Nach dem gestrigen Rekordhoch fehlt es dem DAX zum Wochenausklang an Impulsen. Angesichts des gestrigen Rekordstandes locken immer wieder Gewinnmitnahmen, auf der Gegenseite will niemand eine mögliche Fortsetzung der Rallye verpassen. Anleger dies- und jenseits des Atlantiks sind derzeit hin- und hergerissen zwischen der Hoffnung auf neue Höchststände und der wachsenden Sorge vor einer überfälligen Konsolidierung.
DAX
Sorglosigkeit an den Aktienmärkten dürfte zur Vorsicht mahnen – Zwischen KI-Hype und Sorgen vor US-Staatsverschuldung
Die derzeit ausgeprägte Sorglosigkeit dürfte immer wieder zur Vorsicht mahnen. Die Gier nach dem nächsten KI-Gewinner überlagert oft die nüchterne Bewertung der Fundamentaldaten. Zudem werfen strukturelle Risiken zusehends ihre Schatten voraus. Die historische US-Staatsverschuldung und die damit einhergehende Zinslast beginnt, das Vertrauen in die fiskalische Stabilität zu erodieren.
Ob du aktuelle Lethargie nur die Ruhe vor der nächsten Kursrallye oder als ein Warnsignal für eine Korrektur ist, bleibt offen.
Frankreich-Sorgen rücken schnell in den Hintergrund – Deutsche Industrie schwächelt
Aus politischer Perspektive überschlugen sich zu Beginn der Woche zwischenzeitlich die Ereignisse in Frankreich. Der Premier Sebastien Lecornu war am Montag nach nur vier Wochen Amtszeit überraschenderweise zurückgetreten. Insgesamt fielen die Börsen politischer Beine allerdings äußerst kurz aus. Zwar könnte die Situation politisch brisant bleiben, ökonomisch womöglich berechenbar.
Die deutsche Industrieproduktion ist im August so stark wie seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs nicht mehr (März 2022) eingebrochen. Die Autoindustrie wies ein Minus von 18,5 Prozent auf. Die Sektoren Industrie, Bau und Energieversorgt produzierten zusammen 4,3 Prozent weniger gegenüber dem Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Fed-Mitschriften bringen keine klaren Impulse – Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf möglich
Die am späten Mittwochabend veröffentlichten „FOMC-Minutes“ brachten die Erkenntnis hervor, dass die Vorstellung über den politischen Kurs auseinander gehen. „Einige Teilnehmer erklärten, dass es sinnvoll sei, den Leitzins bei dieser Sitzung unverändert zu lassen, oder dass sie eine solche Entscheidung hätten unterstützen können“, hieß es in den Mitschriften. Der neue Fed-Direktor Stephen Miran, welcher als enger Vertrauter Donald Trumps gilt, habe für einen Zinsschritt in Höhe von 50 Basispunkten plädiert.
Die meisten Mitglieder waren demnach der Ansicht, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik im laufenden Jahr wahrscheinlich angebracht sei, hieß es weiter.
Am Donnerstag sagte etwa die Präsidentin der Federal Reserve von San Francisco, Mary Daly, dass ein abschwächender Jobmarkt und eine nachlassende Teuerung Gründe für die Zinsentscheidung im vergangenen Monat gewesen seien.
„Die Zinssenkung, die wir vorgenommen haben – und wir haben prognostiziert, dass wir noch weitere folgen lassen könnte – diente dem Risikomanagement“, so Daly.
Zum Wochenabschluss warten auf Anleger last but not least die vorläufigen Verbraucherstimmungsdaten aus dem Hause Uni Michigan (16:00 Uhr).
Dow Jones Industrial Average Index





