In den vergangenen Handelstagen sahen sich Anleger dies- und jenseits des Atlantiks insbesondere mit wichtigen Konjunkturdaten konfrontiert. Dass die Teuerung in der Bundesrepublik weniger stark ausfällt als gedacht, könnte die Zinssenkungsfantasien am Leben halten.
Feiertagsbedingt blieben die Börsenpforten an der Wall Street wegen „Thanksgiving“ geschlossen, sodass die Impulse am heutigen Freitag fehlen dürften, zumal lediglich in den USA ein verkürzter Handel stattfinden wird.
DAX 40 Chart
Quelle: TradingView
ifo-Index enttäuscht – „Deutscher Wirtschaft fehlt es an Kraft“
Hierzulande wurde bereits am Montag der vielerorts beachtete ifo-Geschäftsklimaindex publik, welcher mit 85,7 Punkten die Erwartungen (86 Punkte) nicht hat erfüllen können, nach 86,5 Zählern im Vormonat. Monatlich befragt das in München ansässige Institut rund 9.000 Führungskräfte. Nach insgesamt vier Rückgängen in Serie hatte es im vergangenen Monat noch einen Anstieg gegeben. „Der deutschen Wirtschaft fehlt es an Kraft“, hieß es.
Fed-Mitschriften signalisieren Uneinigkeit in den Reihen der Währungshüter in puncto Zinssenkungen
Am Dienstag signalisierten die mit Spannung erwarteten „Fed-Mitschriften“ Uneinigkeit in den Reihen der Währungshüter über Zinssenkungen. Konsens fanden sie allerdings darüber, dass dies der richtige Zeitpunkt war, um keine genauen Aussagen über die zukünftige Entwicklung der US-Geldpolitik in den kommenden Wochen zu tätigen.
"Die Teilnehmer wiesen darauf hin, dass geldpolitische Entscheidungen nicht auf einem vorgegebenen Kurs liegen und von der Entwicklung der Wirtschaft und den Auswirkungen auf die Wirtschaftsaussichten abhängen (...) Sie betonten, dass es für den Offenmarktausschuss wichtig ist, dies bei der Anpassung seines geldpolitischen Kurses deutlich zu machen".
GfK-Konsumentenvertrauen enttäuscht – US-Daten nähren Zinssenkungsfantasien
Zur Wochenmitte enttäuschte am Vormittag zudem das GfK-Konsumentenvertrauen mit -23,3 Punkten. Erwartet wurden -18,6 Zähler, nach -18,4 Punkten im Vormonat.
Am Nachmittag richtete sich erwartungsgemäß die Aufmerksamkeit auf zahlreiche US-Daten.
So zogen die Bestellungen für langlebige Güter gegenüber dem Vormonat mit 0,2 Prozent weniger stark an als gedacht (0,5 Prozent), nach -0,4 Prozent im Oktober. Besagte Daten sind insofern wichtig, da die Bestellungen in der Regel mit größeren Ausgaben verbunden sind.
Für keine größere Überraschung sorgte die annualisierte BIP-Wachstumsrate (zweite Schätzung) für das dritte Quartal (2,8 Prozent), nach 3,0 Prozent im Vorquartal.
Der sogenannte „PCE-Deflator“ (Kernrate) für die persönlichen Konsumausgaben stieg ebenfalls wie erwartet um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat an. Die Inflationsdaten werden nicht zuletzt auch als wichtige Richtschnur im Hinblick auf die Teuerungsentwicklung angesehen.
Deutsche Inflation zieht weniger stark an als gedacht – Eurozonen-Teuerung dürfte bewegen
Die Inflationsrate hierzulande wuchs einer ersten Schätzung zufolge mit 2,2 Prozent (im Vergleich zum Vormonat) weniger stark als gedacht (2,3 Prozent), nach 2,0 Prozent im Oktober. Hintergrund für den Anstieg sind sogenannte Basiseffekte. Da die Teuerung allerdings schwächer ausfiel als gedacht, könnte dies die EZB-Zinssenkungsfantasien am Leben halten.
Bereits heute und damit zum Wochenabschluss (11:00 Uhr) dürfte sich der Blick auf die europäischen Inflationsdaten richten. Für die Eurozone erwarten Ökonomen eine Teuerungsrate von 2,3 Prozent (zuvor: 2,0 Prozent).




