion in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ihre Produktion im November kräftig steigern konnte, blieb der Umsatz der Einzelhändler hinter den Erwartungen zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wuchs der Produktionssektor um 5,4 Prozent und damit stärker als gedacht (5,3 Prozent). Der Einzelhandel legte im November lediglich um 3,0 Prozent zu, nach 4,8 Prozent im Oktober.
Chinas Wirtschaft fürchtet insbesondere im neuen Jahr Gegenwind durch die neue US-Regierung unter der Federführung von Donald Trump.
ifo-Index fällt auf tiefsten Stand seit Mai 2020 – Sechster Rückgang in Folge
Für reichlich Aufsehen sorgte am Dienstag der vielerorts beachtete ifo-Geschäftsklimaindex, welcher im Dezember auf 84,7 Punkte, nach 85,6 Punkten im November fiel und damit auf dem tiefsten Stand seit Mai 2020. "Die Schwäche der deutschen Wirtschaft ist chronisch geworden", hieß es aus den Reihen des Instituts.
Indes konnte der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen etwas besser ausfallen als erwartet. Die Perspektiven für das nächste halbe Jahr stiegen im Dezember unerwartet um 8,3 Punkte auf 15,7 Zähler.
Für gedämpfte Zinssenkungsfantasien sorgten am Dienstag bereits stärker als erwartete Einzelhandelsdaten für die USA, welche mit 0,7 Prozent höher ausfielen als im Vorfeld prognostiziert (0,5 Prozent). Anleger fürchten, dass eine starke US-Wirtschaft der Fed weniger Spielraum für Zinssenkungen geben könnte.
Zinsspanne in den USA nun bei 4,25 bis 4,50 Prozent – Gedämpfte Zinssenkungsfantasien erwischen Anleger auf dem falschen Fuß
Zwar hat der US-Währungshüter am späten Mittwochabend wie erwartet im Umfang von 25 Basispunkten an den berüchtigten Zinsschrauben nach unten gedreht, sodass das Zinsband nun bei 4,25 bis 4,50 Prozent liegt. Allerdings initiierte der Zinsausblick der Fed Unbehagen. Die Märkte erwarten, dass die Fed im kommenden ihr Tempo verringern könnte, nicht zuletzt wegen des Politikwechsels in den Vereinigten Staaten. Der designierte Präsident Donald Trump hatte angekündigt Strafzölle auf Importe sowie insgesamt Steuersenkungen einzuführen, welche die Teuerung befeuern könnten.
Die Zinsprognose der Fed signalisiert für das Jahr 2025 Zinssenkungen um lediglich 0,50 Prozentpunkte, welche abhängig von der Inflations- und Wirtschaftsentwicklung seien.
US-BIP stärker als gedacht – PCE-Deflator dürfte wichtige Inflationssignale abgeben
Die annualisierte BIP-Wachstumsrate für die USA lag im dritten Quartal des Jahres mit 3,1 Prozent höher als erwartet (2,8 Prozent), wie neue Daten am Donnerstag zeigten.
Abschließend richtet sich der Blick heute auf die Veröffentlichung des sogenannten PCE-Deflators für die persönlichen Konsumausgaben (14:30 Uhr). Anleger erhoffen sich neue Hinweise über die Entwicklung der Inflation. Erwartet wird ein Anstieg um 2,90 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach 2,80 Prozent im Vormonat.
Auch die Verbraucherstimmungsdaten aus dem Hause Reuters und der Uni Michigan könnten wichtige Signale senden (16:00 Uhr).




